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Cuba: Santiago de Cuba - Stadt

Santiago de Cuba ist wahrscheinlich die afrikanischste, lebenslustigste und musikalischte Stadt Cubas.

Santiago de Cuba, Plaza de la Revolución, März 2009
Stahlmacheten, Teil des Denkmals von Antonio Maceo
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

In Santiago de Cuba (508.000 Einwohner, 847 km von Havanna) verkündete der Comandante en Jefe und spätere Staatspräsident Fidel Castro am 1. Januar 1959 vom Balkon des Rathauses den Sieg der Revolution. Ihr Motto: „rebelde ayer, hospitalaria hoy, heroica siempre” (früher rebellisch, heute gastfreundlich, stets heldenhaft).
Die Bewohner kämpften in vorderster Linie in den Unabhängigkeitskriegen. 1984 verlieh Fidel Castro der Stadt den Ehrentitel „Ciudad heroica”. Hier begann am 26. Juli 1953 mit dem Sturm auf die Moncada-Kaserne der Kampf gegen die Batista-Diktatur, und endete am 1. Januar 1959 mit der Verkündigung des endgültigen Sieges der Revolution.

Santiago de Cuba Sehenswertes

Santiago de Cuba - Geschichte

Der Name Santiago leitet sich von „St. Jago” (Jakobus), dem Schutzpatron des spanischen Königs Ferdinand II. ab. Denn die Stadt wurde als eine der sieben Villas Cubas 1515 vom Statthalter des Königs, Diego Velázquez, gegründet. Bald entwicklete sie sich zu einem regen Handelszentrum. Velázques selbst ließ hier seine Residenz errichten, und 1522 rief die Krone die Stadt zur Hauptstadt der Kolonie aus, was sie bis 1607, als sie von Havanna abgelöst wurde, blieb.

Der Reichtum der Stadt machte sie zum Ziel von Piratenüberfällen. 1554 griff Jaques de Sores die Stadt an, wenige Wochen später wurde sie von François de Clerc - wegen seinen Holzbeins auch Jambe de Bois oder Pata de Palo genannt - geplündert. 1662 wurde Santiago de Cuba von Christopher Mings und seinem Musterschüler Henry Morgan eingenommen, geplündert und niedergebrannt. Schon drei Jahre später wurde sie wiederum von Mings und dem Holländer Edward Mansveldt in Schutt und Asche gelegt.

Nachdem die von Philipp II. von Spanien in Auftrag gegebene Festung San Pedro de la Roca, genannt „El Morro”, 1643 fertiggestellt worden war, hörten die Überfälle der Freibeuter fast völlig auf. Dafür wurde die Stadt 1675, 1679, 1852 und 1932 von Erdbeben teilweise zerstört.

Santiago de Cuba, Castillo del Morro San Pedro de la Roca
Santiago de Cuba, Castillo del Morro San Pedro de la Roca, März 2009
Wappen an der Mauer
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Vom Niedergang nach dem Verlust des Haupstadtstatus erholte sich Santiago de Cuba erst ab 1791. Die vor den Sklavenaufständen in Haiti geflüchteten französischen Farmer brachten ihr Know-how über den Anbau von Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr mit. Da die Indios bereits weitgehend ausgerottet waren, fehlte es an billigen Arbeitskräften. Und so erhielt die Stadt 1793 die Genehmigung zum Sklavenhandel.

Das ist mit eine Ursache, warum der Anteil dunkelhäutiger Menschen in der Provinz und im Osten insgesamt weit über dem Landesdurchschnitt liegt. Und sie waren auch eher bereit, gegen die Herren in der fernen Kolonialhaupstadt aufzubegehren. Die meisten Schlachten der Unabhängigkeitskriege fanden rund um Santiago de Cuba statt, oft angeführt vom größten Sohn der Stadt: Antonio Maceo (1845-1896), der einzige Mulatte unter den Generälen der Widerstandsarmee, wegen seiner Hautfarbe „Bronze-Titan” genannt.

Santiago de Cuba, Plaza de la Revolución, März 2009
Reiterstatue General Antonio Maceo
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Auch ein anderer großer Sohn der Stadt, der Poet José Maria Heredia (1803-1839), beteiligte sich an der Unabhängigkeitsbewegung Cubas. 1823 wurde er verhaftet und 1825 auf Lebenszeit aus Cuba verbannt. Der cubanische Autor Leonardo Padura widmet ihm in seinem Roman Die Palme und der Stern eine teilweise fiktive Biografie.

Die Mambíses, wie sich die Freiheitskämpfer nach einem Schimpfwort der Spanier für Cubaner stolz nannten, hatten 1898 den Krieg praktisch gewonnen, als sich die USA einmischten, um ihre Ansprüche in ihrem Hinterhof zu sichern. Am 2. Juli nahm die 1. US-Kavallerie unter dem späteren Präsidenten Theodore Roosevelt und General William R. Shafter den strategisch wichtigen Hügel von San Juan ein, einen Tag später wurde in der Seeschlacht von Santiago die spanische Flotte aufgerieben.

In der Folge wurden die Cubaner um ihren Sieg gebracht, die von den Rebellen eingesetzte Regierung einfach ignoriert. Der letzte spanische Gouverneur, Jímenez y Castellanos, übergab die Schlüssel der Stadt Havanna an den US-General John Brooke. Obwohl Cuba 1902 formell unabhängig wurde, übernahmen die USA de facto die Herrschaft, sicherten sich ein Interventionsrecht und stützten sich auf Marionettenregime. Der erste gwählte Präsident Cubas, Tomás Estrada Palma aus Bayamo, sah in der Vorherrschaft der USA auch kein Problem, ebensowenig auch seine Nachfolger.

Am 26. Juli 1953 scheiterten Fidel Castro und seine Getreuen zwar beim Angriff auf die Moncada-Kaserne, den Justizpalast und das Krankenhaus Saturnino Lora, legten damit aber den Grundstein für den Sieg der Revolution, den Fidel Castro am 1. Januar 1959 vom Balkon des Rathauses verkündete.