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Joseph Fesch, Politiker

* 3. Januar 1763, Ajaccio/Korsika; † 13. Mai 1839, Rom/Italien

Joseph Fesch, der Onkel von Napoléon Bonaparte, war Kardinal und Erzbischof von Lyon und vor allem ein Kunstsammler. Von den 16.000 gesammelten Gemälden ist ein Teil im Palais Fesch - Musée des beaux-art in Ajaccio ausgestellt.

Joseph Fesch
Joseph Fesch (1763-1839),
Kardinal und Erzbischof von Lyon,
Begründer des Musée Fesch
Bild: Wikipedia

Sein Vater war Leutnant in einer Schweizer Einheit, die für Genua kämpfte. Er heiratete die verwittwete Angela-Maria Pietrasanta, die Mutter von Letizia Ramolino (spätere Bonaparte), Napoleon's Mutter. Joseph Fesch war somit der Halbbruder von Letizia Bonaparte und der Onkel von Napoleon Bonaparte.
1779 begann er in Aix-en-Provence das Theolo­gie­studium und arbeitete sich in der Kirchen­hierarchie hoch. 1785 ging er nach Korsika zurück und wurde sechs Jahre später Vikar in Ajaccio. 1793 musste er gemeinsam mit der Familie Bonaparte aus Korsika fliehen. In Toulon ver­dingte er sich im militärischen Beschaffungs­wesen, was ihn zu einem reichen Mann machte. Nach einigen Jahre erlangte er mit Unter­stützung seines inzwischen einflußreichen Neffen das Amt des Erzbischofs und später des Kardinals von Lyon.

Napoleon ernannte ihn zum französischen Botschafter in Rom, sein Botschaftssekretär war der Schriftsteller François-René Vicomte de Chateaubriand (1768-1848). Fesch brachte Pabst Pius VII. dazu, Napoleon zum Kaiser zu krönen.

Musée Fesch
Palais und Musée Fesch, davor die Statue des Gründers, Ajaccio 2004
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Joseph Fesch hatte vor allem zwei Interessen: seine kirchliche Karriere und seine Sammel­leidenschaft von Gemälden. Er war eine begabte und interessierte Persönlichkeit, geschickt in Geldangelegen­heiten und diplomatisch im Umgang mit Menschen. Im Laufe seines Lebens sammelte er eine Unzahl an Büchern und rund 16.000 Gemälde. Die Präsentation der Ergebnisse seiner Sammelleidenschaft war ihm wichtig. Er ließ 1837 in Ajaccio das Palais Fesch erbauen, das einen Teil seiner Gemäldesammlung beherbergte. Außerdem wollte er im Palais eine korsische Kunst­akademie einrichten. Mit seinem Tod starb auch diese Idee, das Palais und die Kunst­sammlung gingen in den Besitz der Stadt Ajaccio über.
Nach zweijähriger Renovierung wurde das Palais Fesch im Juni 2010 als „Musée des beaux-arts” (Museum der bildenden Künste) wiedereröffnet. Nach dem Louvre in Paris verfügt es über Frankreichs größte Sammlung italienischer Malerei sowie über eine große Sammlung von Kunstgegenständen und Gemälden aus dem 20. Jahrhundert.
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