Sozialistische Republik Vietnam, Flagge
Sozialistische Republik Vietnam, Wappen
Niedersterreich, Schloss Hof, Dezember 2018, Foto © Herbert Schmidt, 2018

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Vietnam Geografie

Landesstruktur

Vietnam ist ein langgestrecktes Land zwischen dem 23. und dem 8. Grad nördlicher Breite und bildet den Abschluß des kontinentalen Südostasien. Bei einer Nord-Süd-Ausdehnung von rund 1.700 km ist es wie ein „S” geformt und wird deshalb oft als „Bambusstange mit zwei Reisschalen” beschrieben. Die eine „Reisschale” bildet der Norden mit dem 14.700 km² großen Roten-Fluss-Delta. Die gebogene „Tragestange” in der Mitte, teilweise nur 50 km breit, besteht aus dem schmalen Küstenstreifen und den bis zu 2000 m hohen Annamitischen Kordilleren. Die südliche „Reisschale” wird vor allem von dem 40.000 km² großen Mekong-Delta geformt.

Karte VietnamVietnam grenzt im Norden an China (1150 km), im Westen an Laos (1957 km) und Kambodscha (982 km) und im Osten an das Südchinesische Meer (3260 km).

Landschaft

Die Landschaft ist ein Wechselspiel von Bergen, Flüssen und Meer. Kilometerlange Strände säumen die Küste, deren Linie immer wieder durch Höhenzüge, Flussmündungen und weit geschwungene Buchten unterbrochen wird. Der Küste vorgelagert sind tausende Inseln, wie etwa in der berühmten Ha-Long-Bucht. Drei Viertel des Landesfläche Vietnams nehmen das Bergland und die Hochebenen ein. Dazu kommen die endlos erscheinenden, von Kanälen und Flüssen durchzogenen Deltaregionen.

Der Norden Vietnams (B?c B?)

Dieses Gebiet besticht durch seine landschaftliche Vielfalt. An der Grenze zu China und Laos erstrecken sich zerklüftete Gebirge mit schroffen Taleinschnitten, wie etwa das Bergmassiv Hoàng Liên Son mit dem höchsten Berg Vietnams, dem Phan-xi-pang (3144 m).
Die Niederungen bilden das Rote-Fluss-Delta, eine fruchtbare Gegend rund um die Hauptstadt Hanoi, die sich bis zum Golf von Tonkin erstreckt. Hier finden sich Touristenattraktionen wie die Kalksteinfelsen um Ninh Bình oder die Halong-Bucht. Das dichtbevölkerte Gebiet mit oft über 1000 Menschen/km² gilt als die Wiege der vietnamesischen Zivilisation. Wegen des fruchtbaren Bodens ließen sich hier schon um 300.000 bis 500.000 AD Siedler nieder, obwohl das Gebiet im Jahreszyklus von Taifunen und Überschwemmungen heimgesucht wird. Die Hauptflüsse sind der Song Hong (Roter Fluss, in Vietnam 510 km), der Song Da (Schwarzer Fluss, 543 km) und der Song Ma (426 km).

Zentralvietnam (Trung B?)

Das Gebiet wird landschaftlich von der Küste, mäandernden Flussläufen und den teilweise über 2000 m hohen Annamitischen Kordilleren geprägt. An der schmalsten Stelle bei Dong Hoi ist es nur noch 50 km breit.
Im Zentralen Hochland zwischen Kontum und Da Lat leben zwei Drittel der 54 Volksgruppen Vietnams. Tee- und Kaffeeplantage dominieren, von den einst dichten Regenwäldern ist kaum etwas geblieben.
Der Küstenbereich zwischen Thanh Hóa und Quang Ngai wird fast jährlich von Taifunen heimgesucht, vor allem im November und Dezember.
Der Wolkenpass (Ðèo H?i Vân) nördlich von Ðà N?ng ist die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam. Oft in Wolken gehüllt, ist er ca. 20 km lang, 496 Meter hoch und führt über den Ausläufer der Truong-Son-Berge. Vom höchsten Punkt hat man einen herrlichen Panoramablick. Über den Pass verläuft die Nationalstraße 1. 2005 wurde der 6,3 km lange Hai-Van-Tunnel dem Verkehr übergeben. Im 2. Indochinakrieg (Vietnamkrieg) war der Pass wegen seiner strategischen Bedeutung heiß umkämpft.
Weiter südlich zwischen Cam Rahn und Phan Thi?t befinden sich die trockensten Gebiete des Landes mit savannenähnlichen Landstrichen. Hier wird vorwiegend die Drachenfrucht angebaut.

Der Süden (Nam B?)

Dank des feuchtheißen Klimas und der fruchtbaren Schwemmböden ist Cochinchine, wie das Gebiet zur Kolonialzeit genannt wurde, das landwirtschaftliche Rückgrat Vietnams: endlos erscheinende Kautschuk- und Obstplantagen, Felder voller Früchte und Obst, fischreiche Flüsse. Dies gilt insbesondere für das 40.000 km² große Mekong-Delta.
Doch die intensive Landwirtschaft und die zunehmende Bebauung geht auf Kosten der ursprünglichen Natur. Die Mangrovensümpfe werden von Garnelenfarmen verdrängt, der Dschungel von Kokospalmenhainen. Gerade noch 5% des Deltas sind bewaldet.
Noch immer sind die ökologischen Folgen der Entlaubungsaktionen mit Agent Orange durch US-Flugzeuge während des Vietnamkriegs spürbar, der Boden ist noch immer dioxinverseucht.

Klima

Aufgrund der großen Nord-Süd-Ausdehnung des Landes gibt es in Vietnam drei unterschiedliche Klimazonen und damit ein unterschiedliches Wetter. Wie ganz Südostasien unterliegt Vietnam dem Einflußbereich zweier Monsune: dem Südwestmonsun im Süden zwischen Mai und Oktober, und dem Nordostmonsun im Norden zwischen Oktober und April. Der Wolkenpass ist die Klimascheide zwischen den sich somit erheblich unterscheidenden klimatischen Bedingungen Nord- und Südvietnams. Eine optimale Reisesaison gibt es daher nicht.
Der Norden weist ein gemäßigtes tropisches Wechselklima mit vier Jahreszeiten auf. Der Oktober und November ist mit Durchschnittstemperaturen um 22-26°C und gelegentlichen Niederschlägen recht angenehm. Zwischen Dezember und Januar führt der Nordostmonsun zu einer stablien Hochdrucklage mit sonnigem Wetter, aber kalten, trockenen Böen und Durchschnittstemperaturen von 20-22°C. Der feuchtheiße Sommer mit regelmäßigem Regen, gelegentlichen Taifunen und Temperaturen bis 38°C dauert von Mai bis September.
Zentralvietnam liegt von November Bis März im Einflußbereich des feuchten Nordostmonsuns. Hier ist tagelanger Dauerregen möglich, in Hu? etwa liegt die jährliche Niederschlagsmenge bei 3.000 mm. Von November bis Anfang Dezember treten Taifune auf. Im April und Mai ist das Wetter trocken, von Juni bis Oktober feuchtheiß mit Temperaturen von 35-40°C.
Im Süden kann man drei Jahreszeiten unterscheiden. Die Winterzeit von November bis Anfang März hat angenehme Temperaturen und viel Sonne. Von Mitte März bis Mai ist die heiße Zeit mit bis zu 40°C, von Mai bis Oktober die Regenzeit, in der im Mekong-Delta häufig Überschwemmungen auftreten. In Ðà L?t auf 1500 m ist das Wetter ganzjährig wechselhaft bei Temperaturen um 18°C.

Flora

Vietnam weist die für die Tropen und Subtropen typische Pflanzenvielfalt auf. Von den 9400 bisher identifizierten Arten sind 20% nur hier beheimatet. Allerdings ist ihr Bestand stark gefährdet. Während vor 70 Jahren noch 40% der Landfläche von Wäldern bedeckt waren, sind es heute nur noch 25%.
In Vietnam findet man zahlreiche Edelhölzer wie etwa Teak, Eisen-, Rosen- und das Hinterindische Ebenholz. Letzteres steht inzwischen auf der Liste der bedrohten Arten. Weiters gibt es zahlreiche Palmenarten wie etwa die Kokos-, die Nipa- oder die Latanpalme. Überall kann man eine der über 100 Arten von Bambus finden. In höheren Lagen ist der Vietnamesische Zimt verbreitet. In Gebieten ab 1500 m finden sich im Norden Mischwälder und landesweit je nach Lage Nebelregenwälder. Typisch für diese ist ein dichter Bewuchs an Baumstämmen und Ästen mit Moos, Farnen und Orchideen.
Die Mangrovenwälder an der Küste sind inzwischen stark dezimiert. Hauptursache dafür ist die seit den 1980er-Jahren exzessive Anlage von Brackwasserbecken für die Garnelen und Krabbenzucht. Mangroven behaupten sich im Gezeitenbereich zwischen Meer und Land, zwischen Salz- und Süßwasser, bilden das produktivste Ökosystem der Erde und haben wichtige ökologische Funktionen. Während sich ihre Wurzeln im schlammigen Boden verankern und so dem Wechsel von Ebbe und Flut widerstehen, sind ihre Luftwurzeln einzigartige Atmungsorgane, die hohe Salzkonzentrationen abbauen können. Ihr amphibischer Lebensraum ermöglicht eine große Artenvielfalt: Muscheln, Garnelen, Krabben, Reptilien, Amphibien und zahlreiche Meeresfischarten sind hier beheimatet.
Neben dem hohen ökologischen Wert haben die Mangroven auch einen direkten ökonomischen Wert: sie liefern Holzkohle, widerstandsfähiges und fäulnisresistentes Bauholz, aus ihnen können Gerbsäure für die Lederindustrie, Kleber, Haaröl, Duftstoffe, Tee-Ersatz und Speiseöl gewonnen werden.
Die Bedeutung intakter Mangrovenwälder für den Küstenschutz zeigte sich am Tsunami vom 26.12.2004: dort, wo sie noch vorhanden waren, konnte die Wucht der Flutwelle gebremst werden.

Fauna

Viele Kreaturen sind aufgrund schwindender Lebensräume bedroht, darunter der Asiatische Elefant oder der Indochina-Tiger. Andere Tierarten sind bedroht, weil sie die Speisekarte bereichern, die Potenz steigern oder schönen Schmuck liefern. Wilderei ist ein lukratives Geschäft, die mittlerweile geschaffenen Nationalparks bieten aufgrund fehlender Mittel und Umweltbewußtseins kaum Rückzugs- und Schutzgebiete.

Operation Ranch Hand

Immer noch spürbar für Flora und Fauna, aber natürlich auch für die betroffenen Menschen, sind die Folgen der amerikanischen Militäroperation Operation Ranch Hand. Damit wurde eine Strategie bezeichnet, dem Feind durch die Venichtung des Dschungels und die Vergiftung der Felder die Existenzgrundlagen zu entziehen. 1961 begannen US-Flugzeuge, Entlaubungsmittel über Wälder und Felder zu versprühen. Die dabei verwendeten 15 verschiedenen Chemikalien wurde nach der Farbe der Banderole benannt: das arsenhaltige Agent Blue zur Verseuchung der Reisfelder, das Agent Purple für die Wälder. Über 45 Mio. Liter wurden vom dioxinhaltigen Agent Orange bis 1971 versprüht. Betroffen waren 3181 Dörfer, bis zu 4,8 Mio. Menschen kamen mit den Giften in Kontakt. Als Folge kamen mehr als 50.000 Kinder mit Mißbildungen zur Welt, ca. 4 Mio. Menschen leiden unter gesundheitlichen Spätfolgen von Krebs bis Parkinson. Die Böden sind auch noch nach Jahrzehnten verseucht. Die USA konnten sich bis heute nicht einmal zu einer Entschuldigung, geschweigen denn zu Hilfszahlungen durchringen.

Reise-Informationen