Flagge Mecklenburg-Vorpommern
Bundesrepublik Deutschland-Mecklenburg-Vorpommern, Wappen

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Mecklenburg-Vorpommern: Chronik

 

16.–10. Jt. v. Chr.
Ganz Mecklenburg ist von einem 1000 m dicken Eispanzer bedeckt. Mit dem Zurückweichen der letzten Gletscher dringen nomadisierende Sammler und Jäger in den südlichen Ostseeraum vor.
um 3000
Zu Beginn der Jungsteinzeit werden die Menschen allmählich sesshaft, sie betreiben Ackerbau und Viehzucht. Ihre eindrucksvollsten Hinterlassenschaften an der Ostseeküste sind die Großsteingräber, beispielsweise in Lancken-Granitz auf Rügen.
ab 600 n. Chr.
In das seit der Völkerwanderungszeit nahezu menschenleere Land dringen slawische Völkerschaften ein. Im Westen bis hinein in das heutige Schleswig-Holstein siedeln die Obodriten, im Osten die Wilzen (auch Liutizen genannt) und auf Rügen die Ranen.
um 900
Archäologische Ausgrabungen belegen intensive Kontakte zwischen Slawen und Wikingern im südlichen Ostseeraum. Beeindruckende Belege nordischer Kultur sind die Bootsgräber in Menzlin bei Anklam.
929
Eroberungszüge des deutschen Königs Heinrich I. unterwerfen die Slawen.
955
Kaiser Otto I. besiegt die Obotriten in der Schlacht bei Raxa in Mecklenburg; die neugegründeten Bistümer Brandenburg und Havelberg haben indes nur geringe Missionserfolge.
983
Ein umfassender slawischer Aufstand, bei dem Brandenburg und Havelberg zerstört werden und Hamburg geplündert wird, drängt den Einflußbereich des deutschen Reiches wieder an die Elbgrenze zurück.
995
Erste namentliche Erwähnung der Michelenburg - der Stammsitz der Obodriten südlich von Wismar begründet den Namen des Landes.
1147
Mit dem Wendenkreuzzug gelingen Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen, erste Erfolge bei der Unterwerfung und Christianisierung der Slawen.
ab 1160
Obodritenfürst Niklot wird von den Männern Heinrichs des Löwen erschlagen. Im gleichen Jahr verleiht Heinrich Schwerin das Stadtrecht.
1167
Pribislaw, der Sohn Niklots, erhält von Heinrich den größten Teil der unterworfenen Gebiete als Lehen zurück. Er wird zum Stammvater des mecklenburgischen Fürstenhauses, das bis 1918 regiert.
1168
Die Dänen unter König Waldemar I. und Bischof Absalon von Roskilde erobern auf der Insel Rügen die Jaromarsburg des slawischen Stammes der Ranen und zerstören das Standbild der Gottheit Swantewit; Fürst Jaromar I. wird Vasall des Dänenkönigs.
1181
Kaiser Friedrich I. belehnt Bogislaw I. mit Pommern (Pomoranni).
1227
Mit dem Sieg einer norddeutschen Fürsten- und Städtekoalition in der Schlacht bei Bornhöved endet die seit 1184 bestehende dänische Herrschaft über Pommern.
ab 1259
Stralsund, Rathausfront (Ausschnitt), Juni 2013
Wappen der Hansestädte an der Fassade
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Rostock, Wismar und Lübeck schließen sich unter der Führung Lübecks zusammen, um gemeinsam gegen die Seeräuber vorzugehen. 1278 wird Greifswald als Mitglied des Kaufmannsbundes genannt, 1293 auch Stralsund. Die Kaufmannshanse entwickelt sich zum mächtigen Städtebund, dem schließlich über 200 Städte angehören. Mit dem Stralsunder Frieden 1370 erreicht die Hanse den Höhepunkt ihres internationalen Einflusses.

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1325
Tod von Wizlaw III.: Das rügische Fürstenhaus stirbt aus, Rügen fällt nach langen Erbstreitigkeiten an das Herzoghaus Pommern-Wolgast.
1348
Kaiser Karl IV. erhebt die Söhne von Fürst Heinrich II., Albrecht II. und Johann zu Herzögen von Mecklenburg.
1352
Teilung des Landes in Mecklenburg und Stargard, zeitweise bestehen auch die Herrschaften Güstrow-Werle und Waren-Werle.
1370
Im Stralsunder Frieden muß Dänemarks König Waldemar IV. seine Vorherrschaft aufgeben; die Städtehanse steht auf dem Höhepunkt ihrer Macht.
1419
Gründung der Universität Rostock, der Leuchte des Nordens, als erste Hochschule Nordeuropas.
1456
Gründung der Universität Greifswald.
1535/1549
Auf dem Treptower Landtag wird 1535 der protestantische Glauben als Landesreligion in Pommern eingeführt. 1549 erklärt auch der Landtag in Sternberg das Luthertum in Mecklenburg zur Landesreligion. Die Kirche verliert ihre Macht, die des Adels wächst.
ab 1618
Wallenstein belagert Stralsund
Belagerung Stralsunds durch Wallenstein 1628, nachträglich kolorierter Kupferstich, aus: Hogenbergsche Geschichtsblätter
Quelle: Wikipedia
Während des Dreißigjährigen Krieges werden Mecklenburg und Vorpommern bei den Kämpfen zwischen kaiserlicher und schwedischer Macht regelrecht zerrieben. 1628 belagert der kaiserliche Feldherr Wallenstein (1583-1634, eigentlich Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein) vergeblich Stralsund.
1648
Gewinner des Dreißigjährigen Krieges ist Schweden. Im Westfälischen Frieden bekommt Schweden Wismar, die Insel Poel, das Amt Neukloster sowie Vorpommern mit Rügen, Usedom, Wollin und Stettin zugesprochen. Das Land ist aufs Schlimmste verwüstet, viele verlassene Bauernstellen bleiben unbewirtschaftet, die Gutsherren vereinnahmen immer mehr Land, die Leibeigenschaft setzt sich durch. Über 70% des Landes sind Großgrundbesitz.
1669
Der letzte Hansetag findet in Lübeck statt.Top
1700-1720
Mecklenburg und Vorpommern werden in den Nordischen Krieg verwickelt. Nach dem Krieg wird Vorpommern geteilt: Usedom, Wollin sowie das Gebiet südlich der Peene fallen an Brandenburg-Preußen; das Gebiet nördlich der Peene mit Stralsund, Greifswald und Wolgast sowie die Insel Rügen bleibt unter schwedischer Herrschaft.
1701
Hamburger Vergleich von 1701
Quelle: Wikipedia
Der Hamburger Vergleich legt die Erstgeburtserbfolge verbindlich fest, die der 1576 verstorbene Herzog Johann Albrecht I. in seinem Testament erstmals bestimmt hatte. Da der Güstrower Herzog Gustav Adolf 1695 ohne Erben verstorben war, erhält der Schweriner Herzog Friedrich Wilhelm dieses Land; für seinen Schwiegersohn Adolf Friedrich II. wird aus dem Fürstentum Ratzeburg und dem Land Stargard das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz geschaffen.
1720
Im Frieden von Stockholm wird Vorpommern aufgeteilt: Rügen und das Festland nördlich der Peene bleibt bei Schweden; die südliche Region mit Anklam, Demmin, Pasewalk, Stettin und die Inseln Usedom und Wollin fallen an Preußen.
1755
Der Landesgrundsätzliche Erbvergleich (bis 1918 gültig) sichert der Ritterschaft die unumschränkte Herrschaft über ihre Untertanen zu.
1793
Gründung des ersten deutschen Seebads in Heiligendamm unter Herzog Friedrich Franz I.
1800-1815
In den Napoleonischen Kriegen werden die mecklenburgischen Staaten besetzt und müssen 1812 Truppen für den Russlandfeldzug Napoleons stellen. Im folgenden Jahr schließen sie sich der Allianz gegen Napoleon an. Nach der Vertreibung Napoleons werden auf dem Wiener Kongreß Europas Grenzen neu festlegt. Schwedisch-Pommern und Rügen werden Preußen zugesprochen. Die Mecklenburger Herrscherhäuser werden Großherzogtümer.
1806-1820
Aufhebung der Leibeigenschaft zuerst in Vorpommern, dann in Mecklenburg. Die ständische Verfassung, die die Bauern zu rechtlosen Tagelöhnern macht, bleibt erhalten. Fast die Hälfte des Landes befindet sich weiterhin in Großgrundbesitz, viele Mecklenburger wandern nach Amerika oder Russland aus.
1825
In Vorpommern und auf Rügen wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt.
1827
Rügen, Kap Arkona, Schinkelturm
Rügen, Kap Arkona, Juni 2013
der Schinkelturm, dahinter der „Neue Leuchtturm”
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
An der Nordspitze Rügens wird der erste Ostsee-Leuchtturm von Karl Friedrich Schinkel, der so genannte „Schinkelturm”, erbaut.
1844
Mecklenburg wird an die Eisenbahnverbindung Berlin-Hamburg angeschlossen.
1850
Mit dem Freiwalder Schiedsspruch erreicht die konservative Ritterschaft die Wiedereinsetzung der alten Ständeverfassung. Damit stagniert die wirtschaftliche und politische Entwicklung.
1871
Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz treten dem neu gegründeten Deutschen Reich bei.
1876
Usedom mit den viel besuchten Seebädern Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf erhält eine Anbindung an die Eisenbahnlinie Berlin-Swinemünde.
1882
Der Korbmacher Wilhelm Bartelmann entwirft in Kühlungsborn den ersten Strandkorb der Welt.Top
1903
Schweden verzichtet auf Wismar, Neukloster und Poel. Diese Gebiete kommen damit endgültig zu Deutschland.
1918
Im Zuge der Novemberrevolution kommt es am Ende des Ersten Weltkrieges auch in Mecklenburg zu Aufständen. Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz begeht Selbstmord, der Schweriner Großherzog Friedrich Franz der IV. dankt ab. Beide Länder werden 1919 Freistaaten der jungen Weimarer Republik, erst jetzt wird der mittelalterliche Ständestaat offiziell abgeschafft.
1934
Vereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten zum Land Mecklenburg.
1938
Bereits in den 1880er-Jahren nimmt die antisemitische Stimmung in den deutschen Seebädern deutlich zu. Ab Anfang der 1930er-Jahre sehen sich jüdische Villenbesitzer gezwungen, ihre Anwesen am Meer zu verkaufen. Wer bleibt, wird spätestens 1938 enteignet.
1939-1945
Während des Zweiten Weltkriegs werden 1942 Rostock, Stralsund und Wismar durch Bomben stark beschädigt. Am Kriegsende gehören Mecklenburg und Pommern zur sowjetischen Besatzungszone und werden zum Land Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst. Durch den Flüchtlingsstrom aus Ostpreußen, Westpreußen und Pommern verdoppelt sich die Einwohnerzahl des dünn besiedelten Flächenlandes.
1946
SED-Logo
Logo der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
Quelle: Wikipedia
Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), entstanden durch den Zusammenschluss von KPD und SPD, gewinnt die Landtagswahlen. Im Rahmen der Bodenreform wird aller Großgrundbesitz über 100 ha entschädigungslos enteignet. Die Bodenreform folgt dem Motto Junkerland in Bauernhand. Ab 1947 heißt das Bundesland nur noch Mecklenburg.
1949
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
1952
Im Zuge der Verwaltungsreform wird Mecklenburg in die drei Bezirke Rostock, Neubrandenburg und Schwerin aufgeteilt. Die SED beschließt den planmäßigen Aufbau des Sozialismus. Die ersten LPGs, landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, werden gebildet. Die Regierung lässt Sperranlagen entlang der Grenze zur Bundesrepublik errichten, die Nationale Volksarmee (NVA) wird aufgebaut.
1953
Im Rahmen der Aktion Rose werden zahlreiche Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Wirtschaftskriminalität eingeleitet. 440 Hotels und Pensionen sowie 181 Gaststätten werden beschlagnahmt, viele Häuser vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) übernommen. Beginn des staatlich organisierten Massentourismus des FDGB. Die Ostseeküste ist die wichtigste Urlaubsregion in der DDR.
1978/79
Rügen erlebt einen Jahrhundertwinter, Wind bis zur Stärke 11 türmt den am 28./29. Dezember sowie 13./14. Februar gefallenen Schnee bis zu 6 m auf, die Versorgung der völlig abgeschnittenen Dörfer erfolgt tagelang aus der Luft.
1989
November: am 9. November fällt die Mauer, die Grenzen zur Bundesrepublik werden geöffnet.
1990
Oktober: Deutsche Wiedervereinigung am 3. Oktober und erste freie Wahlen. Neugründung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit Schwerin als Hauptstadt.
1991
Im Februar demonstrieren rund 50.000 Arbeiter für den Erhalt der angeschlagenen Schiffbauindustrie an der Ostsee. Das Land kämpft mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit von bis zu 30%.
1993
Alleenstraße auf Rügen
Deutschen Alleenstraße, Teilstück auf Rügen, Juni 2013
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Auf der Insel Rügen wird das erste Teilstück der Deutschen Alleenstraße, die vom Ostseebad Sellin bis nach Rheinsberg in Brandenburg führt, eröffnet.
1995
Das 1990 abgeschaltete Kernkraftwerk Greifswald/Lubmin, einst das größte Kernkraftwerk der DDR, wird endgültig stillgelegt. Das atomare Zwischenlager Nord in Lubmin nimmt 1998 den Betrieb auf, mit den Castor-Transporten im Dezember 2010/Frühjahr 2011 hat der Hochsicherheitstrakt seine maximale Aufnahmegrenze erreicht.

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2002
Die Altstädte von Stralsund und Wismar werden von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen. In den Hansestädten Wismar, Rostock und Stralsund ist die Ausstellung „Wege zur Backsteingotik” zu sehen, die größte Kulturausstellung, die es je in Mecklenburg-Vorpommern gab.
2004
Das Nachbarland Polen tritt der EU bei.
2005
Fertigstellung der Ostseeautobahn A20 zwischen Lübeck und Stettin in Polen
2007
G8-Gipfel in Heiligendamm, Teilnehmer
Die Teilnehmer des G8-Gipfels in Heiligendamm
Quelle: Wikipedia, White House photo by Eric Draper
Juni: In Heiligendamm findet vom 6.-8. Juni der G8-Gipfel statt. Die Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs wird von heftigen Protesten begleitet.
2008
Oktober: Die 4,1 Kilometer lange Stahlbeton-Brücke zwischen Stralsund und Rügen wird eröffnet. Diese zweite Strelasundquerung ist die längste Brücke Deutschlands. In Stralsund wird das Ozeaneum eröffnet.
2009/2010
Die in Lubmin am Greifswalder Bodden geplante Einrichtung eines Steinkohlekraftwerks durch den dänischen Energiekonzern Dong Energy wird - zur großen Erleichterung von Anwohnern, Tourismus- und Umweltverbänden - aufgegeben. Im August 2010 übernehmen die bundeseigenen Energiewerke Nord das Kraftwerksvorhaben am Standort Lubmin. Anstelle des Steinkohlekraftwerks soll ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk entstehen.
2012
Die Ostseepipeline Nord Stream transportiert ab 2012 russisches Gas nach Deutschland, in Lubmin trifft sie auf die Küste und führt von hier quer durchs Land. Was die Umweltschützer beklagen, beglückt die Archäologen, die seit Jahren entlang der Trasse graben und auf Kosten von Nord Stream bereits viele archäologisch hoch interessante Funde sowohl in der Ostsee als auch an Land geborgen haben.
2013
Dezember: Das Sturmtief Xaver brachte in der Nacht zum 7.12. mit Werten um einen Meter über dem mittleren Wasserstand in Wismar und Warnemünde sowie 85 Zentimetern in Sassnitz und Greifswald geringere Überschwemmungen als zunächst befürchtet. Auf Hiddensee erreichte der Sturm Spitzengeschwindigkeiten von 167 Kilometer pro Stunde. Bis zu 10.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom.
2016
September: Bei den Landtagswahlen blieb die SPD mit 30,6 Prozent zwar die stärkste Kraft, verlor aber fünf Prozentpunkte. Die CDU sank von 23 auf 19 Prozent, Die Linke von 18,4 auf 13 Prozent und Die Grünen rutschten von zuletzt 8,7 Prozent der Stimmen unter die Fünf-Prozent-Hürde. Damit sind sie nicht mehr im Landesparlament vertreten. Die FDP legte zwar gegenüber der letzten Landtagswahl um 0,2 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent leicht zu, verfehlte jedoch erneut den Einzug in den Landtag. Auch der NPD gelang kein erneuter Einzug in den Landtag, damit ist sie in keinem deutschen Parlament mehr vertreten. Gewinnerin der Wahl ist die rechtspopulistische AfD, die 20,8 Prozent erreichte und damit in das neunte Landesparlament in Deutschland einzieht.

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