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Wappen AltenmarktAltenmarkt im Pongau

In Altenmarkt sind aktuell 2 erkrankte Personen aufhältig. Die beiden Personen wurden mit Samstag (18.07.) und Montag (20.07.) positiv auf Covid-19 getestet, wohnen in einem Haushalt und befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne.
Aktuelle Informationen

Altenmarkt ist im Winter und im Sommer ein gemütlich-familiäres Urlaubsziel, umrahmt von einer zauberhaften Bergkulisse.

Altenmarkt Ort
Altenmarkt, Februar 2015
Blick auf den Ort
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Altenmarkt liegt im Ennspongau im breiten Talboden der Wasserscheide zwischen Enns- und Fritztal einerseits und dem Enns- und Salzachtal andererseits. Es besteht aus den ehemaligen Gemeinden Altenmarkt, Palfen und Sinnhub, die 1936 zur Ortsgemeinde Altenmarkt vereinigt wurden. Seit dem 1. Jänner 2005 gehört es zum politischen Bezirk (Gerichtsbezirk) Sankt Johann im Pongau.

Sehenswertes

Altenmarkt Geschichte

Altenmarkt ist die älteste Siedlung und zugleich Mutterpfarre im salzburgischen Ennstal. Der Siedlungskern liegt am rechten Ufer der Enns.

Römerzeit

Unter Kaiser Claudius (41-54) wurde die Römerstraße von Aquilea (Friaul-Julisch Venetien) über den Lungau, den Radstädter Tauern, durch das Fritz- und Salzachtal nach Juvavum (Salzburg) gebaut. Bei Werfen zweigte eine Nebenstraße ab. Sie führte über Bischofshofen, St. Johann und St. Veit ins Gasteiner Tal und weiter über die Mallnitzer Tauern nach Kärnten.
Auf der römischen Straßenkarte scheint die Straßenstation auf, die mit dem Namen der Enns - „Anisus” - zusammenhängt. Allerdings war eine genaue Lokalisierung bisher nicht möglich.

Mittelalter

Der Schenkungsvertrag des Erzbischofs Gebhard an das Kloster Admont erwähnt 1074 eine Pfarre und eine halbe Hube „Ani”. Zu dieser Zeit führte der Ort den Namen „Radestat” bzw. „Rastat”.
1289 wurde Radstadt zur Stadt erhoben. Der Ortsname sowie zahlreiche Privilegien gingen auf die neue Stadt über. Altenmarkt, das als „antiquum forum Rastat” bezeichnet wurde, wurde von Handel und Warenverkehr abgeschnitten. 1359 noch „Altenrastat” genannt, erhielt der Ort um 1500 seinen jetzigen Namen, allerdings in der Schreibweise „Altenmarkht”.
Unter dem Salzburger Fürst-Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian (1727-1744) kam es 1731/32 zur Emigration der Prostestanten. Nach dem Prinzip des Westfälischen Friedens - „Cuius regio eius et religio” (der Fürst entscheidet über die Religion) - musste etwa die Hälfte der Bewohner der Gebirgsgaue ihre Heimat verlassen.

Neuzeit

Bis in die Neuzeit stand Altenmarkt im Schatten Radstadts. Bis 1948 führte es die Bezeichnung „Altenmarkt bei Radstadt”. Und obwohl der Ortname anderes vermuten lässt, wurde Altenmarkt erst am 24. September 1948 durch die Salzburger Landesregierung zum Markt erhoben. Die Marktgemeinde Altenmarkt im Pongau erhielt damit das Recht zur Führung des Gemeindewappens.

Urkunde Markterhebung
Urkunde der Markterhebung Altenmarkts, 1948
Quelle: Ortschronik Altenmarkt, Bd. I

Die Beatles in Altenmarkt

Ab 13. März 1965 waren die Beatles eine Woche im nahegelegenen Obertauern für die Dreharbeiten zum Film „HELP!“. Außer John Lennon konnte keiner der Beatles richtig Schifahren, so daß für die Schneeszenen Doubles - Schilehrer aus der Gegend - brauchten. (Details)

Beatles in Obertauern mit ihren Doubles
Die Beatles in Obertauern mit ihren Doubles, März 1965
Foto © Tourismusverband Obertauern

Während ihres Aufenthalts kamen die Beatles auch nach Altenmarkt. Das genaue Datum und der Zweck des Besuch liegen leider im Dunkeln der Geschichte. (Quelle: Altenmarkt-Zauchensee Tourismus)

Altenmarkt Fakten

Die Konkurrenz mit Radstadt ist einer Kooperation gewichen, da Radstadt in der Entwicklung leicht verliert, während Altenmarkt gewinnt und wächst.

Bevölkerungs-Statistik

Im Januar 2020 hatte Altenmarkt 4.430 Einwohner, davon 16,7% Nicht-Österreicher und 1.165 Zweitwohnsitze.

Altenmarkt, Bevölkerungs-Statistik 1817-2011
Quelle: Ortschronik Altenmarkt, Bd. I/Statistik Austria

Um den steigenden Wohnungsbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken, wird in Altenmarkt fleißig gebaut.

Neue Häuser in Altenmarkt
Altenmarkt, März 2020
Neubauten entlang der Enns
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Kommunale Einrichtungen

Altenmarkt Gemeindezentrum
Altenmarkt, Februar 2014
Gemeindezentrum
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler
Kindergarten:
Der Kindergarten bietet rund 140 Kindergartenplätze.
Kulturhaus:
Das Kulturhaus wurde 1950 als Feuerwehrhaus errichtet und 1993 zum Kulturhaus umgebaut.
Öffentliche Bücherei:
Die Bücherei befindet sich im 1. Stock (Lift) des Sozialzentrums in der Michael-Walchhofer-Straße 15. Webseite
Seniorenheim:
Das neue Seniorenheim wurde 2007 eröffnet und bietet 70 Bewohnern Platz.
Schulen:
1955 wurde die Hauptschule errichtet, 1974 folgten die Volksschule und die Polytechnische Schule. Weiters gibt es das Musikum Salzburg - Altenmarkt.
Altenmarkt Schulen
Altenmarkt, März 2020
Polytechnische Schule und Volksschule
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Gesundheitversorgung und Sicherheit

In Altenmarkt gibt es das Altenmarkter Gesundheitszentrum mit Tagesklinik und mehreren Fachärzten; einen Sprengelarzt, einen Zahnarzt und zwei Tierärzte sowie eine Apotheke.

Altenmarkt Gesundheitszentrum
Altenmarkt, Februar 2005
Gesundheitszentrum AGZ
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Die nächstgelegenen Krankenhäuser sind das Krankenhaus Schwarzach im Pongau bzw. das Krankenhaus Schladming.
Außerdem befinden sich in Altenmarkt die Polizeiinspektion Altenmarkt, eine Rotkreuz-Station, die Freiwillige Feuerwehr und die Bergrettung.

Wirtschaft

In den 525 Arbeitsstätten Altenmarkts sind 2.222 Personen beschäftigt. Die Arbeitslosenrate liegt bei 6,8%. In den 360 Beherbergungsbetrieben gibt es 5.543 (Sommer)/4.816 (Winter) Gästebetten. Die Bettenauslastung in der Wintersaison 2017/18 lag bei 43,7 %.
Größter Arbeitsgeber ist die Schifabrik Atomic mit 600-850 Beschäftigten, darunter mittlerweile 50-60 Frauen, die vorwiegend aus Osteuropa kommen. Seit 1994 gehört das Unternehmen zum finnischen Konzern AMER Group LTD.

Atomic Austria

Die heute weltgrößte Schifabrik wurde 1955 als Wagnereibetrieb von Alois Rohrmoser (1932-2005) in Wagrain gegründet. 1966 begann die industrielle Schiproduktion, 1971 wurde das Werk in Altenmarkt eröffnet. Heute werden hier jährlich rund 305.000 Paar Alpin- und 72.000 Paar Langlaufski produziert - etwa 50 Paar pro Mitarbeiter und Tag.
Rohrmoser, der als „Macher, kein Zahlenmensch, einer, der noch die Sprache der Arbeiter gesprochen hat” beschrieben wird, verlor 1994 „sein Lebenswerk”. Die ehemalige Gewerkschaftsbank BAWAG Kredite stellte fällig und verkaufte die Konkursmasse an den finnischen Amer-Konzern. Der Konkurs ist umstritten und war möglicherweise nicht notwendig, da eine finanzielle Sanierung möglich gewesen wäre. Der Konkurs war auch Gegenstand des Banken-Untersuchungsausschusses des österreichischen Nationalrates im Jahr 2007.
Etwa 50 Schirennläuferinnen und -läufer wurden und werden von Atomic gesponsert, darunter Olga Pall, Annemarie Moser-Pröll, der Amerikaner Bill Johnson, Marcel Hirscher, Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Daniel Albrecht, Renate Götschl, Michaela Kirchgasser und Hermann Maier.
Im März 2019 übernahm ein chinesisches Käuferkonsortium unter Führung des Sportartikelriesen Anta Sports die finnische Atomic-Mutter Amer Sports - zu dem neben Atomic auch Marken wie Salomon oder Wilson zählen - für mehr als vier Milliarden Euro. Für das Werk in Altenmarkt sieht der Chef der Skifirma Atomic, Wolfgang Mayrhofer, keine Gefahr. „Unser Standort hier ist unschlagbar. Ich habe keine Befürchtungen, dass wir abwandern müssen.”

Politik

Bei den Gemeindevertretungswahlen 2019 (10. März) erhielt die ÖVP 15 Mandate (69,7 %), die SPÖ 3 Mandate (15,3 %) und die FPÖ 3 Mandate (15,0 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 60,1%. Bürgermeister Rupert Winter (ÖVP) wurde mit 92,1 % wiedergewählt. (Quelle: Amt der Landesregierung Salzburg)

Gemeindevertretungswahlen 2014/2019

Bei der Gemeindevertretungswahl 2014 erhielt die ÖVP 13 Mandate (58,9%), die SPÖ 4 Mandate (18,5%) und die FPÖ 4 Mandate (22,6%). Die Wahlbeteiligung lag bei 59,8%. Bürgermeister ist seit 1.9.1997 der Landwirt Rupert Winter (ÖVP).

Weiterführende Literatur/Quellen:

Altenmarkter Ortschronik, Band IMatthias RAINER: Altenmarkter Ortschronik, Band I. Rastat der „Alte Markt” im Ennspongau. 528 S.
Salzburg: Salzburger Druckerei, 1996

1. Geleit- und Vorworte | 2. Einführung, Lage, Größe, Name | 3. Geologische Struktur, Entstehung des Landschaftsbildes. | 4. Das Klima im Gebiet von Altenmarkt/Zauchensee | 5. Natur und Umwelt | 6. Kurzer allgemeiner geschichtlicher Überblick | 7. Die Römerzeit | 8. Frühgeschichte von Altenmarkt | 9. Besiedlung - Höfe - Landwirtschaft | 10. Almen, Viehhaltung alt und neu | 11. Haustypen im Ennspongau | 12. Kleindenkmäler | 13. Forstgeschichte und Forstwesen | 14. Jagd und Fischerei | 15. Bergbau | 16. Kriege und Aufstände | 17. Verkehrswesen, Mittelalter bis Neuzeit | 18. Gesundheitswesen | 19. Gemeinde Altenmarkt bis 1850 | 20. Geschichte, Planung, Bauausführung und Auswirkung der Ennsregulierung für Altenmarkt | 21. Die Geschichte der Zauchbachverbauung

Altenmarkter Ortschronik, Band IIMatthias RAINER: Altenmarkter Ortschronik, Band II. Altenmarkt „Mutterpfarre im Ennspongau”. 536 S.
Salzburg: Salzburger Druckerei, 1996

1. Beiträge zur Pfarrgeschichte Altenmarkt | 2. Schöne Madonna und Pfarrer Reicher von Ettling | 3. Kunstgeschichte der Kirche Altenmarkt | 4. Die große Auswanderung | 5. Die Wiederbesiedlung nach der Emigration | 6. Familienstrategien | 7. Bildungswesen | 8. Volkskultur - Brauchtum - Kunst | 9. Ortsvereine | 10. Sagen aus Altenmarkt | 11. Mundart in Altenmarkt im Ennspongau

Altenmarkter Ortschronik, Band IIIMatthias RAINER: Altenmarkter Ortschronik, Band III. Altenmarkt - Vom Handwerker- und Bauerndorf zum Tourismuszentrum im Ennspongau. 480 S.
Salzburg: Salzburger Druckerei, 1996

1. Gastbctriebe (Wirtsgerechtsame) | 2. Handel, Gewerbe und Industrie seit 1755 | 3. Zeitzeugenberichte dazu | 4. Gemeindewesen ab 1848 | 5. Die Post | 6. Die Eisenbahn | 7. Die Gendarmerie | 8.Geldwesen, Banken | 9. Elektrifizierung | 10. Zwischenkriegs-, NS-, Kriegs- und Nachkriegszeit | 11. Tourismus, Wintersport, Liftbau, Sportvereine | 12. Zeitungsberichte einst und jetzt | 13. Quellen-, Literatur- und Bildgeberverzeichnis

Altenmarkt im PongauJohannes NEUHRADT: Altenmarkt im Pongau - Salzburg. 15 S.
Christliche Kulturstätten Österreichs, Nr. 119
Salzburg: Verlag St. Peter, 2006

Trotz aller Wirrnisse und Schicksalsschläge nennt die Ur- und Mutterpfarre des Salzburgischen Ennstales auch heute noch den stattlichsten Kunstbesitz weitum ihr eigen. Der sakrale Bezirk mit seiner schönen Baugruppe prägt das seit dem Kriegsende total veränderte Ortbild. Dieses wertvolle Vätererbe in christlicher Lebenshaltung zu bewahren und der Zukunft weiter zu erhalten, ist Gabe und Aufgabe unserer Zeit.

20 Jahre Schiparadies ZauchenseeBenedikt SCHEFFER (Hrsg.): 20 Jahre Schiparadies Zauchensee. 32 S.
Salzburg: Graphia Druck- und Verlagsanstalt, [1984]

In diesem Sinne wurde das Gebiet von Zauchensee für die erholungssuchende und sportbegeisterte Bevölkerung und natürlich für die vielen Gäste aus dem Inn- und Ausland erschlossen. Körperliche und geistige Gesundheit als Einheit gedeiht ja am besten in einer reizvollen Umgebung, die zu Bewegung und Aktivität einlädt.

Herrn Vizebürgermeister Peter Listberger (Marktgemeinde Altenmarkt) danke ich sehr herzlich für seine Unterstützung!

Infobox: Altenmarkt auf einen Blick

Gemeindewappen AltenmarktAltenmarkt im Pongau: Land Salzburg, Politischer Bezirk St. Johann im Pongau
Fläche: 48,6 km², 4.430 Einwohner (2020), 91,2 Einwohner/km², 842 m ü. A; PLZ 5541, Vorwahl: +43 (0)6452, Internet
Tourismusverband Altenmarkt-Zauchensee, Sportplatzstraße 6, A-5541 Altenmarkt, Tel.: +43 6452 5511, Email: info@altenmarkt-zauchensee.at, Internet: www.altenmarkt-zauchensee.at

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