Urlaubsregion Altenmarkt-Zauchensee: Tourismus

Bis in die Mitte der 1970er-Jahre dominierte in Altenmarkt-Zauchensee der Sommertourismus. Mit der Entwicklung des Schigebietes Zauchensee gewann ab 1964 der Wintertourismus zunehmend an Bedeutung.

Zauchensee, Weltcuparena
Zauchensee, Februar 2008
Weltcuparena Zauchensee
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Urlaub-Fremdenverkehr-Tourismus

Anfänge im 19. Jahrhundert

Vor dem 19. Jahrhundert gab es keinen Urlaub und keinen Fremdenverkehr - wie der Tourismus früher genannt wurde - im heutigen Sinn. Reisen und Wanderungen erfolgten fast immer aus wirtschaftlichen, beruflichen oder künstlerischen Notwendigkeiten. Eine Ausnahme bildeten Pilgerreisen, Badereisen und Kuraufenthalte.
Das wohl erste „Touristenhandbuch” über die Gegend verfasste 1845 F. C. Weidmann: „Ausflüge und Wanderungen in den Hochtälern des Pongaues, Pinzgaues und Lungaues”. Darin beschreibt Weidmann eine Wanderung von St. Johann über Wagrain nach Altenmarkt:

„Von Reitdorf nach Altenmarkt ist eine starke Stunde. Altenmarkt ist ein namhafter Ort. Er zählt 100 Häuser mit 630 Einwohnern. Die Liebfrauenkirche ist ein schöner altdeutscher Bau.” (F. C. Weidmann, Ortschronik Altenmarkt, Bd. III)

Fremdenverkehr im 20. Jahrhundert

1902 gab der Landesverband für Fremdenverkehr eine Werbeschrift heraus, um Stadt und Land Salzburg als Ganzes darzustellen. Altenmarkt wird erwähnt, wenn auch nur als „Umgebung von Radstadt”, ebenso die umfangreiche Wildbachverbauung im Zauchtal. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam der Fremdenverkehr jedoch völlig zum Erliegen.
In den 1920er-Jahren logierten beim Markterwirt die ersten „Sommerfrischler” aus Wien, Graz, Linz und München. Autobusverbíndungen von Bischofshofen über St. Johann, Wagrain und Altenmarkt nach Radstadt erschlossen das Gebiet.

Altenmarkt, Markterwirt
Altenmarkt, Markterwirt, Februar 2007
Unterkunft der ersten „Sommerfrischler”
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

1930 wurde der Verkehrs- und Wintersportverein gegründet. Der Floridsdorfer Turn- und Spielverein zeigte Interesse an einer Schihütte in Zauchensee. In Altenmarkt wurde ein Schwimmbad gebaut. In der Gemeinde wurden 40 Betten in Gasthöfen und Pensionen und 35 in Privathäusern gezählt.
Nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland gab es ab 1938 eine starke Ausweitung des Fremdenverkehrs, organisiert von der NSDAP-Organisation Kraft durch Freude (KdF). Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam der Fremdenverkehr wieder einmal zum Erliegen.

Tourismus-Entwicklung seit 1955

Ab Mitte der 1950er-Jahre begann der steile Aufstieg des Fremdenverkehrs. Bis 1974 lag in den Nächtigungsziffern der Sommerurlaub vorne, seit 1975 überwiegt der Winterurlaub beträchtlich.

Altenmarkt-Zauchensee, Gäste-Nächtigungen Sommer/Winter, 1962-2012
Quelle: Marktgemeinde Altenmarkt

1951 wurde der Verkehrsverein, dann Fremdenverkehrsverband und jetzt Tourismusverband Altenmarkt-Zauchensee gegründet, der die Entwicklung forcierte und förderte. 1969 wurde ein neues Freibad, 1971 ein Hallenbad, 1973 eine öffentliche Sauna, 1976 eine Tennishalle, 1977/78 das Burgenlandhaus und 1981 das Bundesschischulheim gebaut.
Ohne Tourismus, und vor allem ohne Wintersport, wäre Altenmarkt nicht zu einem wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Zentrum des Ennspongaus geworden.

Schiregion Zauchensee

Schon in den 1930er-Jahren gab es in Zauchensee mehrere Schihütten, allerdings ohne Komfort: Offene Feuerstellen in den Kammern, einfache Pritschen für mitgebrachte Strohsäcke. Zauchensee war nur zu Fuß erreichbar, nur das Gepäck wurde transportiert.

  • Zauchensee 1930er-Jahre

    Zauchensee in den 1930er-Jahren
    Quelle: Ortschronik Altenmarkt, Bd. III

  • Zauchensee 2011

    Zauchensee, Februar 2011
    Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Zauchensee zunächst zum Geheimtipp für anspruchvolle Tourengeher. Anfang der 1950er-Jahre ergriffen schließlich Benedikt „Dikt” Scheffer, Peter Kuchelberg und Adam Gloner die Initiative, das Gebiet als Schigebiet zu entwickeln. 1954 ging mit dem „Stemaglift” der erste Schilift in Zauchensee in Betrieb.
1964 beschloß man, den Betrieb auf eine breitere Basis zu stellen und gründete die Liftgesellschaft. Ein neuer Lift, der Unterberglift, wurde gebaut und auch die heutige Zufahrtsstraße errichtet.

  • Zauchensee, Unterberglift

    Zauchensee, Februar 2007
    Unterberglift
    Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

  • Zauchensee, Rosskopfbahn

    Zauchensee, Februar 2007
    Rosskopfbahn
    Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Entwicklung ging erfolgreich weiter. 1978 wurde mit der Verbindung nach Flachauwinkel die Schischaukel Zauchensee-Flachauwinkel geschaffen. 60 Jahre später stehen hier auf einer Höhe von 1350 bis 2188 Metern über 65 Pisten-Kilometer und 25 moderne Liftanlagen zur Verfügung.

Altenmarkt-Zauchensee

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