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Mecklenburg-Vorpommern:
Hansestadt Wismar - Kirche St. Nikolai

Die Nikolaikirche ist Wismars größter Sakralbau und entstand in Anlehnung an die Marienkirche. Sehenswert sind u.a. der Schifferaltar, der Krämeraltar, der vierflügelige Schnitzaltar, das Triumphkreuz und der Thomasaltar.

Wismar, Kirche St. Nikolai
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Blick von St. Marien
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die dreischiffige Basilika mit Chorumgang und Kapellenkranz ist den Schiffern und Seefahrern gewidmet. Das Mittelschiff mit seinem hochstrebenden, zweigeschossigen Aufbau ist mit 37 Metern das vierthöchste Deutschlands - nach dem Kölner Dom, dem Ulmer Münster und der Lübecker Marienkirche. Die Kirche ist 85 Meter lang und 58 Meter breit - ein gewaltiges Bauwerk.
Mit dem Bau wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Ab 1380 baute Heinrich von Bremen den schlanken Chor mit seinen Strebepfeilern. Hermann von Münster und Peter Stolp errichteten das 1459 geweihte Langhaus. 1703 stürzte der Turm bei einem Orkan ein und zerstörte das Kreuzrippengewölbe des Mittelschiffs sowie große Teile der Inneneinrichtung. Diese wurde danach im Barockstil erneuert.

Wismar, Kirche St. Nikolai
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
An der Grube
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Als einzige Großkirche Wismars überstand St. Nikolai den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Daher wurden hier nach 1945 Kunstwerke aus den zerbombten Kirchen St. Marien, St. Georgen und der Dominikanerkirche aufgestellt.

Sehenswertes

Der Hauptaltar

Der Hauptaltar von 1772 zeigt über der Abendmahlsdarstellung die 1653 entstandene Kopie von Rubens' Kreuzabnahme von Benjamin Block.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Hauptaltar
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Hauptaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Mende-Orgel und die Kanzel

Die Mende-Orgel stammt von Johann Gottlob Mende (1787-1850). Sie hat einen Renaissanceprospekt mit barocken Erweiterungen und 30 Register mit knapp 2000 Pfeifen.

Wismar, Kirche St. Nikolai
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Mende-Orgel, Kanzel
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Kanzel von 1807 ist ein barockes Werk von Johannes von Rehn.

Der Schnitzaltar

Der spätgotische Schnitzaltar (um 1439) stammt aus der Georgenkirche. Im Mittelschrein zeigt er eine Marienkrönung zwischen 40 Fihuren von Aposteln und Heiligen.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Schnitzaltar
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Schnitzaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Mit einer Größe von 10 x 4 Metern im geöffneten Zustand gehört er zu den monumentalsten Flügelaltären an der Ostseeküste.

Christophorus

An der Nordseite der Turmwand befindet sich das monumentale Wandgemälde Christophorus.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Christophorus
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Christophorus
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Grabplatte der Herzogin Sophie von Mecklenburg

Die Grabplatte aus Bronze zeigt im vertieften Hauptfeld ein Hochrelief der 1504 verstorbenen Herzogin. Der Rand wurde gesondert gegossen und zeigt das Wappen und Inschriften. Die Platte wurde vermutlich in Lübeck gegossen und hing ursprünglich in der Klosterkirche der Dominikaner.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Grabplatte
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Grabplatte der Herzogin Sophie von Mecklenburg
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Der Marienschrein

Der Marienschrein aus dem 15. Jahrhundert zeigt Szenen aus dem Marienleben, die Mondsichelmadonna und sechs weibliche Heilige. Er befand sich ursprünglich im Dominikanerkloster.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Marienschrein
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Marienschrein
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Der Thomasaltar

Der um 1500 entstandene Thomasaltar stand ursprünglich im Dominikanerkloster. Gezeigt werden der Apostel Thomas, Thomas von Aquin und Thomas Becket, der Erzbischof von Canterbury. In den Flügeln sind Szenen aus dem Leben und Sterben von Thomas von Aquin zu sehen.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Thomasaltar
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Thomasaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die bronzene Tauffünte

Die 1335 entstandene Tauffünte stammt ursprünglich aus der Marienkirche. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben Jesu. Der Taufkessel wurde in der Lübecker Werkstatt von Johann Spengeter angefertigt. Etwa 100 Jahre später ist das kunstvoll geschmiedete Gitter hinzugekommen.

Wismar, Kirche St. Nikolai, bronzene Tauffünte
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
bronzene Tauffünte, im Hintergrund zwei Terrakottafiguren von Ernst Barlach und Skulpturen von Gerhard Marcks
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Terrakottafiguren von Ernst Barlach (1870-1938) entstanden 1927 als Modelle für den „Fries der Lauschenden”.
Die Skulpturen von Gerhard Marcks (1889-1981) bestehen aus dem „Posaune blasenden Engel” von 1919 und sechs Terrakottamodellen für die „Gemeinschaft der Heiligen” an St. Katharinen zu Lübeck von 1949.

Der Schifferaltar

Der Anfang des 16. Jahrhunderts in einer Wismarer Werkstatt angefertigte Schifferaltar ist der einzige erhaltene mittelalterliche Altarschrein im Bestand der Kirche. Die zentrale Figur ist eine apokalyptische Madonna, sie wird von den Figuren des Nikolaus und Jakobus dem Älteren begleitet. In den beiden Kastenflügeln stehen je vier Heiligenfiguren.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Schifferaltar
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Schifferaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Zusammen mit dem Modell einer hanseatischen Kogge erinnert der Schifferaltar daran, daß St. Nikolai die Kirche der Schiffer und Seefahrer war.

Wismar, Kirche St. Nikolai, hanseatische Kogge
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Modell einer hanseatischen Kogge
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Der Krämeraltar

Der um 1420 geschaffene Krämeraltar ist ein Meisterwerk spätgotischer Holzschnitzkunst. Er befand sich ursprünglich in der Marienkirche. Zu sehen sind die Muttergottes mit Kind im Strahlenkranz, flankiert von den Heiligen Michael und Mauritius. In den Kastenflügeln werden die Geburt Christi, die Beschneidung Jesu im Tempel und die Verkündigung dargestellt.

Wismar, Kirche St. Nikolai, Krämeraltar
Wismar, Kirche St. Nikolai, Juni 2013
Krämeraltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Kirche St. Nikolai, Spiegelberg 14/Frische Grube, Kirchengemeinde St. Nikolai Wismar

Andere Sehenswürdigkeiten in Wismar:

Alter Hafen

Der Alte Hafen war einst das geschäftige Zentrum des hanseatischen Wismar. Sehenswert sind das Baumhaus, das alte Zollhaus, das Wassertor, der Lohberg und das Zeughaus

Marktplatz

Mit genau 100x100 Metern ist der Marktplatz der größte in Mecklenburg-Vorpommern. Sehenswert sind das Rathaus, der „Alte Schwede”, das Reuter-Haus, das Kommandantenhaus und die Wasserkunst

Gotisches Viertel

Erst seit Mitte der 1980er-Jahre wird das Quartier westlich des Marktplatzes „Gotisches Viertel” genannt. Sehenswert sind die Ratskirche St. Marien, das Archidiakonat und der Fürstenhof.

Grube

Die Grube ist einer der ältesten künstlichen Wasserläufe Deutschlands, die durch eine Stadt führen. Sehenswert sind das Gewölbe, die Kirche St. Nikolai, die Schweinsbrücke und das Schabbell-Haus.

Kirche St. Nikolai

Die Nikolaikirche ist Wismars größter Sakralbau und entstand in Anlehnung an die Marienkirche. Sehenswert sind u.a. der Schifferaltar, der Krämeraltar, der vierflügelige Schnitzaltar, das Triumphkreuz und der Thomasaltar.

Heiligen-Geist-Hospital

Das Heiligen-Geist-Hospital in Wismar wurde um 1250 als Armen- und Krankenhaus gegründet. Die rechteckige gotische Saalkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sehenswert sind die bemalte barocke Holzbalkendecke, das gotische Glasfenster und das Fresko „Deo Gracias”.

Lindengarten

Der Lindengarten entstand 1815 auf dem Gebiet der ehemaligen schwedischen Festungsanlage. Sehenswert sind der ehemalige Wasserturm sowie in der Umgebung das Provianthaus und die Große Stadtschule.

Übersicht Wismar