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Mecklenburg-Vorpommern:
Bad Doberan - Münster

Das Doberaner Münster ist eine Perle der norddeutschen Backsteingotik. Sehenswert sind der Innenraum und die Klosteranlage

Bad Doberan, Münster
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Ansicht vom Westen
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Das Bad Doberaner Münster gehört zu den bedeutendsten Bauten der Backsteingotik und ist eine einmalige Symbiose aus gotischem Kathedralbau nach Vorbild der französischen Kathedralen, aus Stilelementen der übrigen Hanseatenkirchen und Prägungen durch die Bauregeln der Zisterzienser. Vorbilder waren die Lübecker Marienkirche, die Nikolaikirche in Stralsund und die Marienkirche in Rostock. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war es die Klosterkirche des Zisterzienser-Klosters Doberan. heute ist es die Kirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan.

Geschichte

Gründungslegende

Nach der Zerstörung der ersten Klostergründung in Althof 1179 erfolgte 1186 die Neugründung in Doberan.
Der Gründungslegende nach soll Fürst Heinrich Borwin I. von Mecklenburg bestimmt haben, das Kloster an dem Ort zu gründen, an dem der erste von ihm erlegte Hirsch zusammenbräche. Das Jagdglück war ihm in einem sumpfigen Gelände hold. Und während die Jagdgesellschaft noch überlegte, ob dies überhaupt ein geeigneter Bauplatz sei, kam ein Schwan herangeflogen und rief „dobr, dobr” (gut, gut). Damit war nicht nur die Standortfrage, sondern auch die Namensgebung entschieden, denn im Slawischen bedeutet „dobr” gut und an Platz.

Bad Doberan, Schwan
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
der Schwan im Klostergarten erinnert an die Gründungslegende
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Bau

1232 stand auf dem Gelände des Klosters ein kleinerer romanischer Vorgängerbau. Im 13. Jahrhundert wurde er durch das neue Münster ersetzt, wobei erhaltene Teile der romanischen Kirche in den neuen Baukörper einbezogen wurden. Um 1280 begann der Bau, 1297 waren der Rohbau und das Dachwerk des gotischen Münsters fertiggestellt, 1301 die erste Bronzeglocke geweiht Am 3. Juni 1368 wurde die Klosterkirche geweiht. Das Münster war die wichtigste landesfürstliche Grablege im Mittelalter, was seine besondere politische Bedeutung unterstrich.

Doberaner Münster
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Reste der romanischen Vorgängerkirche
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Reformation

Das Kloster besaß bis zur Reformation umfangreichen Grundbesitz. 1552 wurde das Klsoter aufgelöst. Dank der Abgeschiedenheit und Bedeutungslosigkeit Bad Doberans gingen die Erneuerungsphasen der Renaissance, des Barock und des Rokoko am Doberaner Münster weitestgehend vorbei. Die heutige Ausstattung entspricht zu 85% der Originalausstattung aller Zisterzienserklosterkirchen.
1549 wurde das Luthertum zur Landeskirche erhoben, das Kloster Doberan fiel nun in den Herrschaftsbereich Schwerins. Bei einer 1552 durch Johann Albrecht I. (1525-1576) initiierten Generalvisitation wurde eine revidierte Kirchenordnung publiziert. Diese neue Ordnung regelte die Säkularisation der Landesklöster und die Einverleibung ihrer Besitzstände in das landesherrliche Domanium. Doberan drohte zum Steinbruch zu verkommen.
Herzog Ulrich von Mecklenburg stoppte diesen Prozess und verhinderte, dass nach dem ersten Abbruch von Teilen der Klausurgebäudes auch noch die Klosterkirche Stein für Stein abgetragen wurde. Er wollte das Münster als Grablege des Fürstenhauses erhalten. 56  Mitglieder des mecklenburgischen Fürstenhauses sind hier begraben. Herzogin Elisabeth, seine Gemahlin, veranlasste die Sanierung des Münsters.

17. Jahrhundert bis heute

1637 wurden die Klosteranlage und das Münster im Dreißigjährigen Krieg geplündert und beschädigt. Bereits ein Jahr später begannen Sicherungsarbeiten am Dach und der Ausstattung des Münsters. Zum Ende des Krieges wurden einige Klostergebäude abgetragen. Während der französischen Besatzung Mecklenburgs durch Napoleon von 1806 bis 1813 wurden die verbliebenen Bauwerke weiter beschädigt, die Klosterkirche als Magazin genutzt.
Zwischen 1829 und 1896 wurde verschiedene Reparaturen und mehrere Umgestaltungen des Innenraums vorgenommen. Die Innengestaltung des Münsters wurde im zeitgenössischen neugotischen Stil verfremdet.
Den Zweiten Weltkrieg überstand das Münster unbeschädigt. In der DDR wurde es von 1962 bis 1984 außen und innen renoviert. Das Münster als herausragendes Beispiel der nordischen Backsteingotik stand auf der Liste nationalbedeutender Denkmäler mit internationalem Kunstwerk in der DDR auf Rang drei.
2002 begannen weitere umfassende Restaurierungsarbeiten. Heute wird das Münster für Gottesdienste, aber auch für Konzerte, Führungs- und Besichtigungsbetrieb genutz. Etwa 200.000 Personen besuchen es pro Jahr.

Doberaner Münster, Klosterstraße 2, 18209 Bad Doberan, Tel. 038203/62716
Öffnungszeiten: Mai bis September: Mo-Sa 9-18 Uhr, So-Fei 11-18 Uhr; März, April und Oktober: Mo-Sa 10-17 Uhr, So-Fei 11-17 Uhr; November bis Februar: Mo-Sa 10-16 Uhr, So-Fei 11-16 Uhr
www.muenster-doberan.de

Sehenswertes

Andere Sehenswürdigkeiten in Bad Doberan:

Doberaner Münster

Die Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters ist eine Perle der norddeutschen Backsteingotik. Sehenswert sind der Innenraum der Kirche und die Klosteranlage.

Der Kamp

Klassizistische Gebäude um die Parkanlage Kamp. Sehenswert sind das Großherzogliche Palais, das Salongebäude, das Logierhaus, das Prinzenpalais und die beiden chinesischen Pavillons.

Bäderbahn „Molli”

Seit 1886 dampft die Mecklenburgische Bäderbahn „Molli” durch Bad Doberan von Kühlungsborn nach Heiligendamm.

Heiligendamm

Friedrich Franz I. gründete hier 1793 Deutschlands erstes Seebad - die „weiße Stadt am Meer”. Sehenswert ist das klassizistische Gebäude-Ensemble.

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