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Mecklenburg-Vorpommern: Hansestadt Wismar

Die Hansestadt mit den imposanten Kirchen und bezaubernden Giebelhäusern ist seit 2002 UNESCO-Weltkulturerbe. Sehenswert sind der Alte Hafen, der Marktplatz, die Kirchen St.Nikolai, St. Georgen, Heiligen-Geist-Kirche und der Marienturm, das Gotische Viertel und die Grube.

Wismar, Alter Hafen
Wismar, Alter Hafen, Juni 2013
Kogge und Speicher erinnern an die Bedeutung als Hansestadt
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Altstadt Wismars ist mit 76 Hektar die größte erhaltene Altstadt im Ostseeraum und ein Flächendenkmal für mittelalterliche Bau- und Lebensweise. Erhalten geblieben sind u.a. das Hafenbecken in seiner Lage und Form (Alter Hafen); der letzte erhaltene künstliche Wasserlauf in einer mittelalterlichen Stadt Norddeutschlands (die durch die Stadt fließende Grube); der mit einem Hektar größte Marktplatz an der Ostsee.

Geschichte

Wismar, 1229 erstmals urkundlich erwähnt, wurde vermutlich von Lübecker Bürgern gegründet. Von 1257 bis 1378 war es der Sitz des Mecklenburgischen Fürstenhauses. Das Lübische Stadtrecht wurde 1266 durch den Mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. bestätigt.

Hansezeit

1259 schlossen in Wismar die Gesandten aus Lübeck und Rostock einen Schutzvertrag gegen die zunehmende Seeräuberei. Damit war der Grundstein für das sich rasch entwickelnde wendische Quartier der Hanse gelegt. Im Jahre 1280 bildete Wismar, das an der Hansischen Ostseestraße lag, zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund. Die Stadt wurde im Mittelalter ein wichtiges Mitglied der Hanse.

Wismar, Speicher
Wismar, Alter Hafen, Juni 2013
mächtige Speicher erinnern an die Hansezeit
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Bedeutende Waren werden umgeschlagen: Weine aus Spanien, Italien und Frankreich, Pelze und Holz aus Russland, Felle aus Norwegen, auch Tuche, Seide und Wolle, vor allem aber Fische und Gewürze, Wachs, Malz und Salz. Der Handel über die Ostsee und ins Binnenland floriert. Wismar wird eine wohlhabende Stadt.
Mit der Entdeckung der Neuen Welt und der Verlagerung der Handelsrouten verliert die Hanse im 16. Jahrhundert an Bedeutung.

Schwedenzeit

Im Dreißigjährigen Krieg wird Wismar 1632 von Schweden erobert. Im Westfälischen Frieden von 1648 fällt es zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als kaiserliches Lehen an die schwedische Krone.
1675 wird es im Schonischen Krieg von dänischen Truppen angegriffen und bis 1680 von den Dänen besetzt. Mit dem Einzug des schwedischen Grafen Königsmarck als Vertreter des schwedischen Königs wird Wismar wieder ein Teil Schwedens. Die Schweden bauen die Stadt zu einer der stärksten Seefestungen Europas aus. Nach der schwedischen Niderlage im Nordischen Krieg werden die Anlagen 1716 geschleift.
1803 verpfändet Schweden „Stadt und Herrschaft Wismar” für 1.250.000 Taler auf 100 Jahre dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin. Da das Pfand aber nicht eingelöst wird, wird Wismar 1903 endgültig ein Teil Mecklenburgs.

Wismar, Schwedenköpfe
Wismar, Alter Hafen, Juni 2013
die „Schwedenköpfe” vor dem Baumhaus erinnern an die Schwedenzeit
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Wismar war als Marinestützpunkt, der Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar und der Dornier-Flugzeugwerft ein bedeutender Rüstungsstandort an der Ostseeküste. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus den besetzen Gebieten wurden in den Werken eingesetzt. Bei den insgesamt 12 Bombengriffen der britischen und amerikanischen Luftwaffe zwischen 1940 und 1945 wurden zahlreiche historische Gebäude beschädigt oder zerstört. Der militärisch wahrscheinlich nutzlose letzte Fliegerangriff vom 14./15. April 1945 traf vor allem die Innenstadt mit Marien- und Georgenkirche.
Am 2. Mai 1945 wurde Wismar von britischen und kanadischen Truppen befreit und am 1. Juli an die Rote Armee übergeben.

    Relikte der NS-Zeit (Details):
  • Flugplatz Wismar/Norddeutsche Dornier-Werke (heute: Industriegebiet): Industriegebiet Wismar
    Flugzeugfabrik und Werkflugplatz; teilweise erhalten
  • Werkssiedlung Wismar-Dargetzow: An der Berberwiese/Süße Lotte/Am Kronskamp
    Wohnraum für die Belegschaft der Rüstungsbetriebe; erhalten

DDR - Gegenwart

1952 wurde Wismar nach Auflösung der Länder dem Bezirk Rostock zugeschlagen. Es stieg zum zweiten Hafen der DDR nach Rostock auf. Der Hafen spezialisierte sich auf den Umschlag von Massengütern. Mit der Gründung eines Schiffsreparaturbetriebes der Roten Armee entstand eine Werftindustrie, die teilweise auch nach der Wende weiterbestehen konnte.

Wismar, Überseehafen
Wismar, Überseehafen, Juni 2013
Werftgelände am Überseehafen
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Ab 1991 wurde die Altstadt Wismars im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert und 2002 gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund in das UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Namen „Historische Altstädte Stralsund und Wismar” aufgenommen.

Sehenswertes

Infobox Wismar

Wappen WismarLandkreis Nordwestmecklenburg, 42.000 Einwohner
Tourist-Information Wismar, Am Markt 11, 23966 Wismar, Tel. 03841/19433
Öffnungszeiten: April-Oktober Mo-Sa 10-18 Uhr, So 10-16 Uhr; November-März Mo-So 10-16 Uhr
Internet: www.wismar.de

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