Wappen FlorenzToskana—Florenz: Santa Croce

Die gewaltige Franziskanerkirche Santa Croce war zur Zeit ihrer Vollendung eines der größten Gotteshäuser der Christenheit. Der Glockenturm entstand erst 1847, die neugotische Fassade erhielt sie zwischen 1853 und 1863.

Toskana: Florenz - San Lorenzo
Florenz, Piazza Santa Croce, April 2000
Santa Croce
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Santa Croce [Kirche]

Der Vorgängerbau wurde bereits kurz nach dem Tod des Heiligen Franziskus (1226) im Osten der Stadt errichtet. Nach Plänen von Arnolfo di Cambio (1240-1310) wurde 1295 der Neubau begonnen. Das Querhaus war um 1300, das Langhaus um 1385 vollendet. Der Pabst unterstützte den jungen Franziskanerorden finanziell durch Urkunden über einen Sündenstraferlass, den sogenannten Ablass. Denn der Orden war ein wichtiges Element in der Machtpolitik der Päbste. 1443 wurde die Kirche von Kardinal Bessarion in Anwesenheit von Pabst Eugen IV. eingeweiht. Pabst Pius IX. legte 1857 den Grundstein für die Vollendung der Fassade. Sie geht auf einen Entwurf von Nicoló Matas zurück. Der farbige Marmor für die Verkleidung wurde von dem englischen Protestanten Sir Francis Sloane-Stanley bezahlt.

Toskana: Florenz - Santa Croce
Florenz, Santa Croce, Juni 2015
Blick von der Piazzale Michelangelo
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Innenraum

Der Innenraum überwältigt mit seiner Weiträumigkeit und einer Tiefe von 116 Metern und einer Breite von 19,5 Metern. Damit übertrifft er Santa Maria Novella, die Kirche des konkurrierenden Dominikanerordens.
Santa Croce ist die an Kunstwerken reichste Florentiner Kirche und eine Art Pantheon der Florentiner: Lorenzo Ghiberti, Galileo Galilei, Michelangelo Buonarotti, Niccolo Macchiavelli und Giacomo Rossini liegen hier begraben, Dante wurde, wenn auch erst 1829, als verspätete Wiedergutmachung ein leeres Grabmonument errichtet. Aber auch andere wohlhabenede Florentiner Bürger wurden in Santa Croce begraben, so daß es in der Kirche fast 300 Grabplatten gibt.
Bemerkenswert sind auch die von zahlreichen Künstlern gemalten Fresken in den Kapellen. Nicht versäumen sollte man die marmorene Kanzel von Benedetto da Maiano mit den fünf skulpturalen Darstellungen aus dem Leben des heiligen Franziskus und das Verkündigungsrelief von Donatello im rechten Längsschiff, ein Höhepunkt der frühen Florentiner Renaissance.

Santa Croce, Piazza Santa Croce, Mo-Sa 9:30-17 Uhr, So/Fei 14-17 Uhr (März-Okt); www.santacroceopera.it
Kunstwerke von: Arnolfo di Cambio, Niccoló Matas, Agnolo Gaddi, Giotto di Bondone, Taddeo Gaddi, Bernardo Rossellino, Desiderio da Settignano, Giorgio Vasari, Maso di Banco, Donatello, Filippo Brunelleschi, Luca della Robbia, Giovanni Cimabue

Umgebung

Bibliotheca Nazionale Centrale [Sehenswertes Gebäude]

Toskana: Florenz - Bibliotheca Nazionale Centrale
Florenz, Bibliotheca Nazionale Centrale, Juni 2015
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

In der Nähe von Santa Croce liegt die von 1911-1935 erbaute Nationalbibliothek. Ihr Bestand zählt vier Millionen Bücher, rund 25.000 Manuskripte sowie Briefe, Dokumente, 3800 Inkunablen und Blätter von Musikwerken. Interessant sind die mehr als 600 Atlanten und rund 1.500 Karten. Besonders wertvoll ist die wohl älteste bekannte Abschrift der „Göttlichen Komödie” von Dante aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, Handschriften von Galilei sowie Messbücher und Bibelausgaben aus der Zeit vor der Erfindung des Buckdrucks. Die ältesten Werke stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Bibliotheca Nazionale Centrale, Piazza Dei Cavalleggeri 1, Webseite (ital.)

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