Wappen FlorenzToskana: Florenz

Wohl kaum eine andere Stadt beeindruckt den Besucher mit der Dichte ihrer Sehenswürdigkeiten so sehr wie Florenz: Bauwerke aus der Romanik, Gotik, Renaissance, Sklupturen, Statuen und Gemälde, verteilt auf zahlreiche Kirchen und Museen.

Toskana, Florenz
Florenz, Juni 2015
Blick von Fiesole
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Auf nur 1000 mal 1000 Metern konzentrieren sich die Sehenswürdigkeiten auf die engen Gassen der Altstadt und die weiten Plätze am Arno. Leicht und am besten zu Fuß erreichbar.
Aber es gibt auch das moderne Florenz mit Boutiquen, ausgezeichneten Restaurants, einem breit gefächerten Kulturleben. Und es lässt sich herrlich durch die Gassen bummeln und über die weiten Plätze flanieren.

Florenz Sehens­würdigkeiten

Für einen ersten Überblick lassen sich die Sehenswürdigkeiten leicht an zwei Tagen besichtigen. Für eine genauere Betrachtung und den Besuch der zahlreichen Museen und Kirchen ist natürlich entsprechend mehr Zeit erforderlich.

Florenz Geschichte

59 v.Chr.

Florenz wird unter Caesar in Nachfolge des zerstörten Fiesole als römische Veteranenkolonie gegründet. Der Ort liegt im Schnittpunkt dreier Verkehrsachsen: der Via Cassia von Rom nach Fiesole, der Via Pisana von Pisa nach Spina und der Via Volterrana von Voltera nach Fiesole.

250 n.Chr.

Der heilige Minias erleidet auf einem Hügel außerhalb der Stadt das Matyrium, über seinem Grab wird die Kirche San Miniato al Monte errichtet.

393

Florenz wird zum Bischofssitz, die Kirche San Lorenzo wird zur Kathedrale geweiht.

ab 568

Die Langobarden begründen das Herzogtum Tuscia, Residenz wird allerdings Pisa.

774

Karl der Große (747-814) macht Tuscia zur fränkischen Markgrafschaft. Florenz erhält einen neuen Maurerring bis zum Arno, die Einwohnerzahl steigt auf 15.000.

1055

Florenz erlangt unter Kaiser Heinrich III. (1017-1056) die Reichsunmittelbatkeit und schafft sich bis 1125 ein eigenes Territorium.

ab 1215

Die Auseinandersetzungen zwischen den kaisertreuen Ghibellinen und den pabsttreuen Guelfen destabilisieren die innenpolitische Lage.

1250

Nach einem Volksaufstand übernimmt eine bürgerliche Regierung unter dem Capitano del Popolo (Stadthauptmann) die Regierungsgeschäfte. Die Kommune prägt einen Golddukaten, der sich unter dem Namen Florenus (Florentiner) in ganz Europa verbreitet.

1282-1293

Die bürgerlich-republikanische Regierung konsolidiert sich. Die Signoria, das durch Los- und Wahlverfahren bestimmte Kollegium, bildet die Stadtregierung. Von daher hat die Piazza della Signoria (Rathausplatz) ihren Namen.

1302

Dante Alighieri (1265-1321), der Verfasser der „Göttlichen Komödie”, wird als Anhänger der Weißen Guelfen auf Lebenszeit aus Florenz verbannt und fünf Jahre später in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

1333

Die Arno-Überschwemmung zerstört viele Brücken, darunter die Ponte Vecchio und Bauwerke.

1348

Eine große Pestepedemie halbiert die Einwohnerschaft.

1378

Durch den Aufstand der Ciompi (Wollschläger) kommt es zu einer kurzen Regierung des Volkes und der niederen Zünfte. Aber in der Verfassung von 1380 legen die oberen Zünfte ihre Vormachtstellung ein für allemal fest.

1406

Mit der Unterwerfung Pisas und dem Erwerb der Häfen Livorno und Portopisano baut Florenz seine Vormachtstellung aus.

ab 1434

Herrschaft der Medici, begründet von Cosimo de’ Medici „il Vecchio“ (Cosimo der Ältere, 1434-1464).

1464-1469

Piero de’ Medici „il Gottoso“ (der Gichtige).

1469-1492

Florenz erlebt unter Lorenzo de’ Medici „il Magnifico“ (der Prächtige) höchste wirtschaftliche und kulturelle Blüte.

1478
Sandro Botticelli, Porträt des Giuliano de’ Medici
Sandro Botticelli, Porträt des Giuliano de’ Medici (um 1476-78, Gemäldegalerie Berlin)
Quelle: Wikimedia Commons

Ziel der sog. Pazzi-Verschwörung war, die herrschende Familie Medici durch die Ermordung ihres Oberhaupts Lorenzo de' Medici und seines Bruders und Mitregenten Giuliano I. de’ Medici zu entmachten. Pabst Sixtus IV. war ein Feind der Medici und hatte mit Finanzierung durch die Pazzi-Bank die Herrschaft über die Festung Imola an der Grenze zwischen der Toskana und dem Kirchenstaat erlangt. Als Gegenleistung übertrug Sixtus den Pazzi das Monopol für die Alaun-Minen von Tolfa. Alaun war ein wichtiges Beizmittel in der Textilfärberei, die ihrerseits ein wichtiger Bestandteil des Textilhandels und damit der Florentiner Wirtschaft war. Der durchaus bekannte Plan wurde am Ostersonntag, dem 24. April, im Dom Santa Maria del Fiore ausgeführt. Allerdings wurde nur Giuliano ermordet, während Lorenzo sich retten konnte.
Der politische Konflikt mit Rom entspannte sich erst 1480 nach mehreren diplomatischen Schachzügen Lorenzos.

1492-1494

Piero II. de’ Medici, Savonarola.

1494-1498

Gottesstaat unter dem Dominikaner Fra Girolamo Savonarola (1452-1498), der ein asketisches Leben in Buße sowie religiöse und politische Reformen fordert. Auf Betreiben von Pabst Alexander VI. wird er gefangen genommen und öffentlich hingerichtet.

1502-1512

Republikanische Stadtregierung unter Pietro Soderini.

1512-1527

Rückkehr der Medici. Gulio de’ Medici übernimmt die Herrschaft. 1523 wird er als Klemens VII. zum Pabst gewählt, sein Stellvertreter Kardinal Passerini übt die Herrschaft in Florenz aus.

1529

Truppen von Kaiser Karl V. besetzen Florenz und beenden die Republik.

1532-1537

Alessandro de’ Medici wird von Kaiser Karl V. zum Herzog von Florenz ernannt. 1536 heiratet er Margherita von Österreich-Parma, eine Tochter des Kaisers. Wegen seiner tyrannischen Herrschaft wird er von Lorenzino de’ Medici ermordet.

1537-1587

Cosimo de’ Medici beginnt mit dem Bau der Uffizien als Behördensitz. Seine Gattin Eleonora macht den Palazzo Pitti zur prächtigen Residenz der Medici-Fürsten. 1569 wird Cosimo von Pabst Pius V. zum Großherzog der Toskana ernannt.

1587-1609

Großherzog Ferdinando I. de’ Medici errichtet die Fortezza de Belvedere und die Fürstenkapelle als Anbau von San Lorenzo.

17./18. Jahrhundert

Durchschnittliche und schwache Herrscher aus dem Haus der Medici führen zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage von Florenz. Die Woll- und Seidenindustrie kommt zum Erliegen.

1737

Das Großherzogtum Toskana fällt an Herzog Franz Stephan von Lothringen, ab 1745 als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1736 Gemahl der Erzherzogin Maria Theresia von Österreich.

1765-1790

Der aufgeklärte Großherzog Peter Leopold führt zahlreiche Reformen durch: Abschaffung der Zünfte und der der kirchlichen Privilegien, der Todestrafe, Folter und Inquisition, Neuverteilung großer Güter. 1790 verlässt er als Kaiser Leopold II. die Toskana. Sein Bruder und Nachfolger, Großherzog Ferdinand III. muß 1797 vor den französischen Truppen fliehen.

1796-1814

Die Toskana ist Teil des französischen Kaiserreiches unter Napoleon I. Nach dem Wiener Kongress kehrt Ferdinand III. wieder als Großherzog nach Florenz zurück.

1860

Per Volksabstimmung treten Florenz und die Toskana dem Königreich Sardinien-Piemont bei. Bis 1871 ist Florenz die Hauptstadt des Königreiches.

1871-1922

Mit der Verlagerung des politischen Zentrums nach Rom verliert Florenz an Bedeutung. Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich, die sozialen Spannungen nehmen zu.

1922

Die Faschisten kommen an die Macht.

1943

Deutsche Truppen besetzen nach der Absetzung Mussolinis Florenz, das daraufhin von der amerikanischen Luftwaffe bombardiert wird.

1944

Bei ihrem Abzug zerstören die Deutschen alle Brücken über den Arno, mit Ausnahme der Ponte Vecchio.

1946

Die Florentiner votieren für die Republik Italien.

1966

Bei der schweren Flutkatastrophe vom 4. November mit einer Fließgeschwindigkeit von 120 km/h stehen Straßen, Wohnungen, Museen und Bibliotheken bis zu sechs Meter unter Wasser. 121 Menschen sterben in den Fluten, zahlreiche Kunstschätze werden schwer beschädigt.

1968

Im europaweiten Studentenaufstand kommt es auch in Florenz zu politischen Unruhen.

1970er-1980er-Jahre

Das Monster von Florenz ermordet in der Umgebung der Stadt acht Liebespaare. Trotz umfangreicher polizeilicher Ermittlungen wird der Fall nie völlig aufgeklärt.

1981

Das historische Zentrum wird in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen.

1986

Florenz wird zur Europäischen Kulturhauptstadt gewählt.

1993

Bei einem Bombenanschlag der Mafia am 27. Mai werden sechs Menschen getötet und etwa 30 verletzt. Durch die Schäden an den Uffizien werden zahlreiche Kunstwerke zerstört oder beschädigt.

2009

Matteo Renzi (*1975) wird als einer der jüngsten Bürgermeister Italiens gewählt. Seit Februar 2014 ist er Ministerpräsident der italienischen Republik.

2013

Eine Modeschau des Designers Stefano Ricci in den Uffizien empört die Florentiner über die zunehmende Kommerzialisierung der italienischen Hochkultur.

Florenz auf einen Blick

Wappen Florenz Provinz Florenz (FI), lokaler Name: Firenze, Einwohner: Florentiner (Fiorentini), Webseite (ital./engl.)
377.000 Einwohner (2013), 102 km², 3.698 Einwohner/km², 50 Meter ü.d.M.
PLZ 50100, Vorwahl 055, ISTAT-Nummer: 048017
Touristeninformation: Via Camillo Cavour 1r, Tel. +39 055 290832, Internet, Mo-Sa 8:30-18:30 Uhr, So 8:30-13:30 Uhr
UNESCO-Weltkulturerbe (historisches Zentrum, 1982)

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