Fahne NorwegenNorwegen: Landeskunde

Norwegen nimmt den nordwestlichen Teil der Skandinavischen Halbinsel ein, fast ein Drittel seiner Fläche liegt jenseits des nördlichen Polarkreises. Zwei Drittel seiner Fläche sind Berge. Die Bevölkerungsdichte ist mit 13 Einwohnern/km² gering, wobei die südlichen und westlichen Küsten- und küstennahen Regionen relativ dicht, der Norden deutlich dünner besiedelt ist.

Norwegen Geografie

Im Norden grenzt Norwegen an die Barentssee, einen Meeresarm des Nordpolarmeeres, im Nordosten an Finnland (729 km) und Russland (196 km), im Osten an Schweden (1.619 km), im Süden an das Skagerrak und die Nordsee und im Westen an das Europäische Nordmeer, das in Norwegen auch Norwegensee genannt wird.

Karte Norwegen

Zu Norwegen gehören auch die Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) und die Vulkaninsel Jan Mayen (nordöstlich von Island im Nordpolarmeer).
Die unter norwegischer Verwaltung stehende Bouvet-Insel (Bouvetøya), eine unbewohnte Insel im südlichen Atlantischen Ozean südwestlich vom Kap der Guten Hoffnung wird als „biland” („Nebenland”) bezeichnet und gilt nicht als Teil Norwegens. Die neun Kilometer lange und maximal 7,5 Kilometer breite Vulkaninsel ist zu 92% von Gletschern bedeckt. Sie zählt zu den am schwersten erreichbaren und damit einsamsten Inseln der Welt, nur von Pinguinen, Seevögeln und Robben bewohnt. Es gibt nur eine einzige Bucht, in der Schiffe anlegen können. Die Insel wurde 1739 vom französischen Seefahrer Jean-Baptiste Charles Bouvet de Lozier (1705-1786) entdeckt, eine Anlandung gelang erst 1822.
Die Peter-I.-Insel (Peter I Øy) im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land (Dronning Maud Land) in der Antarktis werden von Norwegen als biland beansprucht. Der Anspruch wird international nicht anerkannt.

Norwegen ist ein langgestrecktes Land - 1750 Kilometer Luftlinie von der Südspitze bis zum Nordkap, maximale Breite rund 450 Kilometer. Wenn man das Land um die Südspitze drehen könnten, läge das Nordkap im Mittelmeer. Die Fläche des norwegischen Festlandes entspricht ungefähr der von Großbritannien, Italien oder Japan. Norwegen ist ein überaus gebirgiges Land, etwa zwei Drittel der Fläche sind Berge.

Die Länge der Küstenlinie beträgt aufgrund der zahlreichen Buchten und Fjorde etwa 25.000 Kilometer. Vor der Küste liegt der aus mehr als 50.000 Inseln bestehende Schärengürtel, der sich nach Norden allmählich auflöst, während die Meeresbuchten, Sunde und Fjorde immer tiefer ins Landesinnere greifen. Die größte Inselgruppe bilden die Lofoten, deren schroffe Felsen etwa 200 Kilometer weit in das Europäische Nordmeer hineinragen.

Norwegen Verwaltung

Norwegens Provinzen
Verwaltungsgliederung von Norwegen
Quelle: Wikipedia By TUBS [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Norwegen ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) mit 431 Kommunen gegliedert, die zu fünf statistischen Regionen (landsdel, dt. Landesteil) zusammengefasst sind:

  • Ostland (Østlandet): Telemark, Buskerud, Hedmark, Oppland, Akershus, Oslo, Vestfold, Østfold;
  • Südland (Sørlandet): Vest-Agder, Aust-Agder;
  • Westland (Vestlandet): Møre og Romsdal, Sogn og Fjordane, Hordaland, Rogaland;
  • Nordnorwegen (Nord-Norge): Finnmark, Troms, Nordland;
  • Trøndelag: Nord-Trøndelag, Sør-Trøndelag

Svalbard und Jan Mayen stehen zwar außerhalb der Provinzstruktur und haben auch keine Gemeinden, sind jedoch unmittelbare Bestandteile des Königreichs Norwegen.

Norwegen Fakten

Norwegen Lage
Norwegen: Lage in Europa
Quelle: The World Factbook 2013-14 (PD)

Wahlspruch: Alt for Norge („Alles für Norwegen“)
Fläche: 323.759 km² (60); Einwohner: 5.252.000 (2016); Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²; Zeitzone: UTC+1 (MEZ); Kfz-Kennzeichen: N; Telefon-Vorwahl: +47; Internet-TLD: .no
Notruf-Nummer: 112 (Polizei), 113 (Notarzt)
Verwaltung: 19 Provinzen (fylker) in 5 statistischen Regionen (landsdel) mit 431 Kommunen; Städte (Auswahl): Oslo (Hauptstadt seit 1299) 623.300, Bergen 267.900, Trondheim 179.700, Stavanger 129.200, Tromsø 70.400
Währung: 1 Norwegische Krone (NOK) = 100 Øre, 1 EUR = 0,00 NOK (24. 01. 2019);
Amtssprache: Norwegisch (Bokmal, Nynorsk); Minderheiten: Samisch, Finnisch; Religion: 81% Lutheraner, 4% andere Protestanten, 1% Katholiken, 1,5% Muslime
Nationalfeiertag: 17. Mai (Verfassungstag) -> alle Feiertage
Diplomatische Vertretungen
Internet: www.visitnorway.com

UNESCO Welterbe

  • Stabkirche von Urnes (K/1979)
  • „Bryggen” (Hafenstadt von Bergen) (K/1979)
  • Bergen, Bryggen
    Bergen, Bryggen, Mai 2004
    Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)
  • Bergbaustadt Røros und Umgebung (K/1980; 2010 erweitert)
  • Felszeichnungen von Alta (K/1985)
  • Vega-Archipel (K/2004)
  • Struve-Bogen: Der skandinavisch-russische Meridianbogen ist eine Gradmessung aus einem langgestreckten Netz geodätischer Vermessungspunkte (K/GÜ/2005)
  • Westnorwegische Fjorde - Geirangerfjord und Næerøyfjord (N/2005)
  • Rjukan-Notodden Industrie-Erbe-Stätten (K/2015)

K=Kulturdenkmal, N=Naturdenkmal, =grenzüberschreitend, (Jahr)=Jahr der Aufnahme

Norwegen Bevölkerung

Etwa 75% der Bevölkerung Norwegens leben in den größeren Städten, 25% in den ländlichen Gebieten. Es gibt ein erhebliches Gefälle zwischen den relativ dicht besiedelten südlichen und westlichen Küsten- und küstennahen Regionen und dem deutlich dünner besiedelten Norden des Landes. Auch gibt es ein deutlicheres Gefälle zwischen den stärker besiedelten Küstenregionen und dem Landesinneren mit kaum bewohntem Hochland und teilweise sehr dicht besiedelten Tälern.

85–90 % der Bevölkerung schreiben Bokmål (wörtlich: „Buch-Sprache“) oder Riksmål (deutsch: Reichsnorwegisch, ohne offiziellen Status), 10–15 % schreiben Nynorsk („Neu-Norwegisch”), seit 1885 die offizielle zweite Schriftsprache. In der Schule werden beide Sprachen unterrichtet.

Norwegen Klima

Norwegen liegt in etwa auf der nördlichen Breite von Alaska, hat aber aufgrund des mäßigenden Einflusses der warmen Gewässer des Nordatlantischen Stromes (eine Verlängerung des Golfstromes), der entlang der norwegischen Atlantikküste fließt, ein viel milderes Klima. Auf den vorgelagerten Inseln und in den Tieflandgebieten herrscht überwiegend maritimes Klima. Die Winter in Norwegen sind vergleichsweise mild, die Sommer relativ kühl. In Trondheim liegt die mittlere Temperatur im Januar bei -3,5 °C und im Juli bei 14 °C, in Oslo bei -4,7 °C im Januar und 17,3 °C im Juli.

Das ganze Jahr über fällt viel Niederschlag. An der Küste beträgt die jährliche Niederschlagsmenge etwa 870 Millimeter.

Vegetation

Norwegen, das sich über mehr als 12 Breitengrade erstreckt, weist die unterschiedlichsten Vegetationszonen auf, von Laubwäldern bis zur arktischen Tundra. Aber auch die unterschiedlichen Höhenlagen und der Golfstrom haben Auswirkungen auf die Vegetation.

Sommergrüne (nemorale) Laubwälder

Die noch im südlichen Schweden häufig vorhandenen nordeuropäischen Laubwälder gibt es in Norwegen nur noch im äußersten Süden, in der Region um Mandal und Kristiansand. Hier finden sich Eichen, Buchen, Eschen und Linden.

Nordeuropäische Mischwälder

In den östlichen Regionen Norwegens bestehen sie hauptsächlich aus Fichten, in den westlichen Regionen aus Kiefern. Höhenlagen von mehr als 400 Metern werden nicht erreicht.

Boreale Nadelwälder

Diese „vom Nordwind geprägte” Zone (boreale Zone) wird in Asien Taiga genannt. Sie erstreckt sich von den südlichen Gefilden bis in den hohen Norden über weite Teile des Landes. Hier finden sich neben Fichten und Kiefern auch Espen, Birken und Weiden. Sie erreichen Höhenlagen von 400-900 Metern, in den Bergregionen des norwegischen Binnenlandes auch bis zu 1200 Metern. Nördlich des Polarkreises gedeihen diese Wälder in Höhen von 100-350 Metern.
Im Bezirk Porsanger (Finnmark) befindet sich der nördlichste natürliche Kiefernbestand der Welt.

Tundra

Tundra („unbewaldeter Hügel”) findet sich in verschiedenen Ausprägungen jenseits der Baumgrenze. Zu unterscheiden sind die alpine Tundra - die Bäume fehlen aufgrund der großen Höhe - und die arktische Tundra, für die die extremen nördlichen Breiten verantwortlich sind. Nur die widerstandsfähigsten Gras- und Zwergsträucher können hier gedeihen, in den nördlichsten Regionen und in großer Höhe sind es dann nur noch Flechten und Moose.

Fauna

Norwegen ist die Heimat zahlreicher mitteleuropäischer Landsäuger wie Bär, Luchs oder Wolf, aber natürlich auch der Elche und Rentiere. Eisbären gibt es nur auf Svalbard (Spitzbergen), während der Polarfuchs dort und in den entsprechend kalten Regionen vorkommt.
In den norwegischen Gewässern finden sich Dorsch, Kabeljau und Hering, Schellfische, Makrelen und Seelachse. Am bekanntesten ist wohl der Atlantische Lachs (Salmo Salar), der nach mehreren Jahren im Meer zum Laichen an seinen Geburtsort zurückkehrt. Norwegen ist aber auch die weltgrößte Produzent von Zuchtlachsen.

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