Norwegen

Fahne NorwegenBergenbahn

Die Bergenbahn durchquert fast alle Landschaftsformen und bietet Norwegen „en miniature”.

Bergenbahn
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Zug Richtung Bergen im Bahnhof von Oslo
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Auf 516 Kilometern, durch rund 200 Tunnel und über mehr als 300 Brücken überwindet die Bergenbahn (Bergensbane) 1237 Höhenmeter auf ihrer etwa sechsstündigen Fahrt von Oslo nach Bergen, vier bis fünf Mal täglich.

Strecke und Bahnhöfe

Fast alle Landschaftsformen Norwegens rauschen wie im Zeitraffer vorüber: das hügelige Wald- und Wiesenland des unteren Hallingdal, die dunkelgrünen Berghänge des Hemsedal, die Kältesteppe der Hardangervidda, die Tundrasteppe des Hardangerjøkulen und das satte Grün des Fjordlandes ab Voss.

Karte Bergenbahn
Karte mit Streckenverlauf der Bergenbahn
Quelle: Wikipedia

Das hügelige Wald- und Wiesenland des unteren

Bergenbahn
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Ansiedlung im Hallingdal
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)
Bergenbahn
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Entlang des Tyrisfjordøn
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Das 2500 Einwohner zählende, 3 Kilometer lange Straßendorf Gol ist Handelszentrum, Verkehrsknotenpunkt und Wintersportgebiet.

Bergenbahn Gol
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Bahnhof von Gol
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Geilo gehört zu den ganz großen und bekannten Schiorten des Landes. 100 Kilometer geräumte Winterwanderwege, 500 Kilometer präparierte Loipen und drei Dutzend Pisten warten auf die Urlauber.

Bergenbahn Geilo
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Bahnhof von Geilo
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)
Bergenbahn Geilo
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
zwischen Geilo und Ustaoset
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Haugastøl ist der Startpunkt des Rallarvegen. Der alte Transportweg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts während des Baus der Bergenbahn angelegt.

Bergenbahn Haugastøl
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
bei Haugastøl
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Finse ist mit 1222 Metern Nordeuropas höchste Bahnstation. In dem straßenlosen Dorf gibt es ein Hotel und ein Restaurant.

Bergenbahn Finse Bahnhof
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
der Bahnhof von Finse
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)
Bergenbahn Finse Hotel
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
„1222” ist das einzige Hotel in Finse
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Die Hardangervidda ist eine arktische Wüste. Hier haben die Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen einst ihre Ausrüstung getestet.

Bergenbahn Hardangervidda
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Hardangervidda
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

In Myrdal trifft die Bergenbahn auf die berühmte Flåmsbana. Durch 20 Tunnels und mit 5% Steigung fährt die Bahn in 50 Minuten von Flåm auf Meeresniveau 868 Meter hoch nach Myrdal. Die 1935-1938 gebaute Bahn dient heute nur dem Tourismus.

Bergenbahn Myrdal Flåmsbana
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
die Flåmsbana in Myrdal
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Nach Voss wird die Landschaft wieder sanfter im satten Grün des Fjordlandes. Und der Endpunkt Bergen ist bald erreicht, dem Ausgangspunkt der Hurtigruten-Reise.

Bergenbahn
Norwegen, Bergenbahn, Mai 2004
Landschaft bei Voss
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Bergenbahn Geschichte

Im Mai 1883 wurde eine Schmalspurbahn von Bergen nach Voss in Betrieb genommen. 1898 beschloß das norwegische Parlament, diese Strecke auf Normalspur umzuspuren und die Verbindung bis Oslo auszubauen. Nach 14 Jahren Bauzeit wurde die Strecke 1909 von König Haakon eröffnet. Der Bau der Bahn war eine gewaltige Ingenieursleistung. Tunnel und Einschnitte mussten durch massives Gneisgestein gegraben und gesprengt werden. So wurden für den überwiegend mit Handarbeit vorgenommenen Bau des Tunnels bei Gravhals sechs Jahre benötigt.
Seither wurden mehrfach größere Neutrassierungen vorgenommen. Kurvenreiche Abschnitte wurden begradigt, besonders durch Lawinen und Schneeverwehungen gefährdete Abschnitte umgangen. 1993 wurde der 10,3 Kilometer lange Finsetunnel errichtet, der längste Tunnel der Strecke. Seit 1964 ist die Strecke vollständig elektrifiziert.
Der Betrieb ist vor allem im Winter eine besondere Herausforderung, da die Strecke immer wieder durch Schneeverwehungen oder Lawinen blockiert sein kann.
Im Juni 2011 kam es in einem 200 Meter langen Tunnel auf 1100 Meter Seehöhe in der Nähe der Station Hallingskeid zu einem Zugsbrand. Alle 257 Passagiere bleiben unverletzt.

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