Kanalinseln: Reisetagebuch

Fast genau vier Jahre sind seit unserer Reise nach Jersey vergangen - und über 20 Jahre seit unserem Aufenthalt in Guernsey. Zeit, wieder einmal auf diese wunderschönen Inseln zu reisen. Sie sind „very british”, aber kein Teil Großbritanniens. Die französische Herkunft merkt man an Straßennamen und der ausgezeichneten Küche.

Leuchtturm am Corbière Point, Jersey
Leuchtturm am Corbière Point, Jersey
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Samstag, 28. Juli (1. Tag)

Was wird der Tag bringen?

Die Reise

Überraschend Positives. Denn entgegen dem vorausgesagten Chaos verlief die Anreise nach Guernsey völlig problemlos. Die Flugzeuge - beide Male Eurowings - waren pünktlich. Nur am Flughafen von Guernsey gab es etwa eine halbe Stunde Wartezeit auf die Taxis. Die waren alle noch unterwegs wegen einer verspätet angekommenen Maschine.
Ein erster Spaziergang in der Highstreet und entlang der Hafenmole weckte Erinnerungen an den früheren Aufenthalt. Da es bereits nach Geschäftsschluß (17:30 Uhr) war, war die Einkaufsstraße weitgehend menschenleer und es herrschte eine ganz eigenartige Stimmung.
Verändert hat sich die Zahl der Lokale, es sind viel mehr als früher. Und ein erster Test ergab, daß sie kulinarisch die Versprechen einlösen. Früher war das beste am Essen die Beschreibung, ansonsten war die Küche weitgehend enttäuschend. Sieht so aus, als wäre es anders geworden.

Unterkunft

Das Hotel La Fregate ist ein feines, zentral gelegenes Hotel mit einem viktorianischen Touch. Freundliches und hilfsbereits Personal. Das Frühstück - „full english breakfast” - besteht aus einem kleinen Buffetteil mit Säften und Cerials. Der Rest wie Eier oder Toast wird serviert.
Die Aussicht vom Zimmer auf Herm, den Hafen und Castle Cornet ist einfach toll!

Guernsey, St. Peter Port, Castle Cornet
Guernsey, St. Peter Port, Juli 2018
Blick auf Castle Cornet
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Abendessen

Bei unserem kleinen Spaziergang durch das Zentrum fiel uns ein nettes Lokal auf - Le Petit Café & Bistro. Im Bistro war kein Platz mehr, aber im Café schlemmten wir ganz ausgezeichnet eine französische Zwiebelsuppe, Muscheln und eine Bouillabaisse, alles sehr französisch und sehr gut. Überhaupt ein nettes Lokal, wo man auch nach dem Essen bleiben und Bier oder Wein trinken kann. Ja, die Küche auf Guernsey scheint sich entscheidend verbessert zu haben.

Sonntag, 29. Juli (2. Tag)

Guernsey, St. Peter Port, Castle Cornet im Regen
Guernsey, St. Peter Port, Juli 2018
Castle Cornet im Regen
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler

War es gestern schon eher etwas bewölkt, so hat uns heute eine Schlechtwetterfront erreicht - Regen, starker Wind. Angenehmerweise ist es aber nicht kalt, obwohl der Wind eher kühl ist. Hoffentlich wird das keine längere Wetterperiode. Vor allem, wenn wir morgen nach Herm und dann nach Sark fahren, erhoffen wir uns doch ruhiges, vielleicht sonniges Wetter.
So waren wir zwar unterwegs, aber doch eingeschränkt. Nur den Engländern ist das Wetter scheints eher egal.

Abendessen

Das Abendessen nehmen wir im feinen Restaurant des Hotels La Fregate. Sehr gediegen und sehr gut. Wirklich schade, daß wir hier nicht länger wohnen können.

Montag, 30. Juli (3. Tag)

Herm

Herm ist irgendwie die kleine Schwester von Guernsey. In Sichtweite von St. Peter Port und rund 20 Minuten mit der Fähre entfernt. Wenn das Wetter schön ist - was es leider an diesem Tag nur bedingt ist -, ist es ein herrliches Tagesausflugsziel zum Baden. Aber auch bei bewölktem Himmel lässt es sich stimmig durch die Heide zu den einzelnen Stränden wandern. Oder man umrundet die Insel, was sich in etwa zwei Stunden umsetzen lässt.
Herrlich ist auch die absolute Ruhe, denn außer Fußgängern gibt es praktisch keinen Verkehr. Aus diesem Grund ist Herm ein Urlaubsziel für Menschen, die völlig abschalten wollen. Im einzigen Hotel der Insel, The White House, gibt es keine Uhren, kein Telefon und keine Fernseher. Trotzdem, und das erscheint doch irgendwie überraschend, machen einige Familien mit Kindern hier Urlaub. Tagsüber ist man am Strand, und am Abend werden in der Bar dann analoge Spiele gespielt.

Kanalinseln, Herm
Kanalinseln, Herm, Juli 2018
Die Tagesgäste verlassen die Insel
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Wenn die Tagesgäste die Insel verlassen, entsteht eine ganz eigenartige Stimmung. Es wird noch ruhiger, und man kann praktisch alleine über die Insel spazieren. Taschenlampe nicht vergessen, denn außerhalb des Hotelbereichs gibt es kein Licht!

Unterkunft

Das Hotel The White House ist ein gediegenes Hotel im viktorianischen Stil. Schmale Gänge und Treppen, aber angenehm große Zimmer. Wir hatten einen großen Balkon zum Swimingpool hin. Ein großer Barbereich mit mehreren Räumen lädt zum Verweilen ein.

Abendessen

Neben dem eher formellen Hotelrestaurant gibt es auch ein Pub mit Pubfoot, The Ship Inn. Es gab eine Art Buffet mit vier Hauptspeisen und verschiedenen Beilagen. Nicht gerade überwältigend, aber mit 15 £ pP angemessen und preiswert.

Dienstag, 31. Juli (4. Tag)

Sark

Sark ist etwa 45 Minuten mit der Fähre von Guernsey entfernt. Obwohl es quasi „hinter” Herm liegt, gibt es keine direkte Fährenverbindung. Man muß zuerst von Herm nach Guernsey zurück, und von dort mit einer anderen Fähre nach Sark.
Die letzte Feudalherrschaft Europas ist auch keine mehr. Schon der 22. Seigneur gab sein Recht auf, als einziger Tauben zu halten oder eine Hündin zu besitzen. Es gibt ein Inselparlament, aber die Verwaltung ist durchaus noch eigentständig geblieben.
Die Insel ist nicht sehr groß und zum Baden wenig geeignet. Die teilweise sehr beeindruckenden Buchten sind nur schwer und oft nur bei Ebbe zugänglich. Starke Strömungen behindern das Schwimmvergnügen. Aber da auch hier Autos verboten sind und nur Traktoren für den Transport und Kutschen verkehren, ist die Insel ein Paradies für Fußgänger und im Prinzip auch für Radfahrer. Allerdings sollte man die Steigungen nicht unterschätzen.
Zentrum ist der kleine Ort The Village. Entlang der Hauptstraße gibt es verschiedene Geschäfte und einige Lokale. Aber auch hier sieht man die Folgen des Internethandels, denn einige Geschäftslokale stehen leer.
Wenn die Tagestouristen wieder abgefahren sind, wirkt der Ort sofort ausgestorben. Dann schließen auch die Geschäfte und die meisten Lokale - sehr viele sind es ja nicht. Es ist eine ganz eigenartige Stimmung, so völlig ungewohnt und dadurch fast etwas unheimlich. Beim Spaziergang die Taschenlampe nicht vergessen, auch auf Sark gibt es keine Straßenbeleuchtung und fast kein Licht aus den Häusern.

Unterkunft

Auf Sark gibt es nur zwei Hotels: La Sablonnerie auf Little Sark und das Stocks Hotel im Dixcart Valley, etwa 10 Minuten vom Ort entfernt, in dem wir wohnten. Der Gepäcktransport ist gut organisiert. Es wird von der Fähre ins Hotel gebracht und auch wieder von dort abgeholt.
Das Hotel ist ein sehr stimmiger, schön renovierter viktorianischer Bau, mit einem hübschen Garten und einem Swimmingpool. Das Zimmer war ausreichend groß, allerdings ohne Balkon. Das angenehm große Bad hatte sogar ein Fenster. Behindertengerecht ist es nicht, denn vom Zimmer führen drei Stufen ins Bad. Auch zu den Zimmern - sie haben keine Nummern, sondern Namen - gibt es keinen Lift.

Abendessen

Das Abendessen nahmen wir in der Bar des Hotels. Es gibt auch ein formelleres Restaurant. Das Essen war sehr gut, der Service freundlich und bemüht. Full english breakfast mit kleinem Buffet.
Abgesehen vom Hotel gibt es kaum Lokale, die zum Abendessen geöffnet haben.

Mittwoch, 1. August (5. Tag)

Sark

Die Fähre geht um 16 Uhr, so daß wir den Tag für eine Inselbesichtigung nützen können. Zunächst gehen wir vom Hotel durch das Dixcart Valley zur Dixcart Bay. Der Weg ist nicht sehr gut ausgeschildert, allerdings gibt es auch nur wenige Abzweigungen. Er lohnt auf jeden Fall, denn zunächst geht es sehr stimmig dahin - und dann der fast atemraubende Blick in die Bucht. Der Platz ist bei Seglern sehr beliebt, denn in der Bucht liegen einige Boote.

Sark, Dixcart Bay
Sark, August 2018
Blick in die Dixcart Bay
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Die Hauptattraktion von Sark ist natürlich La Coupée, die nur wenige Meter breite Landverbindung zwischen Sark und Little Sark. Heute ist der Weg durch ein Geländer gesichert. Trotzdem darf man die Verbindung nur zu Fuß überqueren. Radfahrer müssen absteigen, die Kutschenpassagiere aussteigen. Angesichts der Bedeutung dieser Sehenswürdigkeit sind hier natürlich praktisch alle Touristen zu finden.
Sark ist eine wunderschöne Insel, eine besondere Perle unter den faszinierenden Kanalinseln. Es ist primär keine Badeinsel - da ist Herm geeigneter -, denn es gibt praktisch keine Sandstrände, und die Buchten sind nur über steile Klippenpfade erreichbar. Aber die absolute Ruhe und die Ausblicke in diese Buchten lohnen. Und die einzigartige Stimmung dieser etwas aus der Zeit gefallenen Insel lädt durchaus zu einem längeren Aufenthalt ein. Auch die Wintermonate müssen faszinierend sein. Das Stock Hotel ist jedenfalls ganzjährig geöffnet - sicherlich nicht ohne Grund.

Unterkunft

Die 16-Uhr-Fähre von Sark nach Guernsey ist ist ordentlich voll. Wir müssen unser im Hotel La Fregatte freundlicherweise aufbewahrtes Gepäck holen. Und können die Annehmlichkeiten noch einmal genießen, denn es dauert fast 45 Minuten, bis ein Taxi verfügbar ist. Das bringt uns in das Hotel Les Rocquettes. Das Stadtzentrum ist ca. 15 Gehminuten entfernt. Aber eine Busstation ist praktisch vor dem Eingang, und am Vormittag und späteren Nachmittag gibt es einen hoteleigenen Schuttleservice. Leider fährt der letzte öffentliche Bus um 20:30 Uhr von der Stadt. Wenn man in der Stadt Essen will, ist das etwas zeitig. Und der Fußweg zum Hotel ist durchaus steil, aber machbar.
Das Zimmer mit Balkon und Blick auf den Parkplatz ist ausreichend groß, ebenso das Bad. Obwohl eine Klasse unter dem vorherigen Hotel hinterlässt es einen sehr angenehmen Eindruck mit freundlichem und bemühten Personal.
Das Frühstück ist erfreulicher als in den höherklassige Hotels. Natürlich gibt es ein Full English Breakfast, aber nicht nur Toast, sondern auch Baguettes, Schinken und Käse.

Abendessen

Da der Weg in dei Stadt etwas weit erscheint und es in der Umgebung keine Lokale gibt, essen wir in der Hotelbar. Eine gute Entscheidung, denn die Gerichte munden. Zur Standardkarte gibt es auch eine täglich wechselnde Tageskarte.

Donnerstag, 2. August (6. Tag)

St. Peter Port

Guernsey, Treppenaufgang
Guernsey, St. Peter Port, August 2018
Steiler Treppenaufgang vom Hafen
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Der Tag lädt zu einem Spaziergang durch St. Peter Port ein - ein wenig Shoppen und Schauen. In den Buchhandlungen finden sich einige interessante Bücher über Guernsey, vor allem natürlich über die Zeit der deutschen Besatzung. Aber auch Romane, von denen natürlich kaum welche ins Deutsche übersetzt wurden. Die Kanalinseln sind doch eher ein Minderheitenprogramm im deutschsprachigen Raum.
In der Nähe des La Collinette Hotel befand sich das Nachrichtenhauptquartier des Seekommandanten der deutschen Besatzer - „German Naval Signals HQ”. Ein rühriger Interessent hat einige Räume in den Originalzustand versetzt. Zu sehen sind zahlreiche Originalgeräte, darunter eine Kodiermaschine. Nett, aber für £ 4,- nicht zwingend.

Abendessen

Wieder in der Hotelbar, es ist viel ruhiger als am Vortag.

Freitag, 3. August (7. Tag)

Strandtag

Vazon Bay und Cobo Bay im Westen Guernseys zählen zu den schönsten Stränden der Insel. Vor allem bei Ebbe läßt es sich angenehm auf den Steinen sitzen und allerlei kleines Meeresgetier beobachten. Leider keine Liegestühle/Schirme.
An der Landspitze zwischen Vazon und Cobo Bay liegt Fort Hummet Gun Casemate, eine Befestigungsanlage aus den napoleonischen Kriegen und ein restautierter Geschützstand aus der Besatzungszeit.

Guernsey, Vazon Bay, Befestigungsanlage
Guernsey, Vazon Bay, August 2018
Befestigungsanlage aus den napoleonischen Kriegen
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Abendessen

Das geplante Abendessen auf der hübschen meerseitigen Terrasse im Cobo Bay Hotel scheitert trotz Reservierung. Der angebotene Tisch ist eine Zumutung, fast an der Straße. Ein anderer ist trotz mehrerer freier Tische angeblich nicht verfügbar, nur ein Platz innen im Restaurant. Na, dann eben nicht.
Allerdings ist es auch in St. Peter Port am Freitagabend nicht leicht, einen freien Tisch zu finden. Doch im Restaurant des Best-Western-Hotels de Havelet bemüht man sich wirklich, und das Essen mundet.

Samstag, 4. August (8. Tag)

Küstenpfad

Der Küstenpfad von Jerbourg zur Bay erschließt einen der schönsten Abschnitte der Küste Guernseys. Zeitweise geht es durchaus steil und über Treppen bergauf und bergab, aber die Mühe wird durch die beeindruckenden Aussichten belohnt. Hier malte Auguste Renoir 1883 seine bekannten Gemälde der Buchten Guernseys.

Guernsey, Moulin Huet Bay
Guernsey, Klippenpfad, August 2018
am Weg zur Moulin Huet Bay
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Abendessen

In relativer Nähe zur Moulin Huet Bay bietet sich das etwas abgelegene Saints Bay Hotel an. Neben den üblichen Speisen bietet die Küche auch marokkanische Gerichte wie Couscous und Tagine. Einmal ganz anders und sehr wohlschmeckend.

Sonntag, 5. August (9. Tag)

St. Peter Port

Eine Besichtigung von Castle Cornet und der enthaltenen Museen war längst fällig. Ein gewisses Interesse für die militärische Geschichte Guernseys sollte vorhanden sein. Wenn man um 12 Uhr vor Ort ist, kann man das traditionelle Abfeuern der Mittagskanone beobachten. Außerdem hat man einen schönen Ausblick auf St. Peter Port und den Hafen.

Guernsey, Mittagskanone
Guernsey, St. Peter Port, August 2018
Mittagskanone und Gun-Sergeant im Castle Cornet
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Eher in der Inselmitte liegt das Sausmarez Manor, das einzige für Besucher zugängliche Herrenhaus auf Guernsey. Wirklich lohnend ist der Abstecher nicht - vielleicht eher unter der Woche, wenn Führungen angeboten werden.

Abendessen

Am letzten Abend in Guernsey wieder im Hotel.

Montag, 6. August (10. Tag)

Guernsey -> Jersey

Reisetage sind Wartetage. Wenn die Fähre zu Mittag geht, kann man davor nicht viel unternehmen - zumindest wir nicht. Also warten wir im Hotelgarten auf das Taxi, das uns zur Fähre bringt. Und im Fährenterminal auf die Abfahrt.
Die Condor-Fähre „Liberation” bringt uns ruhig und problemlos nach St. Helier, und das Taxi nach eher kurzer Wartezeit zu unserem Hotel in St. Brelade, relativ nahe der St. Ouen's Bay. Leider ziemlich abgelegen an der Westseite der Insel.

Am Nachmittag fahren wir dann mit dem Bus - menr als doppelt so teuer wie in Guernsey - etwa 45 Minuten nach St. Helier und streifen ein wenig durch die Stadt.

Unterkunft

Während unseres Aufenthalts auf Jersey werden wir im The Atlantic Hotel wohnen, einem der wenigen für diesen Zeitraum noch verfügbaren Hotels in Jersey. Das Hotel gehört zur Gruppe der „Small Luxury Hotels of the World” - und ist für uns weitgehend ungeeignet. Sehr abgelegen an der Westküste fährt der Bus etwa jede Stunde 45 Minuten nach St. Helier. Und dort dann umsteigen, um andere Teile der Insel zu erreichen. Außerdem fährt der letzte Bus aus der Stadt um 19 Uhr. Eine Alternative ist, mit der Linie 15 zu fahren - was allerdings einen 45 minütigen Fußmarsch zum Hotel bedeutet. Oder den Bus Nr. 12a zu nehmen und einen 15 Minuten Fußmarsch. Gewünscht war eigentlich ein Hotel in St. Aubin, wo es vier Buslinien und zahlreiche Lokale gibt - hier hingegen kein einziges in Fußnähe. Natürlich wäre ein Mietwagen eine Möglichkeit, aber auf einer Insel, auf der es mehr Autos gibt als Einwohner, und mit Linksverkehr nicht sehr attraktiv.
The Atlantic ist ein Hotel vor allem für Golfer, denn ein entsprechender Golfplatz gehört dazu. Dementsprechend überzogen sind auch die Preise: im - angeblich hervorragenden - Hotelrestaurant kostet das 3-Gang-Menü £ 65,-; ein kleines Bier (kein Faßbier!) an der Bar £ 6,-. Das ist alles ziemlich von den Preisen entfernt, die in den klassenmäßig ähnlichen Hotels auf Sark und Guernsey üblich waren. Also kein gemütliches Sitzen in der Bar am Abend...
Auch das Frühstück ist klassengemäß etwas bescheiden: natürlich ein „Full English Breakfast”, aber kein Brot oder Brötchen (die es auch im Supermarkt gibt), sondern nur Toast. Ok, Parmaschinken, Salami und Käse sind von guter Qualität, der Fruchtsalat frisch. Aber insgesamt ist das Buffet etwas bescheiden.
Auch das Zimmer ist für diese Klasse überraschend klein - etwa 2/3 des Zimmers im „La Fregatte” - und ohne Balkon. Ditto das Badezimmer mit einer Festbeleuchtung, die Lampen sind nicht einzeln schaltbar.
Es gibt einen Innen- und einen Außenpool, einen netten Garten und eine recht ansprechende Lobby zum Sitzen. Und natürlich ist das Personal freundlich und der Service gut. Und die Einrichtungen funktionieren. Aber das sollten sie in einem anständigen Hotel. Bleibt als Luxus, daß Abends die Betten aufgedeckt werden. Der Mehrwert?

Abendessen

In Erinnerung an die guten Erfahrungen essen wir im Unawatuna, einem Lokal mit Sri-Lanka-Küche nahe dem Liberation Square in St. Helier. Wieder drei verschiedenen Currys - sehr gut.

Dienstag, 7. August (11. Tag)

Corbiere

Das Wetter verschlechtert sich zusehends - oder normalisiert sich nur. Kein ungetrübter Sonnenschein mit entsprechenden Temperaturen mehr, sondern bewölkt und windig und eher kühl. Wir gehen am „Corbiere Walk” zum Leuchtturm und besichtigen das dort gelegene Restraurant bezüglich seiner Eignung für das Abendessen. Entfernung ebenfalls etwa 45 Minuten. Durch den wolkenverhangenen Himmel ergibt sich keine besondere Stimmung am Leuchtturm.

Abendessen

Dafür werden wir während des Abendessen in Corbiere mit einem postkartenartigen, fast kitschigen Sonnenuntergang belohnt. Das Essen passt dazu: sehr guter gebratener Seebarsch und ein ordentlicher Burger.

Jersey, Sonnenuntergang am Leuchtturm Corbiere
Jersey, St. Brelade, August 2018
Sonnenuntergang am Leuchtturm Corbiere
Foto © bilderreisen.at/Walter Reinthaler

Mittwoch, 8. August (12. Tag)

St. Aubin

Der Ort, in dem wir eigentlich wohnen wollten. Zahlreiche Busverbindungen und Lokale. Das Wetter bleibt wechselhaft, am Abend wird es kräftig regnen.

Abendessen

Wir hatten im Old Court Inn reserviert und es nicht bereut - obwohl das Lokal zunächst durch seine Leere einen seltsamen Eindruck hinterließ. Doch die Bedenken bewahrheiteten sich nicht: ein halber Lobster mit Salat und Kartoffeln sowie ein 8 oz. Sirlion-Steak mundeten. Angesichts des Regens mit dem Taxi zurück ins Hotel.

Donnerstag, 9. August (13. Tag)

St. Helier

„Battle of Flowers”-Parade in der Bucht von St. Helier. Was früher kostenlos zu besichtigen war, kostet nun Eintritt und wird durch Sichtblenden abgeschirmt. Von etwas oberhalb lassen sich trotzdem Eindrücke der sehr schön und kunstvoll mit Blumen geschmückten Wagen gewinnen.
Das Wetter am Vormittag wolkenverhangen, am Nachmittag zunehmend sonnig, aber sehr windig.

Abendessen

Im Rosa Bistro in der Fischhalle aßen wir vor vier Jahren ganz köstlich. Diesmal war es immer noch gut, aber nicht mehr so überwältigend: 1/2 Lobster und eine Scholle mit Gemüse.
Zurück geht es bequem mit dem Bus 12a und einem etwa 10-minütigen Fußmarsch zum Hotel.