Fahne HamburgHamburg - Geographie

Hamburg ist Deutschlands zweitgrößte Stadt und zweitkleinstes Bundesland. Es liegt an der Elbe, nicht am Meer. Das Klima ist besser als sein Ruf.

Hamburg, Neue Elbphilharmonie
Hamburger Gegensätze: die Neue Elbphilharmonie — der alte Stückgutfrachter „Cap San Diego”, Mai 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Geografie

Lage

Hamburg liegt nicht am Meer, sondern ist 110 Kilometer von der Nordsee entfernt. Tatsächlich liegt es in der norddeutschen Tiefebene, an der Einmündung der Alster und Bille in die Elbe. Diese wiederum mündet 110 Kilometer weiter nordwestlich bei Cuxhaven in die Nordsee. Die beiden Ufer der Elbe sind durch die Elbbrücken und den Alten und Neuen Elbtunnel verbunden.
Der Hafen an der Elbe ist zum Meer hin offen (Tidehafen) und erstreckt sich hauptsächlich auf dem Südufer der Norderelbe. Somit liegt er gegenüber den Stadtteilen St. Pauli und Altona, etwa von der Veddel bis Finkenwerder.
Die unmittelbar am Fluss liegenden Marschen wurden über Jahrhunderte vom Flutwasser der Nordsee überschwemmt. Das Land südlich und nördlich des Flusses ist Geest, höher gelegene Flächen, die durch die Sand- und Geröllablagerungen der Gletscher während der Eiszeiten entstanden sind. Mittlerweile ist die Elbe beidseitig eingedeicht.

Grenzen und Ausdehnung

Als norddeutsches Bundesland grenzt Hamburg im Norden an Schleswig-Holstein (126 km), im Süden an Niedersachsen (79 km). Nach Berlin ist Hamburg mit 1,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Zu Hamburg gehört auch die Insel Neuwerk.
Hamburg ist mit einer Fläche von 755,3 km² das zweitkleinste deutsche Bundesland. Die größte Ausdehnung beträgt von Nordost (Wohldorf-Ohlstedt) nach Südwest (Eißendorf) 40 Kilometer, und von Südost (Altengamme) nach Nordwest (Rissen) 42 Kilometer.

Wasser und Brücken

Am Rondellkanal
Hamburg Eimsbüttel-Rotherbaum, Rondellkanal, Mai 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Hamburg lebt mit und vom Wasser: 8% des Stadtgebietes bestehen aus Wasserflächen. Neben dem Hafen mit 74,4 km², der Außenalster mit 1,6 km² und der Binnenalster mit 0,2 km² durchzieht eine Vielzahl von Kanälen, Fleete genannt, die Stadt. Die Wasserflächen werden von 2479 Brücken überspannt. Somit gibt es in Hamburg mehr Brücken als in Venedig (426), Amsterdam (1539) und London (850) zusammen. Hamburg ist die brückenreichste Stadt Europas - Berlin hat 2100 Brücken, New York 2027. Im Detail sind es 1172 Straßen-, 383 Hafen-, 517 Eisenbahn- und 407 Hochbahnbrücken (Lesetipp Wiese).

Hamburg Eimsbüttel-Harvestehude, Krugkoppelbrücke, Mai 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

 

Die „grüne” Stadt

Hamburg ist aber auch eine „grüne” Stadt: 18,6% der Stadtfläche sind Grünflächen. So umfasst beispielsweise der Stadtpark 1,8 km² und ist damit größer als die Außenalster. 2011 war Hamburg Umwelthauptstadt Europas. Dazu trug das Programm der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) für nachhaltiges und umweltschonendes Wirtschaften bei, ebenso wie die Hebung der Wasserqualität der Elbe. Ende der 1980er-Jahre war die Elbe eine derart verschmutzte Brühe, dass für sie eine eigene, achte Kategorie bei der Gewässergüte eingeführt werden musste: „ökologisch zerstört”. Heute hat der Fluss wieder Badewasserqualität.
Auch sonst wurden einige Maßnahmen gesetzt: mit den Faulgasen einer städtischen Kläranlage wird heute der Container-Terminal Tollerort emissionsfrei beheizt; aus aussortierten Lebensmitteln wie etwa Bananen, die nicht in den Handel kommen, wird Biogas erzeugt. Und 99 Prozent der Bewohner leben weniger als 300 Meter von einer Bus- oder Bahnstation entfernt.

die U1 überquert die Alster
Hamburg Eimsbüttel-Winterhude: die U1 überquert die Alster, Mai 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

 

Klima

Hamburg liegt in der warmgemäßigten Klimazone. Die vorherrschenden Westwinde verursachen maritime Einflüsse. Daher ist das Klima im Winter milder, im Sommer kühler als im östlichen Hinterland.
Zwar gibt es den Begriff Hamburger Schmuddelwetter: tiefhängende graue Wolken, Dauernieselregen und beständiger Westwind. Aber trotzdem ist das Wetter besser als sein Ruf. So schien die Sonne 2011 1612 Stunden, fielen 717 mm Niederschlag und betrug die Durchschnittsteperatur 10°C.

Klimadaten: Vergleich ausgewählter Orte, 2012

Quelle: Monatliche Klimadaten weltweit, © Deutscher Wetterdienst
Temperatur Nierderschlag Sonnenschein
Ort Land Mittel Max °C Mittel Min °C Höhe mm Anzahl Tage Dauer Std.
14,0 5,8 522 109 1702
14,7 6,0 962 140 1906
15,8 6,1 732 116 1937
15,7 7,7 972 102 2201
10,3 3,4 970 138
21,1 10,8 911 69 2957
29,1 22,1 1168 74 2834
8,5 3,1 968 151
13,1 5,3 615 137 1495
12,7 5,3 531 109 1637

Temperatur

Durch den maritimen Einfluß ist das Klima im Winter milder, im Sommer kühler als im östlichen Hinterland.

Hamburg Temperaturen 2012
Hamburg, Minimum-Maximum Temperaturen, Januar-Dezember 2012
Quelle: Monatliche Klimadaten, © Deutscher Wetterdienst

 

Regen und Sonnenschein

Im Mai, Juli und August schien 2012 die Sonne am längsten; der März und der Oktober waren die trockendsten Monate. Aber Mai, Juli und August sind auch ok, weil dann auch die Temperaturen angenehm höher sind.

Quelle: Monatliche Klimadaten 2012, © Deutscher Wetterdienst
Sonnenstunden Niederschlagshöhe mm Mittl. Windstärke (Bft)
56,9 99,1 3,2
87,5 25,3 2,8
122,4 10,1 2,9
125,7 38,9 2,7
225,0 58,9 2,7
148,2 77,3 2,8
191,7 116,2 2,6
217,8 55,7 2,4
128,9 71,5 2,6
111,3 66,9 2,6
47,6 32,1 2,8
30,7 79,7 2,9

Tageslicht

Sonnenaufgang:
08:23 Uhr
Sonnenuntergang:
16:02 Uhr
Tageslicht:
7 Stunden 39 Minuten

 

Durch die eher nördliche Lage Hamburgs sind die Tage im Winter fast eine Stunde kürzer als etwa in München oder Wien. Zum Ausgleich gewinnen die Hamburger Tageshelligkeit in den Sommermonaten.

„Das ist ja das Besondere am Hamburger Sommer: Die Nacht fällt so gut wie aus. Bis auf ein paar Stunden zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens wird es gar nicht richtig dunkel, das ist von Mai bis August einfach Standard, da kann man sich drauf verlassen.” (Simone Buchholz, Knastpralinen)

Verwaltung

Administrativ ist Hamburg in sieben Bezirke mit insgesamt 105 Stadtteilen unterteilt. Den Bezirken stehen gewählte Bezirksamtsleiter vor. Anfang 2008 wurden durch eine Gebietsreform die Grenzen einzelner Stadtteile und Bezirke neu gezogen. So fiel der Stadtteil Wilhelmsburg vom Bezirk Harburg an Mitte, und die Stadtteile Sternschanze im Bezirk Altona und HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte wurden neu geschaffen.

Bezirke und Stadtteile

  • Hamburg-Mitte (19 Stadtteile):
    Hamburg-Altstadt, Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk (Exklave), Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof, Wilhelmsburg
  • Altona (14 Stadtteile):
    Altona-Altstadt, Altona-Nord, Bahrenfeld, Blankenese, Groß Flottbek, Iserbrook, Lurup, Nienstedten, Osdorf, Othmarschen, Ottensen, Rissen, Sternschanze, Sülldorf
  • Eimsbüttel (9 Stadtteile):
    Eidelstedt, Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Rotherbaum, Schnelsen, Stellingen
  • Hamburg-Nord (13 Stadtteile):
    Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hohenfelde, Hoheluft-Ost, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst, Winterhude
  • Wandsbek (18 Stadtteile):
    Bergstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Eilbek, Farmsen-Berne, Hummelsbüttel, Jenfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Marienthal, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop, Tonndorf, Volksdorf, Wandsbek, Wellingsbüttel, Wohldorf-Ohlstedt
  • Bergedorf (14 Stadtteile):
    Allermöhe, Altengamme, Bergedorf, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet, Neuallermöhe, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland, Tatenberg
  • Harburg (17 Stadtteile):
    Altenwerder, Cranz, Eißendorf, Francop, Gut Moor, Harburg, Hausbruch, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Moorburg, Neuenfelde, Neugraben-Fischbek, Neuland, Rönneburg, Sinstorf, Wilstorf
Bezirke und Stadtteile
Hamburg, Bezirke und Stadtteile
Quelle: Wikipedia

 

Bezirke: Einwohner und Größe

Quelle: Statistikamt Nord - Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012
Bezirk Einwohner davon % Migran­ten+Ausländer1 Fläche km² Einw./km²
Hamburg-Mitte 282.78170,3107,102.640,35
Altona 251.56342,278,303.212,81
Eimsbüttel 245.97934,150,104.909,76
Hamburg-Nord 282.09034,0 57,804.880,45
Wandsbek 411.46534,2147,502.789,59
Bergedorf 120.32841,3154,80777,31
Harburg 152.60752,3161947,87
Hamburg gesamt1.746.81343,2756,602.308,77

1 Migranten: Zu der Bevölkerung mit Migrationshintergrund gehören die ausländische Bevölkerung sowie alle ab 1950 außerhalb von Deutschland Zugewanderte unabhängig von ihrer Nationalität. Dazu zählen auch die in Deutschland geborenen, eingebürgerten früheren Ausländerinnen und Ausländer sowie in Deutschland Geborene mit deutscher Staats­angehörigkeit, bei denen sich der Migrationshintergrund aus der Migrationserfahrung der Eltern oder eines Elternteils ableitet. Außerdem gehören zu dieser Gruppe seit 2000 auch die (deutschen) Kinder ausländischer Eltern.

Vergleich Ausländische Staatsbürger/alle Einwohner nach Bezirken, 2011
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein/Melderegister (Pub. A I 4 - j/11 H)

 

Anteil der Bezirke an der Gesamtfläche
Anteile der Bezirke an der Gesamtfläche
Quelle: Statistikamt Nord - Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012

 

Bevölkerung

Rund 1,7 Millionen Menschen leben in Hamburg. Davon sind rund 30 Prozent Protestanten und 10 Prozent Katholiken. Hamburg wurde 1528 unter Johannes Bugenhagen evangelisch.
Im Speckgürtel der Hansestadt (rund 40 Kilometer um die Stadt) leben 4 Millionen Menschen.

Altersverteilung

Altersverteilung der Bevölkerung (Alterspyramide)
Altersverteilung der Bevölkerung 2010
Quelle: Statistikamt Nord - Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012

Den größten Anteil stellen als Einzelruppe die 45-54 Jährigen: 15,6% der Männer und 14,2% der Frauen. 24,0% entfallen auf die Altersgruppe 60+ (21,2% Männer, 26,7% Frauen). 15,4% sind unter 18 Jahren, 16,1% der Burschen und 14,7% der Mädchen.

Privathaushalte in Hamburg 1990 - 2010

Quelle: Statistikamt Nord - Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012, Mikrozensus
Jahr Privathaushalte Mit ... Personen Durchschnittliche Zahl der Personen je Haushalt
1 2 3 4
  in 1.000  
1990 864 400 269 105 67 23 1,9
1991 868 391 279 104 69 24 1,92
1992 877 394 283 109 68 24 1,95
1993 896 417 280 105 66 28 1,91
1994 881 401 278 107 69 25 1,92
1995 882 403 278 104 70 27 1,93
1996 909 436 278 100 67 29 1,88
1997 916 442 281 99 66 28 1,87
1998 912 440 276 97 71 27 1,88
1999 916 450 277 93 70 27 1,86
2000 910 434 283 98 68 27 1,88
2001 924 447 284 97 68 27 1,86
2002 923 443 293 91 69 27 1,86
2003 927 450 289 93 69 27 1,87
2004 930 451 290 93 68 28 1,86
2005 939 457 292 97 67 26 1,85
2006 957 479 287 98 68 25 1,83
2007 960 478 285 102 70 25 1,84
2008 970 483 296 100 66 26 1,83
2009 981 495 296 97 67 26 1,82
2010 983 497 295 100 68 23 1,82

Ein-Personen-Haushalte

Der Trend der Städte Europas zeigt sich natürlich auch in Hamburg: die Zahl der Single-Haushalte nimmt zu.

hamburg-singlehaushalte
Single-Haushalte, Anteil an Haushalten gesamt
Quelle: Statistikamt Nord - Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012 (eigene Berechnung)

 

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