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Die korsische Literatur

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gibt es keine eigentlich korsische Literatur. Die heute weitgehend unbekannten korsischen Schriftsteller dieser Zeit schrieben auf französisch oder italienisch. Die Geschichten, Sagen und Legenden, an denen Korsika reich ist, wurden mündlich weitergegeben. Etwa innerhalb der Familien, auf Festen oder von Hirten, die durch ihr Nomandenleben als kulturelle Botschafter fungierten.

20. Jahrhundert

Erst als das Korsische im 20. Jahrhundert eine Schriftsprache wurde, versuchten Historiker, die Legenden und Balladen aufzuschreiben. Zuerst vor allem auf Korsisch, zunehmend aber auch auf Französisch. Diese Geschichten geben einen guten Einblick in das korsische Alltagsleben, seine Mythen und die Vorstellungswelt vergangener Jahrhunderte.

Dennoch ist der Anteil an in Korsisch geschriebenen Publikationen bis heute gering geblieben. Schriftsteller bedienen sich meist des Französischen. Als Schriftsprache hat sich Korsisch nicht durchsetzen können.

Die französische Klassiker, die über Korsika geschrieben haben, sind u.a. Guy de Maupassant (1850-1893) und Prosper Mérimée (1803-1870). Er schrieb 1840 die Erzählung „Colomba” (dt. „Colomba”), in der er das Vendetta-Motiv mit der Liebesbeziehung einer Irin und einem jungen Korsen vermischt.

Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Zu den bekanntesten korsischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern des 20. Jahrhunderts gehören Angelo Rinaldi (*1940), Archange Morelli und Marie Susini (1916-1993). Susini thematisiert Fragen der korsischen Familienstrukturen und die Rolle der Frau in der korsischen Gesellschaft, u.a. in „Le premier regard” (dt. „Der erste Blick”, 1966), „La Fiera” (dt. „Die Fiera”, 1960) oder „Plein Soleil” (dt. „Vanina”, 1958). Von den zahlreichen Romanen Rinaldis sind auf deutsch bisher nur „Das letzte Fest des 'Empire'” (1984; „La dernière fête de l'Empire”, 1980) und „Vergangen und doch so nah” (1997; „Les jours ne s'en vont pas longtemps”, 1993) erschienen.

Erwähnenswert ist auch die Engländerin Dorothy Carrington (1910-2002). Ihr auf englisch erschienenes und leider nur auf französisch übersetztes Werk „Corsica - The granite island” (fr. „La Corse”) ist eine Mischung aus Reiseführer, Roman und Sachbuch und beschreibt die Geschichte, Städte und Regionen sowie berühmte und weniger berühmte Personen der korsischen Geschichte.

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