LeseTipp: David BALDACCI, Bis zum letzten Atemzug.

USA/Alabama/Thriller/

 David BALDACCI: Bis zum letzten Atemzug. David BALDACCI: Bis zum letzten Atemzug.
(First family., 2009)
573 S., ISBN: 978-3-404-16553-7
King/Maxwell 4
Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe TB, 2011

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Moral und Verantwortung.
Willa, die Nichte des amerikanischen Präsidenten wird entführt, ihre Mutter dabei getötet. Sie wollte mit Sean King etwas besprechen, und er und Michelle Maxwell geraten in die Entführung. Da hier sofort das FBI und im Hintergrund der Secret Service tätig werden, weiß King nicht, ob er noch einen Auftrag hat. Doch dann engagiert Willas Tante, die First Lady, King und Maxwell. Die Hintergründe der Entführung sind völlig rätselhaft, es gibt zunächst keine Forderungen. Und ihrer Mutter wurde Blut abgenommen.
Michelle Maxwells Mutter stirbt - ermordet, wie sie bei ihrem Besuch zu Hause feststellt. Die Ehe ihrer Eltern war nicht mehr die Beste, seitdem ihr Vater in Pension ist. Er hatte sich vor allem um seine Karriere als Polizist gekümmert und dabei Frau und Familie vernachlässigt. Michelle verdächtigt ihn. Und da sind noch die Dämonen ihrer Kindheit, ein Ereignis, das sie völlig verdrängt hat, aber ihrem Psychiater unter Hypnose mitgeteilt hat (Lesetipp). Diesen Dämonen muß sie sich nun stellen.
Sam Quarry ist Farmer in einem abgelegenen Winkel von Alabama. Seine Vorfahren haben große Ländereien besessen, die von hunderten Sklaven bewirtschaftet wurden. Doch inzwischen ist viel von dem Land verloren gegangen, das Herrenhaus verfällt, und Quarry kommt gerade so über die Runden. Seine Tochter ist durch eine verpfuschte Abtreibung nach einer Vergewaltigung gehirntod. Jede Woche sitzt er an ihrem Bett und liest ihr aus Jane Austens Stolz und Vorurteil vor. Und Quarry hat einen Racheplan ausgearbeitet, den er nun umsetzt.
David Baldacci hat hier einen komplexen Thriller mit mehreren Handlungsebenen konstruiert. Das gelingt ihm durchaus, seine Figuren sind glaubhaft gezeichnet. Auch am (möglichen) Alltag und Leben der First Lady lässt er uns teilhaben. Der Roman erscheint - wie auch sein Vorgänger - als Versuch, über das etwas eindimensionale Thriller-Genre hinauszugehen. Ob das allerdings von seiner Leserschaft goutiert wird?
Fazit: Wie wichtig ist das Leben des Präsidenten, wie groß ist die Bedeutung einer konkreten Person für das Amt? Sein Leben wird der Secret Service unter allen Umständen schützen. Aber gilt das auch für das Handeln des Präsidenten? Er steht nicht über dem Gesetz (wie der 45. Präsident gerade schmerzlich lernen muß) - aber steht er auch über der Moral? Oder muß nicht auch er die moralische Verantwortung auch für sein privates Handeln übernehmen? Wo sind die Grenzen dieser Güterabwägung? Baldacci beantwortet die Frage: es gibt Grenzen der Loyalität.

Sie hegte Gedanken, die ihr Angst machten, und sie konnte nur versuchen, vor diesen Gedanken davonzulaufen, während das Gesicht ihres Vaters im Fenster sie durch den Park jagte - diese Maske, von der Michelle nicht genau wusste, was sie zu bedeuten hatte.

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