LeseTipp: David BALDACCI, Im Takt des Todes.

Schattenwelten / Thriller

 David BALDACCI: Im Takt des Todes. David BALDACCI: Im Takt des Todes.   Neu 
(Simple genius., 2007)
540 S., ISBN: 978-3-404-15968-0
King/Maxwell 3
Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe TB, 2009

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Michelle Maxwell in Not.
Ohne ersichtlichen Grund fängt Michelle Maxwell in einer übel beleumundeten Kneipe in Washington, DC, an. Sie würde den Kampf gewinnen, aber plötzlich lässt sie aus und wird beinahe umgebracht. Ihr Partner Sean King ist alarmiert und bittet einen alten Freund, den Psychiater Horatio Barnes, um Hilfe. Denn Michelle erscheint schwer selbstgefährdend.
Über seine alte Flamme Joan bekommt Sean einen Job: In der geheimnisvollen Denkfabrik "Babbage Town" wurde einer der hochqualifizierten Mitarbeiter tot aufgefunden - allerdings jenseits des Flusses in einem ebenso geheimen wie streng bewachten CIA-Camp. Dort befinden sich auch Einrichtungen der Navy und ein historisches Gebäude des letzten britischen Gouverneurs.
Während Sean noch herauszufinden versucht, ob der Wissenschaftler ermordet wurde oder Selbstmord beging - wie es die Spuren vermuten lassen -, wird der Sicherheitschef der Denkfabrik tot in seiner Badewanne gefunden. Vielleicht auch Mord. Viggie, die Tochter des getöteten Forschers, könnte darüber etwas wissen. Aber sie lebt in ihrer eigenen Welt, zu der man nur schwer Zugang findet.
Es ist ein für Baldacci eher ungewöhnlicher Thriller. Das Dechiffrierzentrum Bletchley Park vor London, in dem im Zweiten Weltkrieg die Enigma-Codes geknackt wurden, war ein Vorbild für Babbage Town, in dem ja auch Krytographen arbeiten und Codes entschlüsselt werden. Die Namen der wichtigsten Personen sind nach historischen Kryptoanalytikern modelliert. Und die Beale-Chiffre, eine der bekanntesten verschlüsselten Botschaften, war Anregung für den Roman. Warum Baldacci allerdings Michele Maxwell eine psychische Störung zuordnet und sie als psychisch labil darstellt, bleibt unverständlich.
Fazit: Die zivile Welt von Privatdetektiven liegt David Baldacci nicht wirklich. Auch hier geht es nicht um die Aufklärung typischer Fälle, sondern es ist wieder ein Geheimdienst im Spiel. Diesmal die CIA - und wenn die geschilderten Praktiken und Vorgehensweisen auch nur zu 10% wahr sind, braucht Amerika keine äußeren Feinde mehr. Der Plot ist unbefriedigend. Wohin Baldacci mit der eher schleppenden Aufarbeitung letztlich wollte, bleibt unklar.

»Ich habe das vorher schon vermutet, doch nach dem, was ihr gerade gesagt habt, scheine ich der Wahrheit damit näher zu sein, als ich dachte. Ich glaube, dass der brillante Vater seiner ebenso brillanten, aber naiven Tochter Informationen gegeben hat, und er hat sie darauf konditioniert, diese Informationen nur unter ganz bestimmten Umständen weiterzugeben. Viggie hat das Lied für Michelle gespielt, weil Michelle nett zu ihr gewesen ist und weil Viggie das Gefühl hatte, ihr vertrauen zu können. Dann hat Michelle ihr Leben riskiert, um Viggie zu retten, und Viggie ist noch einen Schritt weitergegangen und hat ihr zusätzliche Informationen gegeben.«

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