LeseTipp: Magdalen NABB, Tod im Frühling.

Toskana / Maresciallo Guarnaccia

 Magdalen NABB: Tod im Frühling. Magdalen NABB: Tod im Frühling.
(Death in springtime., 1983)
188 S., ISBN: 3-257-21566-5
Maresciallo Guarnaccia 3
Zürich: Diogenes TB-Verlag, 1988

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Entführung in Florenz.
Sarden, die im Zuge der Entwicklung der Tourismusindustrie in Sardinien ihr Land verloren haben und sich in der Berge zurückzogen, sind nun in die Berge bei Florenz ausgewandert. Dort gab es Weideland, da die toskanischen Bauern ihr Land verließen, um in den Fabriken zu arbeiten. Während die ersten Auswanderer noch leistbare Gründe fanden, zogen die Späteren auf den Berg und in verlassene Häuser, weil die Grundstücke unleistbar wurden. Die älteren Schäfer stellen Pecorino-Käse her. Aber es ist ein mühsames und entbehrungsreiches Leben, von dem ihre Söhne nichts wissen wollen. Und diese verlegen sich auf Entführungen, denn in der Toskana gibt es genügend reiche Menschen und Ausländer.
Eine junge Amerikanerin wird gemeinsam mit ihrer norwegischen Freundin entführt - an dem Tag im März, als es in Florenz schneite. Während die Norwegerin freigelassen wird, bleibt die Amerikanerin verschwunden. Und zunächst trifft auch keine Forderung der Entführer ein. Auch scheint die Entführte niemandem abzugehen, denn ihre Eltern melden sich nicht. Capitano Maestrangelo von den Carabinieri fürchtet, es nicht mit Profis zu tun zu haben, wodurch das Leben der Entführten gefährdet ist. Zum Glück ist der zugeteilte Staatsanwalt nicht erpicht, sich zu profilieren, und lässt Maestrangelo alleine arbeiten.
Erst nach zwei Wochen meldet sich der Vater der Entführten. Er will das Lösegeld bezahlen und zeigt wenig Neigung, mit dem Capitano zusammenzuarbeiten - auch, weil ihm die möglichen Probleme und Risiken nicht klar sind. Und möglicherweise hat auch er etwas zu verbergen.
Fazit: Auch im dritten Band der Reihe ist die Rolle von Maresciallo Guarnaccia eher klein. Er ist teilweise Gesprächspartner des Capitano, der der Träger der Handlung ist. Sehr interessant ist die Schilderung der sardischen Geschichte und die Einsickerung der Sarden in der Toskana, wo sie weiter ihrem Handwerk der Entführungen hachgehen. Wer hätte das vermutet?

Der Blick, den er vage in die Richtung der drei Männer im Jeep warf, ließ keinen Zweifel daran, daß sie für ihn nichts weiter als ein fester Bestandteil des ganzen Argers waren, der von der Stadt ausging: all die Stunden und Tage, die er wartend auf dem Finanzamt verbringen mußte, die Monate, die er in dem schmutzigen, überfüllten Gefängnis gesessen hatte, das endlose Feilschen mit Ladenbesitzern, das Verschwinden seines nichtsnutzigen Sohnes.

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