LeseTipp: Thea LEITNER, Habsburgs verkaufte Töchter.

Habsburger/Maria Carolina/Biografie/

 Thea LEITNER: Habsburgs verkaufte Töchter. Thea LEITNER: Habsburgs verkaufte Töchter.
(zuerst 1987), 272 S., ISBN: 3-492-21827-X
Serie Piper 1827
München: Piper, 1997

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Heiratspolitik im Hause Habsburg.
Die Idee, Töchter - aber auch Söhne - nach dynastischen Gesichtspunkten zu verheiraten, war nicht eine Erfindung Maria Theresias und beschränkte sich nicht auf Herrscherhäuser. Gefühle und persönliche Wünsche spielten keine Rolle. Aber bei den Habsburgern war die Heiratspolitik besonders ausgeprägt nach dem Motto
„Bella gerant alii / Tu felix Austria nube (Kriege mögen andere führen / Du, glückliches Österreich, heirate)”.
Thea LEITNER stellt in ihrem verdienstvollen Buch fünf habsburgische Töchter vor, die deutlich emanzipatorische Züge zeigen und die von der Geschichtsschreibung meist nur marginal beachtet wurden:
- Kunigunde (1465-1520), Tochter Kaiser Friedrichs III. und Schwester Maximilians I., verheiratet mit Herzog Albrecht IV. von Bayern;
- Margarete (1480-1530), Tochter von Kaiser Maximilian I., verheiratet mit Karl, Sohn des französischen Königs Ludwig XI.;
- Maria (1505-1558), Tochter von Philipp dem Schönen, verheiratet mit Ludwig Jagiello, als Ludwig II. König von Ungarn und Böhmen;
- Anna (1601-1666), Tochter von Philipp III. von Spanien, verheiratet mit Ludwig XIII., König von Frankreich;
- Maria Carolina (auch Marie Karoline, 1752-1814), Tochter von Maria Theresia, verheiratet mit Ferdinando, König von Neapel-Sizilien;
- Leopoldine (1797-1826), Tochter von Kaiser Franz I., verheiratet mit Peter I., Kaiser von Brasilien.
Fazit: Thea LEITNER entreisst kenntnisreich und anregend fünf habsburgische Prinzessinen, die in ihren Fähigkeiten ihrer Zeit voraus waren, dem Dunkel der Geschichte, in dem sie verschwunden sind. Leider fehlt ein Literaturverzeichnis.

Die Töchter des Hauses Habsburg wurden meist schon in den Windeln verlobt und als halbe Kinder verheiratet, mit Knaben und Greisen, mit Krüppeln und Kretins - einmal sogar wurde eine kleine Habsburgerin einem Ungeborenen versprochen, im ehernen Gottvertrauen, daß es schon das passende Geschlecht haben werde. […]
All diese Frauen haben dennoch mit bewundernswerter Disziplin versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen, ohne sich kaum je den Luxus zu leisten, persönliches Unglück offen zur Schau zu tragen.

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