LeseTipp: Douglas PRESTON, Credo: Das letzte Geheimnis

USA/Arizona/Thriller/

 Douglas PRESTON: Credo: Das letzte Geheimnis Douglas PRESTON: Credo: Das letzte Geheimnis
(Blasphemy., 2007)
592 S., ISBN: 978-3-426-19798-1
München: Droemer Knaur, 2008

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Preston hat eine Vorliebe für das eher verlassene, gebirgige Terrain der USA (hier: Arizona) als Hintergrund seiner Thriller und die Wiederverwendung von Personal früherer Romane: Hier ist es der ehemalige CIA-Agent Wyman Ford, der in "Der Canyon" als Mönch über ein Lebenstrauma hinwegzukommen versuchte. Aber dieses spirituelle Leben war auf Dauer nichts für ihn, und so hat er sich mit einem Sicherheitsunternehmen selbständig gemacht.
Nun erhält er den inoffiziellen Auftrag, sich beim Projekt "Isabella" - einem CERN-ähnlichen Teilchenbeschleuniger zur Erforschung des Urknalls - umzusehen, weil es den dortigen Wissenschafter unter Gregory Noth Hazelius scheints nicht gelingt, die Anlage zum Laufen zu bringen. Bald stellt sich jedoch heraus, daß ab etwa 99%iger Leistung seltsame Phänomene auftreten und Botschaften auf dem Überwachungsschirm erscheinen. Die Wissenschafter glauben an einen Sabotageakt und berichten diese Ereignisse nicht nach Washington, sondern gebaruchen Ausflüchte. Dort aber wird man unruhig, denn Präsidentschaftswahlen stehen bevor, und der Präsident braucht den Erfolg seines Projekts.
Gleichzeitig versucht ein Lobbyist, dem die Navajo-Regierung, auf deren Gebiet sich Isabella befindet, den Auftrag entzogen hat, mit Hilfe eines evangelikalen Predigers, gegen das Projekt Stimmung zu machen, damit er den Auftrag zum doppelten Honorar zurückerhält.
Natürlich gerät die Angelegenheit außer Kontrolle. Aufgehetzt von einem lokalen Prediger, versuchen Evangelikale das Projekt zu stürmen und zu vernichten, während die Wissenschafter im Projekt den Eindruck gewinnen, Gott selbst spräche zu ihnen...

Preston zeigt, wie leicht Menschenmassen manipulier- und beeinflussbar sind, aber auch, wie leicht die Kontrolle über die Massen verloren geht. Er weist auf die Stärke und damit Gefahr hin, die von den unltrakonservativen evangelikalen Kräften in den USA ausgeht, und wie man selbst eine neue religiöse Bewegung begründet. Und wie selbst Wissenschafter Opfer derartiger Manipulationen und zu Gläubigen werden.
Fazit: Das Buch hat etliche Längen, Ungereimtheiten, Schwächen und zuviel Küchenpsychologie.Wie auch bei den Soloromanen von Lincoln CHILD zeigt sich, daß sie gemeinsam besser sind. Dennoch: das Buch lässt einen denkenden Menschen nicht kalt.


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