LeseTipp: Adriano SACK, Gebrauchsanweisung für die USA.

USA/Land & Leute/

 Adriano SACK: Gebrauchsanweisung für die USA. Adriano SACK: Gebrauchsanweisung für die USA.
220 S., ISBN: 978-3-492-27573-6
Serie Piper 7573
München: Serie Piper, 2008

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Was wir schon immer über die Amerikaner wissen wollten - die Fortsetzung.
Adriano Sack betrachtet die USA etwa 20 Jahre nach Paul Watzlawick. Und ein wenig kann man als Außenstehender die Veränderungen erkennen, die das Land durchlaufen hat. Natürlich gibt es den Amerikaner noch immer nicht. Sack richtet seinen Blick vor allem auf die Ostküste mit Schwerpunkt New York City, natürlich auf San Francisco an der Westküste und - überraschend - auf Boulder, Colorado. Er ist ein 1967 geborener Journalist, und in seinen 22 Kapiteln hat er einen anderen Zugang. Er schreibt auch über Essen oder die amerikatypische Freundlichkeit, aber auch über die amerikanische Paranoia, die Prüderie und den gleichzeitig direkten Zugang zu Sex, den Drang, sich immer selbst zu perfektionieren.
Damit richtet sich das Buch nur eingeschränkt an die Touristen, die mit vielen Besonderheiten gar nicht in Berührung kommen, sondern an diejenigen, die in Amerika ihre zweite oder erste Heimat finden wollen: "...das Gefühl, mein Gepäck in einem riesigen Kofferraum verstaut zu haben und die Worte sagen zu dürfen, die für mich die Welt bedeuten: 'To Mahatten. Please.'
Fazit: Adriano Sack liebt Amerika mit all sein Schwächen und Unzulänglichkeiten, aber mit seiner positiven Einstellung zum Leben. Die Verfassung gesteht jedem das "Recht auf Glück" zu - aber dafür muß er bitte selbst sorgen. Und daraus kann man als umsorgter Mitteleuropäer auch den Schluß ziehen: Nein, in Amerika möchte ich nicht leben, und ich bin froh, kein Amerikaner zu sein.

Klassiker in den Geteilten Staaten von Amerika ist der Gegensatz von East Coast und West Coast. Die USA wurden von Osten aus erobert. Wenn es so etwas Ahnliches wie eine Aristokratie gibt, dann stammt sie aus Massachusetts, Connecticut, New Hampshire. In Boston landeten die Pilgerväter, das Urgestein der Neuen Welt, und hier wurde die Unabhängigkeit von England losgetreten. Hier sitzen die traditionsreichen Universitäten, die sogenannte Ivy League, und bei Chicago, Detroit und Pittsburgh wurde die industrielle Weltmacht USA geboren. Der Aufstieg der Westküste begann viel später. Erst mussten die Weiten des Landes durchmessen und mit Eisenbahnen durchquerbar gemacht werden. Wenn man aus den Bergen von Nevada nach Kalifornien fährt, die kargen Schluchten und schneebedeckten Berge abgelöst werden von einem rasant immer grüner werdenden und nur noch sanft hügeligen Land, dann stellt sich auch heute noch das Gefühl ein, dass man Amerika zum zweiten Mal entdeckt. Es war der Goldrausch, der die Menschen massenhaft in den Westen lockte, in dieses reiche, fruchtbare Land, das ein Paradies sein könnte, wenn nicht Erdbeben und Wassermangel allgegenwärtig wären. Später begründeten jüdische Einwanderer in Hollywood die Weltherrschaft des amerikanischen Kinos. Und technikversessene Exhippies wurden die Pioniere der digitalen Kommunikation.

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