LeseTipp: Doris GERCKE, Weinschröter, du musst hängen.

Hamburg/Krimi/

 Doris GERCKE: Weinschröter, du musst hängen. Doris GERCKE: Weinschröter, du musst hängen.
(zuerst 1988), 158 S, ISBN: 3-442-72587-9
btb 72587
München: Goldmann, 2000

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Bella Block hat ein Haus in Roosbach geerbt und im Laufe mehrerer Jahre renoviert und wohnlich gemacht. Immer wieder zieht sie sich dorthin zurück, findet es idyllisch, meidet aber den Kontakt zu den anderen Dorfbewohnern. Als sie von ihrem Chef hingeschickt wird, um einer anonymen Anzeige nachzugehen, stellt sie bald fest, daß die Idylle nur bei ihr war. In der Anzeige geht es um zwei Selbstmorde, die angeblich keine waren. Und Bella Block findet heraus, daß es einen potentiellen dritten Todeskandidaten gibt. eigentlich soll und will sie ihn schützen, aber nachdem sie den Grund für die Todesfälle herausgefunden hat, verschiebt sich ihr Empfinden für Recht und Gerechtigkeit. Und sie wird das Haus verlassen.
Es scheint dies der erste und zugleich letzte Kriminalroman mit der Kommissarin Bella Block zu sein, denn in den folgenden Romanen agiert sie als Privatdetektivin.
Fazit: Bella Block, Liebhaberin von Wodka-Orange, ist eine sehr eigenwillige, unabhängige und nicht leicht zu fassende Person.

Sie war sich des unlösbaren Zusammenhangs zwischen der Gesellschaft, die sie durch ihre Arbeit schützte, und der von dieser Gesellschaft ständig neu produzierten Kriminalität bewußt. Dieses Bewußtsein war es, neben ihrem Hang zur Gründlichkeit, das es ihr ermöglichte, Erfolge in der Arbeit zu haben, wo andere schon längst aufgegeben hatten. Keiner ihrer Kollegen ahnte, was auch sie selbst sich kaum bewußt machte, daß nämlich ihr Arbeitseifer, ihre Gründlichkeit am stärksten dadurch motiviert wurde, daß sie ein Gefühl der Mitschuld, der Mitverantwortung an Verhältnissen empfand, die zum Beispiel Eltern dazu brachten, ihre Kinder totzuprügeln.

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