LeseTipp: Craig RUSSELL, Wolfsfährte.

Hamburg/Thriller/

 Craig RUSSELL: Wolfsfährte. Thriller. Craig RUSSELL: Wolfsfährte. Thriller.
(Brother Grimm., 2006)
397 S. S., ISBN: 978-3-8387-0607-8
Bergisch-Gladbach: Ehrenwirth, 2010

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Wieder treibt ein Serienmörder in Hamburg sein Unwesen, und wieder folgen die Morde einem Mythos. Diesmal stellt der Täter Szenen aus den Märchen der Gebrüder Grimm dar. Er folgt damit einem Literaturhistoriker, der die Fiktion entwirft, Jacob Grimm wäre ein Serienmörder gewesen und hätte bei der Sammlung der Märchen Morde in Analogie dazu begangen.
Jan Fabel, Leitender Kriminalhauptkommissar der Mordkommission, ist unter Druck: zum Einen, da zu den Opfern auch Prominente zählen, zum Anderen, weil sein Team durch den Teilausfall zweier Mitglieder geschwächt ist.
Geschickt lässt der Autor den Leser an der Gedankenwelt des Mörders teilhaben - aber wenn man glaubt, ihn identifizieren zu können, irrt man. Das ist vielleicht eine kleine Schwäche des Romans, daß die Entlarvung des Täters etwas flach ausfällt. Und die psychologischen Motive sind nur bedingt nachvollziehbar - aber andererseits muß die Psyche eines Massenmörders wohl unbegreiflich bleiben.
Fazit: der Roman ist spannend und gewinnt zusätzlich durch den oftmaligen Wechsel der Perspektive. Und Russell liebt Mythen als Hintergrund.

Ein Zimmer erweckte Fabels besondere Aufmerksamkeit: ein großes, luftiges Zimmer, das durch ein nach Süden blickendes Fenster mit Licht überflutet wurde. Es war ein Raum, den die meisten Menschen zum Wohnzimmer gemacht hätten, doch die einzigen Möbel bestanden aus einer Anrichte mit einer CD-Anlage an der einen Wand und einem Stuhl mit hohem Rücken, der wie ein Thron in der Mitte des Zimmers, dem Fenster gegenüber, stand.
Trotz der Leere spürte Fabel, dass dieses Zimmer benutzt worden war. Hier hatte sich ein Gefühl der Verzweiflung und Einsamkeit ausgebreitet...

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