Afghanistan Flagge KönigreichAfghanistan - Zeittafel

Übersicht über die Geschichte Afghanistans als Zeittafel

Anfang 16. bis Mitte 18. Jahrhundert

Das heutige Afghanistan bleibt nahezu 250 Jahre lang zwischen den persischen Safawiden, den Moguln in Nordindien und den usbekischen Schaibaniden in Mittelasien geteilt.
1505
Babur, Begründer der Mogul-Dynastie, erobert Kabul.
1625
Die Safawiden besetzen Kandahar.
1667-1672
Unter der Führung von Khuschak Khan Khatak rebellieren paschtunische Stämme gegen die Herrschaft der Moguln.
1709
Der aus dem paschtunischen Stamm der Ghilzai stammende Mir Wais Hotak vertreibt die Safawiden aus Kandahar.
1722
Mahmud, Sohn und Nachfolger von Mir Wais, nimmt Isfahan ein und beendet die Safawidenherrschaft.
1729
Nader Schah beendet die «Afghanen-Herrschaft» in Persien.
1736-1747
Nader Schah herrscht über Persien.
1747-1773
Ahmad Schah aus der paschtunischen Stammeskonföderation der Durrani (Abdali) begründet das Durrani-Reich.
1773-1793
Timur Schah, Sohn und Nachfolger Ahmad Schahs, übernimmt die Macht.
1793-1826
Interne Machtkämpfe schwächen das Durrani-Reich.
1826-1863
Dost Mohammad herrscht mit Unterbrechung über Kabul.
1838-1842
Erster anglo-afghanischer Krieg
1839
Schah Schoja besteigt mit Hilfe der Briten den afghanischen Thron.
6. Jan. 1842
Größtes Debakel der britischen Kolonialgeschichte: 4500 britische Soldaten und 12000 Trossangehörige werden von afghanischen Kriegern bei ihrem Rückzug nach Peschawar niedergemetzelt.
1863-1878
Scher Ali, Sohn Dost Mohammads, regiert über Afghanistan.
1879
Zweiter anglo-afghanischer Krieg. Afghanistan wird halbautonomes Protektorat Britsch-Indiens.
26. Mai 1879
Vertrag von Gandomak
1880-1901
Herrschaft Abdur Rahmans
1888-1893
Abdur Rahman unterwirft in grausamen Kriegen die schiitischen Hazaras.
12. Jan. 1893
Der Durrand-Vertrag besiegelt die Grenze zwischen Afghanistan und Britisch-Indien.
1901-1919
Herrschaft Habibullahs I.

1919-1946

Der Beginn des modernen Afghanistans
1919-1929
Herrschaft Amanullahs, Sohn Habibullahs I.
3. Mai 1919
Amanullah erklärt den Briten den Krieg.
Mai-August 1919
Dritter anglo-afghanischer Krieg
8. August 1919
Ein vorläufiger Vertrag regelt die Unabhängigkeit Afghanistans.
10. April 1923
Amanullah verkündet eine konstitutionelle Verfassung.
16. Jan. 1929
Der Tadschike Habibullah II. (genannt Bacha-ye Saqqao - Sohn des Wasserträgers) stürzt Amanullah.
Okt. 1929
Nader Schah beendet die Herrschaft Habibullahs II.
1930-1933
Herrschaft Nader Schahs
1933-1973
Herrschaft Zahir Schahs, der aber erst ab 1963 aktiv in die Politik eingreift.
1933-1946
Mohammad Haschem Khan, Onkel von Zahir Schahs, leitet die Regierungsgeschäfte.

1946-1973

Am Weg zur konstitutionellen Monarchie
1946-1953
Schah Mahmud Khan übernimmt die Regierung.
1949-1970
Die Paschtunistanfrage führt immer wieder zu Grenzzwischenfällen und Handelsblockaden durch Pakistan.
1953-1963
Mohammad Daud Khan leitet die Regierungsgeschäfte.
1963-1973
Konstitutionelle Monarchie unter Zahir Schah
Sept. 1964
Verabschiedung einer konstitutionellen Verfassung, die Ansätze eines westlichen Parlamentarismus enthält.

1973-2001

Republik Afghanistan / Islamisches Emirat
17. Juli 1973
Mohammad Daud Khan putscht sich an die Macht und ruft die Republik aus.
1973-1978
Regierungszeit Mohammad Daud Khans
27. April 1978
In der April-Revolution (enqelab-i saur) stürzt die Demokratische Volkspartei Afghanistan (DVPA) Mohammad Daud. Mohammad Taraki wird Präsident und Afghanistan «Demokratische Republik».
5. Dez. 1978
Unterzeichnung eines Vertrages über Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zwischen Afghanistan und der Sowjetunion.
16. Sept. 1979
Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Taraki ernennt sich Hafizullah Amin zum neuen Präsidenten.
10. Okt. 1979
Taraki wird ermordet aufgefunden.
24.-27. Dez. 1979
Sowjetische Intervention in Afghanistan. Beginn des Afghanistan-Kriegs
27. Dez. 1979
Amin wird erschossen und Babrak Karmal neuer Präsident.
4. Mai 1986
Mohammed Najibullah löst Babrak Karmal auf Geheiß Moskaus als Regierungschef ab.
14. April 1988
Unterzeichnung des Friedensvertrags (Geneva Accord) zwischen der afghanischen und pakistanischen Regierung, den USA und der Sowjetunion
1989
Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
April 1992
Sturz Najibullahs durch die Mujahedin. Im Peschawar Accord einigen sich die Widerstandsparteien auf eine Ubergangsregierung. Afghanistan wird Islamische Republik.
1992-1996
Andauernde Kämpfe legen Kabul in Schutt und Asche.
Spätsommer 1994
Auftreten der Taliban in Südostafghanistan
Sept. 1996
Die Taliban nehmen Kabul ein. Zusammenschluß der übrigen Parteien zur Nordallianz
24.-28. Mai 1997
Die Taliban besetzen Mazar-i Scharif.
12. August 1998
Die Taliban nehmen erneut Mazar-i Scharif ein.
10. März 2001
Die Taliban zerstören die Statuen von Bamyan.
11. Sept. 2001
Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon

Ab 2001

Afghanistan-Krieg
7. Okt. 2001
Beginn der US-geführten militärischen Intervention - International Security Assistance Force (ISAF) - in Afghanistan
8. Nov. 2001
Die Nordallianz nimmt Mazar-i Scharif ein.
12./13. Nov. 2001
Die Taliban überlassen Kabul der Nordallianz.
27. Nov. bis 5.Dez. 2001
Petersberger Konferenz bei Bonn
8. Dez. 2001
Die Taliban verlieren Kandahar, ihre letzte wichtige Hochburg.
22. Dez. 2001
Die Ubergangsregierung unter Hamid Karzai nimmt ihre Arbeit auf.
Mitte Juni 2002
Eine loya jirga (Große Stammesversammlung) bestätigt Karzai als Präsidenten der afghanischen Übergangsregierung.
4. Jan. 2004
Verabschiedung der neuen afghanischen Verfassung
9. Okt. 2004
Hamid Karzai wird mit 55,4% der Stimmen zum Präsidenten gewählt.
seit 2005
Zunahme der Kämpfe zwischen Aufständischen einerseits und ISAF und afghanischer Armee andererseits
18. Sept. 2005
Landesweit finden Parlaments- und Provinzwahlen statt.
29. Mai 2006
Nach einem durch US-Soldaten verursachten Verkehrsunfall kommt es in Kabul zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen mehrere Gebäude internationaler Organisationen niedergebrannt werden.
31.Juli und 5. Okt. 2006
Die NATO übernimmt den Oberbefehl in Süd- und Südostafghanistan.
20. Aug. 2009
Präsidentschaftswahlen, zu deren Gewinner am 2. November Hamid Karzai erklärt wird.
4. Sept. 2009
Kunduz-Affäre: Der Bundeswehroberst Georg Klein befiehlt den Beschuss zweier von den Taliban entführter Tanklaster, wobei bis zu 142 Menschen ums Leben kommen.
18. Sept. 2010
Parlamentswahlen in Afghanistan
2. Mai 2011
Ein US-Sonderkommando tötet Osama bin Laden in Abottabad/Pakistan.
4. April 2014
Die deutsche Fotojournalistin Anja Niedringhaus wird von einem afghanischen Polizisten erschossen. Sie war in einem geschützten Wahlkonvoi in der Provinz Khost anlässlich der Präsidentschaftswahlen unterwegs.
14. Juni 2014
Die Stichwahlen für die afghanische Präsidentschaft drohen im Chaos zu versinken. Auf Vermittlung von US-Außenminister John Kerry wird am 19. September Ashraf Ghani Präsident und Abdullah Abdullah Regierungschef.
31. Dez. 2014
Abzug eines Großteils der NATO-Truppen aus Afghanistan. Das ISAF-Mandat wird am 1. Januar 2015 durch die Mission Resolute Support abgelöst.
28. Sept. 2015
Die Taliban nehmen vorübergehend Kunduz ein.
14. April 2017
Die US-Armee wirft ihre größte nicht-atomare Bombe, die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) auf Stellungen des IS (Islamischer Staat) in der Provinz Nangahar ab
28. Sept. 2019
Als vorläufiges Ergebnis der Präsidentschaftswahlen wurde Ashraf Ghani Sieger, gefolgt von Abdullah Abdullah
18. Feb. 2020
Das amtliche Endergebnis bestätigte das vorläufige, wurde jedoch von beiden Kandidaten nicht anerkannt. Beide legten in getrennten Zeremonien den Amtseid als Präsident ab.
29. Feb. 2020
Der amerikanische Sondergesandte für Aussöhnung in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, und der Leiter des politischen Büros der Taliban in Doha, Mullah Abdul Ghani Baradar, unterzeichnen das Doha-Abkommen: die USA ziehen ihre Truppen innerhalb von 14 Monaten aus Afghanistan ab, auch die übrigen NATO-Truppen sollen das Land verlassen. Die Taliban wollen ihrerseits terroristischen Gruppierungen wie Al-Qai'da keine Zuflucht mehr gewähren und den sogenannten IS weiter bekämpfen.
17. Mai 2020
Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah unterzeichnen auf amerikanischen Druck schließlich eine politische Vereinbarung, welche eine Teilung der Macht vorsieht
Mitte April 2021
US-Präsident Joe Biden verkündet den Truppenabzug aller US-Streitkräfte aus Afghanistan vom 1. Mai bis zum 11. September 2021
Mai 2021
Die Taliban kontrollieren oder bedrohen 50 bis 70% des afghanischen Territoriums und üben direkte Kontrolle über 57% der Zentren der Verwaltungsdistrikte aus. Geheimdienste rechnen mit einer Niederlage der Regierung nach dem Abzug innerhalb von 6-12 Monaten.
Juni 2021
Die deutsche Bundesregierung beendet ihre Beteiligung am Krieg in Afghanistan und zieht die letzten deutschen Soldaten ab.
15. August 2021
Die Taliban nehmen Kabul ein. Eine chaotische Evakuierungsaktion ausländischer Staatsbürger und afghanischer Ortkräfte beginnt, etwa 100.000 Personen können ausgeflogen werden.
31. August 2021
Ende der internationalen Evakuierung, gleichzeitiger Abzug der letzten Truppen der US-amerikanischen Streitkräfte. Das Islamische Emirat Afghanistan (Da Afghanistan Islami Amarat) der Taliban ist wieder errichtet.

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