Katharina PETERS, Dünenmord.

Mecklenburg-Vorpommern/Rügen/Regionalkrimi/

 Katharina PETERS: Dünenmord.
Katharina PETERS: Dünenmord. Ein Rügen-Krimi.
227 S, ISBN: 978-3-8412-0576-6
Romy Beccare 2
Berlin: Aufbau Verlag, 2013
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Rügen im Winter. Der lange und gewundene Weg.
Polizeiliche Ermittlungen können mühsam sein. Insbesondere, wenn man glaubt, aufgrund von Indizien den Täter an der Angel zu haben.
Monika Sänger, Leiterin eines Kindergartens in Bergen, wird tot am Strand von Göhren gefunden. Schwer mißhandelt, aber daran starb sie nicht. Sie ertrank, weil sie jemand schwer verletzt ins Wasser gezogen hat. Zunächst scheint es kein Motiv für die Tat zu geben. Denn das Opfer galt überall als beliebt. Nur mit ihrem Interesse für Prora, jener gigantomanischen, aber nie fertig gestellten nationalsozialistischen Feriensiedlung, verwickelte sie in Auseinandersetzungen. Aber Monikas Interesse galt der Nachnutzung durch die DDR-Armee. Hier wurden so genannte "Spatensoldaten", Verweigerer des Militärdienstes, unter brutalen Bedingungen bei Bauarbeiten eingesetzt. Ihr Bruder starb dabei - angeblich war es ein Unfall.
Aber es scheint auch einen anderen dunklen Punkt in Monikas beruflichen Leben gegeben zu haben, während ihrer Tätigkeit im Kindertagesheim zu DDR-Zeiten. Ein achtjähriger Junge verschwindet während eines Ausflugs der Kita am Strand und wurde nie gefunden. Was hat das mit Monika zu tun? Kurz danach kam die Wende, und Monika verließ Rügen.
Katharina PETERS hat scheints eine Schwäche für etwas 50-jährige, charmante und erfolgreiche Männer als Verdächtige. Aber dann sind mehrere Täter (oder Täterinnen) an dem Mord beteiligt - was der immer ungeduldigen Kommissarin Romy Beccare nicht gefällt.
Fazit: Es ist Winter auf Rügen, eine eher stille Zeit. Und so fließt auch der Krimi bedächtig dahin. Die mühsamen Ermittlungen der Kommissarin und ihres Teams wirken durch den Schnee gedämpft. Bis sie Fahrt gewinnen und das Ende sehr überraschend ist. Und Rügen ist auch im Winter ein Reiseziel …

Sie hatte ganze Tage vergessen und im Dunklen ihr Spiel mit sich treiben lassen, und als sie wieder aufgetaucht waren, hatte sie sich ihnen schließlich gestellt, sie mit mutig erhobenem Kinn herausgefordert, sogar bekämpft und niedergerungen, um nun erkennen zu müssen, dass sich nichts geändert hatte, bis auf das Wissen um die Ereignisse.
Die Bilder und Geschichten waren zurückgekehrt an den Strand der Erinnerungen. Nun war die Frau mit den gierigen Augen tot. Ihr Flehen, so unerwartet und stark es gewesen war, hatte sich als wirkungslos erwiesen. Aber ihr Tod auch.
Das war die schlimmste Erkenntnis.

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