Buchtipp : Henrik SIEBOLD, Inspektor Takeda und die stille Schuld. (Rezension)

Henrik SIEBOLD, Inspektor Takeda und die stille Schuld.

Hamburg/Krimi/

 Henrik SIEBOLD: Inspektor Takeda und die stille Schuld.
Henrik SIEBOLD: Inspektor Takeda und die stille Schuld.
366 Seiten, ISBN: 978-3-7466-3718-1
Harms-Takeda 5
Berlin: Aufbau Verlag, 2021
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Die Robotergesetze von Isaac Asimov - oder ist die Zukunft Gegenwart geworden?
In einer Seniorenresidenz in Hamburg bricht in einem der Wohngebäude ein Feuer aus. Die neun Bewohner sterben. Da Brandstiftung vorliegt, werden Kommissarin Claudia Harms und ihr japanischer Austauschkollege Inspektor Ken Takeda mit den Ermittlungen betraut.
Obwohl es sich um eine gehobene Einrichtung handelt, werden die Mitarbeiter schlecht bezahlt. Die Personaldecke ist knapp. Aber die Senioreneinrichtung nimmt an einem Test teil. Lisa, ein Pflegeroboter, soll das Personal entlasten. Die Mitarbeiter sehen aber keinen Vorteil in Lisa, fürchten um ihre Arbeitsplätze und lehnen den Roboter ab.
Dann kommt es in einem Privathaus, in dem ebenfalls Lisa im Einsatz ist, zu einem Brand - ebenfalls gelegt. Harms und Takeda sind in ihrer kurzen Beziehung gescheitert und versuchen, nur noch Kollegen zu sein. Sie haben den Verdacht, daß der Roboter irgendwie mit den Bränden zu tun haben könnte. Auch bekommen sie vom Hersteller, einem deutsch/japanischen Konsortium, keine genauen Angaben zu Lisas Fähigkeiten. Liegt hier mögllicherweise ein Programmierfehler vor, der die drei Robotergesetze außer Kraft gesetzt hat? Sodaß Lisa Menschen töten kann, anstatt sie zu beschützen?
Fazit: Henrik SIEBOLD wagt hier einen Blick in die Zukunft. Natürlich gibt es noch keine Roboter mit Lisas Fähigkeiten. Aber die Entwicklung läuft. Harms und Takeda repräsentieren die unterschiedlichen Meinungen und Zugänge - Harms ablehnend und Takeda durchaus aufgeschlossen. Sie spiegeln damit die unterschiedlichen Herangehensweisen in Deutschland und in Japan. Und es zeigt sich, daß die drei Robotergesetze nicht immer klar befolgt werden könne, wenn sie einander widersprechen. Und in der Zwischenzeit werden Unmengen an Kaffee und Tee getrunken, während sich Siebold in Einzelheiten verliert - Seitenfüller. Denn als Krimifall ist die Geschichte etwas dünn.
Takeda rauchte eine Mild Seven, seine japanische Stammmarke. Ab und an nahm er einen Schluck aus einer Bierdose. Astra. Die Musik spielte leise aus seinem kleinen, tragbaren MP3-Player.

Nakamura lachte auf. »(...) Wir Japaner wissen nun einmal deutlicher als andere Menschen, dass sich die Welt nicht in ein Ja oder Nein einteilen lässt, nicht in Schwarz oder Weiß, nicht in Gut oder Böse. Diejenigen, die es doch versuchen, unterliegen einer Illusion. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen, Kyūdō ist genau, wie Sie sagten, die japanische Kunst des Bogenschießens. Aber zugleich ist es auch viel mehr. Wie der Name sagt, ist es ein Dō, so wie in Jūdō oder Shodō, der Kunst der Kalligraphie. Dō bedeutet Weg, und einen solchen beschreiten wir. Wir gehen nicht einfach nur mit Pfeil und Bogen um. Wir versuchen, uns selbst und die Natur der Dinge zu begreifen.«

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