James A. MICHENER, Karawanen der Nacht.

Afghanistan/Roman/

 James A. MICHENER: Karawanen der Nacht.
James A. MICHENER: Karawanen der Nacht.   Neu 
(Caravans., 1963)
261 S., ISBN: 3-426-00147-0
TB 147
München: Droemer-Knaur TB-Verlag, 1975
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Eine Amerikanerin in Afghanistan.
Die Studentin Ellen Jaspar hat gegen den Willen ihrer Eltern einen afghanischen Studenten geheiratet und ist ihm nach Afghanistan gefolgt. Da die Eltern monatelang nichts mehr von ihr gehört haben, bitten sie die amerikanische Botschaft in Kabul um Nachforschungen. Der Botschaftsbeamte Mark Miller wird damit beauftragt, sie zu suchen. Dabei kommt er nach Kandahar, Bamyan und zum Helmand-Valley-Project. Hier bauen die Amerikaner seit 1946 einen Staudamm zur Bewässerung des Landes.
Miller erlebt etliche Abenteuer, Freundschaft und Verrat, bis er Ellen schließlich findet. Aber es ist alles ganz anders: keine Entführung, kein Selbstmord, keine Flucht.
Wir hielten im Mondlicht am Rand einer uralten Stadt. Dort lag der Hindukusch, und die Unabsehbarkeit Asiens umgab uns. Im Norden irgendwo waren der Oxus und die Ebenen von Samarkand, im Süden Kandahar und die riesige Wüste von Belutschistan, im Westen jener seltsame See, der sich in der Luft auflöst, und die Minaretts von Schiras und Isfahan. Ich spürte die Weite von Zentralasien, das sein Gesicht verschleiert wie Siddiqa, und wie ihre Verschleierung einen eigenartigen Reiz bewahrte, so bewahrte diese schweigende asiatische Nacht mit den Lichtern drunten am Fluß ihren eigenartigen Reiz.
Fazit: James A. MICHENER, der in den 1960er und 1970er-Jahren durchaus bekannte Autor von Abenteuerromanen (Die Kinder von Torremolinos) legt hier eine wilde Geschichte aus dem Afghanistan um 1946 vor. Eine Mischung von Liebe, Verrat, Nomaden und modernen Afghanen. Wie realitätsnah lässt sich heute nicht mehr feststellen.

War ich mit ihm beisammen, wurde mir jedesmal aufs neue klar, wie schwierig sich die zukünftige Entwicklung Afghanistans gestalten mußte, wenn sie den Afghanen allein überlassen blieb. Zweifellos würde der Widerstand der vielen fanatischen Mullahs aus den Bergen jeden Fortschritt sabotieren, den die wenigen jungen, aufgeklärten und geschulten Männer wie Moheb Khan mit ihren Diplomen von Oxford, der Sorbonne oder dem Technologischen Institut von Massachusetts durchzusetzen versuchten. Es war keineswegs sicher, wie dieser Kampf ausgehen mochte, aber es war selbstverständlich, daß die Angehörigen aller ausländischen Botschaften hofften, Moheb Khan und seine Anhänger würden ihn gewinnen.

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