
Romy Beccare 12 Neu
381 Seiten, ISBN: 978-3-7466-3773-0
Berlin: Aufbau Verlag, 2023
Bewertung
Rezension
Frauen müssen lernen, wo ihr Platz ist. Und bestraft werden, wenn sie aus der Reihe tanzen.
Die 25jährige Svenja wird auf der Halbinsel Mönchgut in der Nähe vom Nonnenloch aufgefunden - brutal vergewaltigt und ermordet. Das Nonnenloch war ein Ort der Bestrafung für Nonnen, die nicht gottgefällig genug gelebt hatten. Nur - was hat Svenja damit zu tun? Sie wollte eigentlich auf Rügen nur einen Job in einem naturnahen Touristikunternehmen.
Doch dann findet Kommissarin Romy Beccare heraus, daß Svenja vor sieben Jahren im Rahmen einer Schulexkursion schon einmal auf Rügen war. Damals ist ihre Mitschülerin Marina, ein sehr selbstbewußtes Mädchen, verschwunden und nicht mehr mit der Gruppe zurückgefahren. Allerdings hatte sich niemand etwas dabei gedacht. Marina war auch sehr spontan und eigenwillig - und volljährig.
Einige Jahre später wird Marinas Leiche in einer Bauruine gefunden. Allerdings lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen, ob sie ermordet wurde oder einem Unfall - einstürzende Wand - zum Opfer fiel. Zuletzt war Marina auf der Geburtstagsfeier eines bekannten Bauunternehmers gesehen worden. Auf einem Foto ist sie am Rande sichtbar. Svenja hat dieses Foto gefunden. Aber nun ist es verschwunden. Was war noch darauf zu sehen?
Der junge Kommissar Finn, der mit Romy zusammenarbeitet, findet heraus, daß es auf Rügen eine Gruppe von Männern gibt, die Frauen für ihren nicht angepaßten
Lebensstil bestrafen. Dabei sind der Bauunternehmer, ein Architekt und ein mittlerweile Verstorbener. Aber sind das auch die Mörder?
Fazit: Es ist ein brennendes Thema - Gewalt gegen Frauen bis zum Femizid -, das Katharina PETERS hier anspricht. Aber sie verstrickt sich zu sehr in die Einzelheiten der Polizeiermittlung. Vermutlich will sie zeigen, wie schwierig es sein kann, die Wahrheit zu finden und die Täter zu überführen. Aber das nimmt die Spannung raus und wirkt hoplrig. Geblieben ist, daß nicht immer die Hauptverdächtigen die Täter sind.
Nach drei Morden an Touristinnen zwischen dreißig und fünfzig Jahren war ein Spezialteam eingesetzt worden. Seinerzeit kam man dem Täter erst auf die Spur, als ein Abgleich der Bewegungsdaten der Opfer einen Hinweis auf bevorzugte Lokale ergab. Doch selbst als sich herausstellte, dass ein Aushilfskellner im direkten Umfeld der drei Tatorte gearbeitet hatte, war die Beweislage zu schwach. Nach eingehender Profilanalyse des Verdächtigen hatte Lou sich als Köder zur Verfügung gestellt. Die Festnahme war ein großer Erfolg gewesen. Der Täter hatte bei den Vernehmungen bereitwillig und ausführlich dargelegt, warum er es genoss, Frauen zu töten; seine Erklärung lautete zusammengefasst: Sie verdienten es nicht anders. Er würde den Rest seines Lebens im Gefängnis beziehungsweise in Sicherungsverwahrung verbringen.