Mario GIORDANO, Tante Poldi und die sizilianischen Löwen.

Sizilien/Krimi/

 Mario GIORDANO: Tante Poldi und die sizilianischen Löwen.
Mario GIORDANO: Tante Poldi und die sizilianischen Löwen.
365 S., ISBN: 978-3-431-03914-6
Tante Poldi 1
Köln: Lübbe, 2015
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Wenn Bayern auf Sizilien trifft.
Tante Poldi ist eine lebenslustige und unerschrockene Frau. Zu ihrem 60. Geburtstag beschließt sie, nach Sizilien zu ziehen, um Meerblick, Sonne und Ruhe zu genießen. Dort lebt die Familie ihres verstorbenen Exgatten. Und da Tante Poldi auch zur Melancholie neigt, spricht sie dem Alkohol etwas mehr zu, als ihr guttut. Das gefällt ihrem Neffen, einem wenig erfolgreichen Schriftsteller, der sie mehrmals im Jahr besucht, nicht so recht.
Tante Poldi hat in der Nähe von Taormina ein Haus gemietet und sich für verschiedene Instandhaltungsarbeiten Helfer wie Valentino organisiert. Valentino erweist sich als sehr zuverlässig, und als er zu einem vereinbarten Termin nicht erscheint und tagelang nichts von sich hören lässt, wird Tante Poldi unruhig und beginnt Nachforschungen. Als sie seine Leiche, mit einer Lupra erschossen, an einem Strand fundet, vermutet sie die Mafia als Täter. Aber der ermittelnde Commissario Montana glaubt sicht daran, und Tante Poldi geräts selbst kurzzeitig unter Mordverdacht.
Ihr Verdacht richtet sich auf Russo, der eine Großgärtnerei betreibt und für den Valentino gearbeitet hat. Außerdem gibt es noch einen Bauunternehmer, der Fußböden, Mosaike, Statuen und ähnliches aus alten Villen anbietet - vermutlich illegal aus abbruchreifen Villen entfernt. Und dann gibt es noch Mimì, einen alten Adeligen und Hölderlin-Verehrer...
Fazit: Der in München geborene und in Köln lebende Mario Giordano lässt hier zwei Mentalitäten und Lebenswelten aufeinanderprallen, wobei am Ende die sizilianische siegen wird. Das ist oft recht amüsant zu lesen, allerdings hält er den Ball eher flach. Die Krimihandlung ist nur der Aufhänger der Geschichte und daher nicht besonders spannend. Allerdings ist sie das Vehikel, um Vorurteile aufzulösen.

Dass ganze Banden sich darauf spezialisiert hätten, in die meist leerstehenden Gebäude einzubrechen und die wertvollen Mosaiken, Fresken, Steinböden, Skulpturen und eben auch Torlöwen herauszureißen und zu verhökern, damit irgendwelche Zahnärzte, Nachtklubbesitzer und Deutsche sie in ihre geschmacklosen Strandhäuser einbauen konnten. Onkel Martino redete sich bei seinem Lieblingsthema Numero eins, dem Verfall Siziliens nämlich, gerne mal in Rage, ganz egal, ob man mit dem Thema vertraut war oder nicht. ... Damit war Martino übergangslos bei seinem Lieblingsthema Numero zwei angelangt: den mafiosen Verstrickungen von Andreotti, Craxi, Berlusconi & Co.

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