Katharina PETERS, Hafenmord.

Mecklenburg-Vorpommern/Rügen/Regionalkrimi/

 Katharina PETERS: Hafenmord.
Katharina PETERS: Hafenmord. Ein Rügen-Krimi.
318 S, ISBN: 978-3-8412-2384-5
Romy Beccare 1
Berlin: Aufbau Verlag, 2012
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Wenn das Opfer auch Täter ist: lässt sich Selbstjustiz moralisch erklären?
Kai Richardt wird im Keller einer Fischfabrik im Sassnitzer Hafen tot aufgefunden. Er wurde erschlagen, aber zuvor noch gründlich zusammengeschlagen. Der Inhaber eines Büros für Innenausstattung war charmant, witzig, umgänglich und ein guter Sportler. Wer also sollte Interesse haben, ihn so brutal zu töten?
Aber schon bald zeigen die Nachforschungen von Romy Becarre, der leitenden Kommissarin in Bergen, daß Kai auch dunkle Seiten hatte und zur Gewaltanwendung neigte. Und in einem anderen Teil des Kellers wird ein weibliches Skelett gefunden - Beate Lauber, eine etwa zehn Jahre zuvor verschwundene junge Frau. Sie war die Enkelin eines im Zuge der Aktion Rose 1953 in der DDR enteigneten Hotelbesitzers in Rügen. Er erhielt sein Hotel nach der Wende nicht wieder, sondern es wurde einer Gesellschaft aus dem West zugesprochen. Beate versuchte, diesen Fall wieder aufzurollen.
Maximillian Breder, ein junger Datenbankspezialist von der Polizei Stralsund, entdeckt weitere Verbindungen zu entführten und vergewaltigten jungen Frauen. Entführungen, die niemals aufgeklärt werden konnten und an denen nicht nur die Frauen, sondern auch ihre Beziehungen zerbrachen. Genügend Beteiligte, die ein gutes Motiv hatten.
Fazit: Katharina PETERS beschäftigt sich nicht weiter mit dem naheliegenden Thema Selbstjustiz, sondern lässt ihre Kommissarin den rechtlich eindeutigen Standpunkt der rigorosen Ablehnung einnehmen. Damit zieht sie sich aus der Affäre, auch wenn das Thema unterschwellig weiter gärt. Und da es weniger um das Opfer als um den Ermordeten als Täter geht, bleibt der Spannungsbogen einer Ferieninseln angemessen. Sehr viel Wissen über Polizeiarbeit hat die Autorin scheints nicht.

Im nächsten Moment zog sich Mirjams Inneres wie schockgefroren zusammen, und ihr Atem stockte, als würde jemand die Hände um ihren Hals legen. Oder um ihr Herz. Ihr Atemzentrum. Sie versuchte, gleichmäßig und ruhig weiterzuatmen - wie sie es vor Jahren gelernt hatte. Panikattacken hatte sie schon sehr lange nicht mehr durchleiden müssen. So lange, dass die leise Hoffnung in ihr aufgekeimt war, sie könnten sich für immer verabschiedet haben. Eine fatale Fehleinschätzung. Eine leise, unangenehm klingende Männerstimme genügte, um sie völlig aus dem Gleichgewicht zu werfen.
In der Pause verließen sie die Veranstaltung. Ben war besorgt. Mt Recht. Die Stimme barg eine Erinnerung in sich.

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