
399 Seiten, ISBN: 9783734113352
München: Blanvalet, 2024
Bewertung
Rezension
Der Versuch eines deutschen Autors, einen toskanisch-italienischen Krimi zu schreiben. Aber wo bleibt der italienische Spirit?
Francesco Scotti war ein Undercover-Agent, der gegen die Mafia in Neapel ermittelt hat und bei einer Razzia möglicherweise aufgeflogen ist. Daher wird er in dem kleinen - und somit überschaubaren - toskanischen Ort Montecaltini versteckt
. Dort soll er als Commissario unauffällig bleiben. Scotti stammt aus dem Ort - aber eigentlich wollte er nie wieder hierher zurückkommen.
Doch kurz vor seiner Rückkehr wurde der 80-jährige Orlando tot aufgefunden. Abgestürzt vom 400 Meter hohen Felsen, auf dem der Ort liegt. Unfall - Selbstmord - Mord? Also wird Scotti in die Untersuchungen involviert. Orlando war ein bekannter Ikonenmaler - und irgendwie scheint sein Tod damit zusammenzuhängen.
Francesco Scotti ist keine besonders sympatische Figur. Er tritt in einem teuren Anzug auf und hält sich für etwas Besseres. Das übergeordnete Polizeikommando verachtet er. Und er ist Affären nicht abgeneigt. Das alles soll wohl eine menschliche Seite des Krimis bilden.
Fazit: Antonello ROSSI (Pseudonym eines deutschen Autors) gelingt es nicht wirklich, eine toskanische Atmosphäre zu schaffen. Seine Protagonisten wirken nicht lebendig, sondern sind nur das Ergebnis einer Beobachtung. Nicht interessant zu lesen. Aber vielleicht schafft es Rossi beim nächsten Band....
Das gesamte Dorf stand unter Schock. Als die Nacht sich über die Piazza legte, hatten die meisten ihre Aufregung und Trauer in Rotwein oder Grappa ertränkt.
Zwei Leichen mehr und zwei Verdächtige weniger; Scotti wollte zu Hause vor lauter Verzweiflung ein Glas Vin Santo probieren, doch Bianca Porcu hatte die Flasche wieder mitgenommen. Bis in die Nacht lag er wach und grübelte, wie wohl alles zusammenpasste.