
(The murder of Roger Ackroyd ., 1926)
196 S., ISBN: 978-3-596-17257-3
Frankfurt: Fischer TB-Verlag, 2010
Bewertung
Rezension
Eine sehr ungewöhnliche Krimikonstrucktion in einem sehr vertrauten Umfeld.
Roger Ackroyd ist der wohl bedeutendste Bürger in dem kleinen Dorf King's Abbot. Er bewohnt das Anwesen Fernly Park, ist aber kein Landjunker, sondern Fabrikant. Er wollte Mrs. Ferrars heiraten. Diese hat angeblich ihren Gatten vergiftet und starb überraschend an einer Überdosis Veronal. Mord oder Selbstmord? Der Dorfarzt Dr. Sheppard ist sich nicht ganz sicher. Denn Mrs. Ferrars wurde erpresst und wollte den Erpresser bekanntmachen.
Ackroyd erhielt einen Brief, in dem der Erpresser genannt wurde. Aber er las ihn seinem Vertrauten Dr. Sheppard nur zum Teil vor. Und dann wurde er selbst ermordet. Sein Stiefsohn Ralph verschwand und machte sich damit verdächtig.
Hercule Poirot, der Meisterdetektiv aus Belgien, hat seinen Beruf aufgegeben und will sich in King's Abbot zur Ruhe setzen und Kürbisse züchten. Doch der Mordfall lässt ihm natürlich keine Ruhe. Er bietet der Polizei seine Unterstützung an - was gerne angenommen wird.
Fazit: Die Lösung des Mordfalls, die Agatha CHRISTIE hier entwickelt, ist mehr als ungewöhnlich. Ansonsten ist der Roman eine nette Krimigeschichte, die Poirot selbstbewußt wie immer löst. Die daraus entstehende Spannung ist angemessen.
«Nein! Sie müssen mich anhören. Ich bin noch nicht fertig. Ich sprach neulich vom Verheimlichen. Nun, all die Zeit sah ich, was Sie verbergen wollen. Sie lieben Miss Flora. Machen Sie sich nichts daraus, daß ich es so geradeheraus sage - weshalb wird in England von Liebe nur wie von einem schmachvollen Geheimnis gesprochen? Sie lieben Miss Flora. Sie bemühen sich, dies vor aller Welt zu verbergen. Das ist richtig, so soll es auch sein. Aber hören Sie auf den Rat, den Hercule Poirot Ihnen gibt - verbergen Sie es nicht vor Flora selbst.»