
Romy Beccare 14 Neu
361 Seiten, ISBN: 978-3-7466-4173-7
Berlin: Aufbau Verlag, 2025
Bewertung
Rezension
Drei Polizisten und eine Polizistin haben die Seiten gewechselt. Zwei sind ertrunken, einer ist verschwunden. Und die Polizistin Julia Schorrer erstickt 12 Jahre später im Kreidemuseum in Gummanz.
Jan Riechter, Leiter des Stralsunder Kriminalkommissariats, hat damals gegen die vier wegen Korruption ermittelt. Nun stellt sich heraus, daß er mit Julia Schorrer eine kurze Affäre hatte. Und dann tauchen Fotos auf, die Jan und Julia gemeinsam zeigen - in der Gegenwart. Und seine DNA wird in ihrer Wohnung gefunden. Er muß sich aus den Ermittlungen zurückziehen.
Aber Jan ist nicht nur der Gatte von Romy Beccare, Hauptkommissarin in Rügen, sondern auch ihr Chef. So muß sie die Ermittlungen alleine führen - und ihr privates und dienstliches Verhältnis sind schwer belastet. Auch wenn Romy an Jans Unschuld glaubt. Vielleicht kann der verschwundene Polizist Rolf Thiel Licht in die Angelegenheit bringen. Ihn muß sie finden.
Unterstützt wird Romy von einem neuen Kollegen, Hauptkommissar Gregor Reymann. Er ist ihr von Beginn an unsympathisch und sozial problematisch. Aber er ist ein guter Ermittler - und steht hinter Jan. Finn und Max, die Computerexperten, sind natürlich auch dabei. Ein schwieriger Cold Case, der plötzlich aktuell wird.
Fazit: Katharina PETERS greift in ihrem 14. Band mit Romy Beccare ein sehr zeitgemäßes Thema auf: Fake News, gefälschte Bilder und Videos. Gegen die sich zu wehren entsprechend schwierig ist. Sie gibt auch ihren Protagonisten mehr Raum und nimmt den - bisher dominirenden - Focus auf Romy etwas zurück. Damit wird der Handlungsablauf umfangreicher.
Zwei Stunden später verließ Jan sein Büro. Er hatte die Teams über seinen Rückzug mit einem kurzen Statement unterrichtet Es war auffallend still geblieben. Finn war die Betroffenheit deutlich anzumerken. An der Tür klopfte ihm jemand auf die Schulter. Eine verlegene, hilflose Geste, die alles nur noch schlimmer machte.
Auf dem Heimweg fiel es ihm plötzlich ein. Am Strand - sie waren am Strand gewesen, oben in Zingst, mitten in der Nacht Abschied vom Sommer, Vollmond, ein hitziges Miteinander und das anschließende Bad in der Ostsee, fast kitschig. Zu dem Zeitpunkt hatte er ihrer Affäre eine Chance gegeben, doch wenig später stand der erste Verdacht im Raum, der sich zunehmend verstärkte. Jan hatte seine Entscheidung schnell treffen müssen, und er hatte nicht lange gezögert. Vier Polizisten, die sich zu Handlangern der OK gemacht hatten und tief in deren Geschäfte verstrickt waren.