
Romy Beccare 13 Neu
374 Seiten, ISBN: 9783746640440
Berlin: Aufbau Verlag, 2024
Bewertung
Rezension
Organisierte Kriminalität, Geldwäsche, Steuerhinterziehung. Und eine Familie, die immer wieder in den Fokus rückt. Obwohl sie fast ausgelöscht ist. Wie passt das zusammen?
Der 18-jährige Jakob steht kurz vor dem Abitur. Er ist als Einziger der Familie übriggeblieben. Die Mutter starb bei einem Autounfall, der Vater beging daraufhin Suizid. Und Jakob tötete seinen 20-jährigen Bruder Benjamin in Notwehr. Er beschuldigt Benjamin, vor Jahren ein 8-jähriges Mädchen nackt fotografiert und dann über eine Klippe gestoßen zu haben. Eine tragische Geschichte, die Jakob meistern muß - und kann.
Die Großmutter hat die Familie vor Jahren verlassen und hat keinen Kontakt mehr. Über den Grund schweigt sie sich aus. Und dann gibt es noch den Großvater, der ebenfalls verschwunden ist. Er war Zollfahnder und untersuchte ein bedeutendes Unternehmen in Wismar. Hat er vielleicht etwas aufgedeckt und wurde aus dem Verkehr gezogen? Oder ist er geflüchtet?
Ein Journalist, der behauptet, Opfer dwer Geschäftspraktiken dieser Firma zu sein, bringt Romy Beccare auf diese Spur. Aber irgendwie passt alles nicht zusammen, läß sich nicht festhalten. Jakob, das Opfer? In Romy bleibt immer ein leiser Zweifel...
Fazit: Vielleicht ist 13 doch keine Glückszahl. Denn dieser Band um die Rügener Kommissarin Romy Beccare ist Katharina PETERS nicht so wirklich geglügt. Die Geschichte der Familie bleibt flach. Organisierte Kriminalität und Geldwäsche bleiben diffus.Der Verdacht, den man als Leser/in bald hat, kann keine wirkliche Spannung erzeugen. Na ja, nicht jeder Band einer Serie muß gelingen. Und hier fehlt eigentlich das gemeinsame Thema.
Romy war sicher, dass Jakob vor Gericht mit einem Freispruch rechnen konnte - sollte es überhaupt noch zu einem offiziellen Verfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge kommen. Ein Anwalt dürfte leichtes Spiel haben. Deutlich wahrscheinlicher war, dass der Prozess im Vorfeld aufgrund seines Geständnisses und der detaillierten Aussage eingestellt wurde oder aber mit einem Kurzverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit endete, bei dem sämtliche Fälle zur Sprache kamen, so dass alle Akten geschlossen werden konnten.