
381 Seiten, ISBN: 978-3-7466-3950-5
Berlin: Aufbau Verlag, 2022
Bewertung
Rezension
Hamburger mögen Currywurst mit Pommes. Japaner auch, die Taliban nicht.
Manuel Jessen, Inhaber und Betreiber eines Imbisses auf St. Pauli, hat ein wechselhaftes Leben geführt. Als Ralph Keppler war er im Rahmen des deutschen Kontingents in Afghanistan an Spezialeinsätzen beteiligt, die nichts mit der offiziellen Parole des friedlichen Aufbaus gemein hatten. Taliban-Führer aufsprüren und eliminieren war ihre Aufgabe.
Bei einem Unterstützungseinsatz für die Amerikaner außerhalb ihres Operationsgebiets wird die Einheit von den Amerikanern eleminiert - versehentlich oder absichtlich? Keppler überlebt und gerät in die Gefangenschaft der Taliban. Die töten ihn zwar nicht, wissen aber auch nichts mit ihm anzufangen. Bei einem Angriff auf diese Gruppe wird er von einer CIA-Einheit befreit.
Melvin Olden ist Operator in Chief einer Kommandoeinheit der Special Activities Devision, einer paramilitärischen Einheit der CIA. Als Dank für seine Befreiung und gesundheitliche Wiederherstellung soll Keppler - offiziell tot - als Manuel Jessen für ein Geheimdienst-Netzwerk arbeiten. Fünf Jahre lang als Auftragskiller. Er nimmt den Job an und landet schließlich in Hamburg, wo er als Tarnung einen Imbiss betreibt. Doch dann wird ihm eine Falle gestellt. Nur - von wem?
Fazit: Abseits seiner Serie um den japanischen Austausch-Kommissar Takeda taucht Henrik SIEBOLD tief in die Schattenwelt ein: geheime Einsätze deutscher Spezialeinheiten in Afghanistan, paramilitärische CIA-Truppen, Auftragsmorde zur Beseitigung von Gefährdern. Aber es ist auch eine ordentliche Portion japanischer Kampfarten und Lebensweise dabei. Siebeck hat eine enge Beziehung zu Japan.
Leider läuft der bis dahin sehr spannende und anspruchsvolle Thriller im letzten Drittel aus dem Ruder und wird zu einer larmoyanten, unlogischen Geschichte. Man merkt, daß der Autor eigentlich keine Auflösung und kein Ende für sein Buch hatte. Auf jeden Fall nicht der Beginn einer neuen Serie ...
All das war Leben, reines, erstaunlich zähes Leben.
Ein Geschenk. Er durfte es nicht fortwerfen. Denn es gehörte ihm nicht, sondern umgekehrt, er gehörte diesem Leben. Er konnte ihm vertrauen. Er konnte sich ihm hingeben.
Keppler saß da und spürte, wie die zuvor so quälenden Gedanken von ihm abließen. Ruhe erfasste ihn. Eine große Stille. Er war Teil dieser Stille. Überhaupt war er ein Teil von etwas Größerem, etwas, das ihn umgab und aufnahm, etwas, das immer schon war und immer sein würde.
Keine Gedanken. Keine Angst. Auch keine Hoffnung.
Einfach nur nichts.