Claudia RUSCH, Zapotek und die schlafenden Hunde.

Mecklenburg-Vorpommern/Stralsund/Krimi/

 Claudia RUSCH: Zapotek und die schlafenden Hunde.
Claudia RUSCH: Zapotek und die schlafenden Hunde. Der zweite Fall.
318 S., ISBN: 978-3-86648-207-4
Hamburg: mareverlag, 2015
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Wenn Hunde entführt werden ...
... glaubt das eigentlich niemand so wirklich. Doch mit so einer Situation sieht sich Kriminalhauptkommiissar Henning Zapotek vom LKA Hamburg konfrontiert, als ihn seine alte Bekannte Margitta Kowalewski, ehemals Gitti Klöver, um Hilfe bittet. Einer ihrer beiden Pudel ist verschwunden, und der Entführer verlangt 1 Million Lösegeld. Das bedeutet, daß er von dem Geldkoffer weiß, den ihr verstorbener Gatte auf einer treibenden Yacht mit drei Toten gefunden und nicht gemeldet hatte. Denn Gitti lebt zwar gut von der Erbschaft, aber die ist dennoch geringer.
Der alte Fall, wo auch Zapotek beteiligt war, drängt an die Oberfläche - was ihm gar nicht recht ist. Denn eigentlich hätte er den Geldkoffer nicht verschweigen dürfen. Aber es scheint noch eine Mitwisserin zu geben: Manuela Pilwitt, die Leibwächterin von Dirk, einem der beiden Männer an Bord der Yacht. Zapotek befragt sie, merkt aber, daß sie nicht die Hundeentführerin sein kann. Aber die Befragung weckt die Aufmerksamkeit von Manuelas Chef, der in Dirks Geschäfte verwickelt war und ebenfalls den Geldkoffer sucht. Und sie bringt Manuela auf eine Idee.
Und auch das Verhältnis zu seiner DDR-Liebe Ulrike, die Zapotek wiedergefunden hat und die jetzt sein ehemaliges Elterhaus im Ostseedorf Klokenzin bewohnt, wird durch Zapoteks private Ermittlungen gefährdet. Zapoteks Flucht vor rund 30 Jahren aus der DDR, bei der er Ulrike wortlos zurückließ, belastet ihre neue Beziehung und steht zwischen ihnen.
Fazit: Beim zweiten Fall mit Henning Zapotek konnte sich Claudia RUSCH offenbar nicht entscheiden, ob sie das Gewicht mehr auf die Krimihandlung oder auf die anderen Beteiligten legen sollte. Als Krimi ist das Buch eher unbedarft und im ersten Drittel holprig. Die Erweiterung der Handlungsperspektive auf mehrere Personen wäre ein guter Ansatz gewesen, wurde allerdings nicht durchgezogen. Somit aber auch kein Gesellschaftsroman. Die Beziehung Ulrike-Henning findet wenig Aufmerksamkeit, die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit kommt nicht zur Sprache.
Vielleicht liegen der Autorin journalistische Sachbücher mehr, und sie hat deshalb keine Fortsetzung geschrieben.

Er fühlte geradezu körperlich, dass er dabei war, die falsche Abzweigung zu nehmen. Aber er konnte nicht anders. Als liefe er auf Autopilot. Als läge es nicht in seiner Macht, diesen Film zu stoppen. Zapotek saß neben Ulrike und sah sich selbst dabei zu, wie er seine Beziehung riskierte. Für nichts. Wegen ein paar Stunden.
Stumm starrte er die Wand an. Am Rahmen eines riesigen Leuchtturmdrucks von Hopper klemmte eine kleine Münze aus Neusilber. Ulrike folgte seinem Blick.
»Ich hab das Gefühl, wir finden manchmal einfach keine Grautöne«, sagte sie schließlich hilflos.

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