Katharina PETERS, Deichmord.

Mecklenburg-Vorpommern/Rügen/Regionalkrimi/

 Katharina PETERS: Deichmord.
Katharina PETERS: Deichmord. Ein Rügen-Krimi.
320 S., ISBN: 978-3-7466-3292-6
Romy Beccare 6
Berlin: Aufbau Verlag, 2017
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Terrorwarnung bei den Störtebeker-Festspielen in Rügen.
Aber das passt natürlich nicht zu Rügen, die Sondereinheiten finden nichts, und die Festspiele verlaufen problemlos. Aber Romy Beccare, die Kommissarin mit italienischen Wurzeln, hat ein ungutes Bauchgefühl. Sie meint, daß hier irgend etwas dahinter steht.
Die Festspiele finden jährlich in Ralswiek statt, einem kleinen Ort. Dessen Hafen hatte zur Zeit der Wikinger einige Bedeutung. Dort betreibt Rolf Magold ein Gästehaus, das er von seinen verstorbenen Eltern übernommen hat. Magold war Polizist und schied wegen einer Schußverletzung im Zuge eines Banküberfalls aus dem aktiven Dienst. Zwei der drei Täter konnte gefasst werden, der Dritte verschwand spurlos und wurde auch von seinen Komplizen nicht verraten. Einer der Täter starb im Gefängnis, der zweite verschwand nach seiner Entlassung spurlos und könnte mit dem dritten Täter wieder zusammengekommen sein.
In Stralsund wird auf einer aufgegebenen Deponie eine Frauenleiche gefunden, die dort vor möglicherweise zwei Jahren vergraben worden war. Sie wurde nicht als vermißt gemeldet. Aber Max, der Rechercheguru der Bergener Kriminalpolizei, entdeckt bei seinen Nachforschungen zwei junge Frauen, die vor über 10 Jahren spurlos verschwunden sind. Vor ihrem Verschwinden wohnten beide im Abstand von zwei Jahren im Gästehaus Magold, der sich aber nicht weiter an sie erinnern kann (oder will). Und dann gibt es noch die Leiche einer jungen Frau, die in einem Stralsunder Sexclub gefunden worden war. Der gefasste Täter hat seine Schuld stets bestritten, aber seine anderen Taten zugegeben. Und die Tote hatte ebenfalls kurzzeitig im Gästehaus Magold gewohnt.
Fazit: Auch im 6. Fall der Kommissarin Romy Beccare legt Katharina PETERS die Spuren geschickt aus. Eine durchaus problematische Familie um Rolf Magold erscheint vielversprechend. Aber es gibt auch andere, die zunächst sehr unbeteiligt wirken. Und die Lösung ist, wie bei der Autorin üblich, unerwartet. Man kennt zwar das Schema der Täterfindung in dieser Serie, ist aber doch jedesmal überrascht.

Kasper ließ sich Zeit und nahm die Route über Trent und Wiek, das letzte Stück fuhr er zwischen Feldern und Bodden mit freiem Blick in die Weite. Es gefiel ihm nicht, einem Ex-kollegen hinterherzuschnüffeln - allein der Ausdruck sorgte für schlechte Laune. Letztlich ging es um eine Überprüfung, die Klärung eines Sachverhalts, die ein wenig mehr Hintergrundwissen erforderlich machte - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ralswiek tauchte in letzter Zeit viel zu häufig als Stichwort auf, Magold ebenfalls. Das musste nichts heißen, sollte aber nicht unter den Tisch fallen, nach dem Leichenfund schon mal gar nicht.

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