
Hulda-Trilogie 2 Neu
(Drungi., 2016)
381 Seiten, ISBN: 978-3-442-75861-6
München: btb Verlag, 2020
Bewertung
Rezension
1987: In einem einsamen Sommerhaus in den Westfjorden wird ein Mädchen - Katla - tot aufgefunden. Aber mit wem war sie dort? Verdächtigt wurde ihr Vater, weil sie seinen Pullover festhielt. Allerdings war der Pullover auf den Tatortfotos nicht zu sehen. Ihr Vater wird verhaftet und begeht kurz darauf Sebstmord. Schuldeingeständnis - Fall gelöst.
Katla hatte zu einer Gruppe von fünf Freunden gehört: Klara, Alexandra, Benedikt, Dagur. 10 Jahre später fahren die vier gemeinsam auf eine einsame Insel, um Katlas Tod zu gedenken. Es ist auch der Versuch, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Aber es funktioniert nicht. Und nur drei werden die Insel verlassen.
Kommissarin Hulda Hermannsdóttir hat Wochenenddienst und fährt auf die Insel, um sich die Sache anzuschauen. Es scheint sich um einen Unfall zu handeln, ein unbeabsichtigter Sturz von einer Klippe. Doch dann zeigen Würgespuren an der Toten, daß es Mord war. Und bald erkennt Hulda den Zusammenhang mit dem Mord vor 10 Jahren.
Fazit: Ragnar JÓNASSON hat seine Protagonistin Hulda nicht ganz im Griff. Es ist unklar, wohin sie sich nach dem Tod ihrer Tochter und Gatten wenden will. Sie fühlt sich alleine. Und nach dem Tod ihrer Mutter versucht sie, ihren Vater zu finden. Außer dem Vornamen und dem Hinweis, daß er amerikanischer Soldat war, hat sie keine Informationen von ihm. Die Nebenhandlung ihrer Suche wirkt aufgesetzt und bereichert den zweiten Teil der Hulda-Trilogie nicht unbedingt. Ein wenig zäh.
Seit sie Roberts Brief erhalten hatte, hatte Hulda das Foto jeden Abend hervorgeholt und sich mit Tränen in den Augen gefragt, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie ihren Vater gekannt hätte. Wäre sie vielleicht in die USA ausgewandert? Dann hätte sie Jon nie kennengelernt, Dimma nicht bekommen und nie die Trauer erlebt, die ihr Leben heute bestimmte.