Buchtipp : Tim PARKS, Mr. (Rezension)

Tim PARKS, Mr.

Venetien/Krimi/

 Tim PARKS: Mr.
Tim PARKS: Mr. Duckworth sammelt den Tod.
Duckworth-Trilogie 3  Neu 
(Painting death., 2014)
336 S., ISBN: 978-3-88897-932-3
München: Antje Kunstmann, 2015
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Alles umsonst und doch anders.
Fast 25 Jahre sind vergangen, seit Morris Duckworth die älteste Treviani-Tochter geheiratet hat. Mit ihr hat er zwei Kinder, die nicht unbedingt seinen Erwartungen entsprechen und flügge werden. Neben dem Weinhandel hat er jetzt auch ein Bauunternehmen. Er zählt nun zur Elite der Stadt und wird zum Ehrenbürger ernannt.
Hauptsächlich aber beschäftigt er sich mit Kunst und sammelt Bilder, im Original und in Kopie, die er früher von Forbes anfertigen ließ - bis er ihn leider töten musste. Alle Bilder stellen Tötungsszenen dar, und er plant, sie in einer Ausstellung mit dem Titel "Der gemalte Tod" im Museum von Verona zu präsentieren.
Alles scheint gut gelaufen, und Morris Duckworth befindet sich auf dem ihm zustehenden Platz in der Gesellschaft - ein Erfolg all seiner Morde und Bemühungen. Doch mit der Ausstellung treten unerwartete Schwieirgkeiten auf. Museumsdirektor Volpi ist wenig angetan von der Idee und will Morris keinesfalls als Kurator seiner eigenen Ausstellung. Sein Assistent und Museumkurator Angelo Zolla, der Hauskurator, soll diese Ausstellung organisieren und kuratieren. Aber der ist wenig engagiert und behauptet, andere Museen wollten ihre Bilder nicht zur Verfügung stellen. Aber dahinter schien eine andere Geschichte zu lauern.
Fazit: Für Morris Duckworth, der sich oben in der Gesellschaft angekommen sieht, läuft plötzlich alles aus dem Ruder: sein Sohn wird wegen eines Angriffs auf die Polizei nach einem Fußballspiel vor Gericht gestellt, seine Tochter verschwindet, und er selbst sieht sich angeklagt, einen Mord gegangen zu haben. Ironischerweise wird er für eine Tat angeklagt, von der er selbst nicht weiß, ob er sie begangen hat. Aber für die, die er begangen hat, bleibt er ungeschoren. Am Ende bleibt man als Leser etwas ratlos zurück…

Letztendlich war das, was in jener rätselhaften Nacht geschehen war, nur Ausdruck eines grundlegenden Unverständnisses, das ihn als englischen Exilanten seit Jahrzehnten umtrieb. Morris hatte noch nie verstanden, wer er war oder mit wem er sein Leben verbracht hatte. Und Italien hatte er schon gar nicht verstanden.
[…]
Mit diesem Gedanken kam eine Welle starker Gefühle. Morris fing an zu weinen. Er wollte raus; raus aus seiner Ehe, seiner Familie, seiner Arbeit, seinem Leben. Raus aus Italien. Aus einer Kultur, die ihn zu einem hässlichen, hilflosen Killer gemacht hatte. Er wollte nicht ein Vermögen verdienen, indem er einen Tunnel unter dem Torricelli baute oder Moscheen auf Grundstücken, die ihren Wert verloren hatten. Er wollte sich nicht für alle Zeiten in diesem provinziellen katholischen Netz verfangen.

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