
Duckworth-Trilogie 2 Neu
(Mimi's ghost., 1990)
398 S., ISBN: 978-3-88897-931-6
München: Antje Kunstmann, 2015
Bewertung
Rezension
Und da ist immer Mimi.
Morris Duckworth hat es geschafft. Durch die Heirat mit Paola, der mittleren Schwester, wird er Mitglied der reichen Familie Tervisan. Hätten sie ihm gleich die Heirat mit Mimi, der jüngsten Schwester, erlaubt, so meint er, wäre die Ermordung Mimis nicht notwendig gewesen. Sie ist trotz allem seine große Liebe, und mit der Zeit kann er eine Art Verbindung mit ihr aufnehmen. Sie spricht, unhörbar für andere, zu ihm, und weist ihm den Weg.
Ein Problem ist für ihn die Sexgier seiner Frau Paola und ihre Weigerung, Kinder zu bekommen. Ein größeres Problem ist allerdings das Mißtrauen seines Schwagers Bobo, verheiratet mit der ältesten Schwester Antonella. Dieser ist bestrebt, ihn von den Familiengeschäften fernzuhalten und gesteht ihm nur eine unbedeutende Position zu. Schwerwiegender ist allerdings, daß er Morris mit dem geheimnisvollen Tod von Mimi in Verbindung bringt und darüber entsprechende Aufzeichnungen führt. Höchste Zeit für Morris, zu handeln.
Fazit: Manchmal nervend, dann wieder packend beschreibt Tim PARKS die Vorgänge aus der Sicht von Morris. Wir befinden uns quasi im Kopf eines Psychopathen, der sich selbst als rein und edel handelnd sieht, während die Anderen ihm immer in die Quere kommen wollen. Gekonnt und zeitweise faszinierend.
»Mimi, ja« - er war fast sofort zu ihr durchgekommen -, »du, entschudige, ich muss mich leider kurzfassen. Ich wollte mich nur schnell bei dir bedanken. Ich meine, ich weiß doch, dass du mir geholfen hast. Ich weiß, dass ich dir diese Erbschaft verdanke, deine Erbschaft, nicht wahr? Und ich verspreche dir, dass ich das Geld, dein Geld, dazu verwenden werde, anderen zu helfen, anderen das Leben zu erleichtern. Es war dein Fingerzeig, dass ich bei Paola und dem Familienunternehmen bleiben soll, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Danke, Mimi, danke.«