Magdalen NABB, Alta moda.

Maresciallo Guarnaccia/Toskana/Florenz/Krimi/

 Magdalen NABB: Alta moda.
Magdalen NABB: Alta moda.
(Property of Blood., 1999)
358 S., ISBN: 3-257-06223-0
Maresciallo Guarnaccia 11
Zürich: Diogenes TB-Verlag, 1999
Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Das Geschäft der Sarden.
Für die Sarden, die in den undurchdringlichen Wälder der Toskana leben, ist Entführung ein Geschäft - neben Ziegen und Käse, den offiziellen Einkommensquellen. Das aktuelle Opfer ist Olivia Birkett, ehemaliges amerikanisches Modell und verheiratete Contessa Brunamonti. Nun ist sie mit Elan und absoluter Arbeitsdisziplin Modedesignerin. Die Schulden ihres verstorbenen, hochstaplerischen Gatten, der außer seinem Titel nichts besaß, hat sie mittlerweile tilgen können.
Nun wird sie entführt. Und die Entführer haben unrealistische Vorstellungen über ihr tatsächliches Vermögen. Die Tochter, die alles an sich zieht, weigert sich, die geforderte Lösegeldsumme aufzubringen und erwartet entsprechende Unterstützung vom intalienischen Staat. So zieht sich der Entführungsfall über Monate hin, bis Maresciallo Guarnaccia endlich den Hebel findet, um zu einem Ende zu kommen.
Das Thema Sarden scheint Magdalen Nabb zu interessieren, denn schon in Tod im Frühling hat sie sich mit ihnen und den Entführungen befasst - durchaus konventioneller, aber sehr interessant. Dieser Zugang gelingt hier leider nicht.
Fazit: Die englische Krimiautprin Magdalen NABB legt hier einen schwächeren ihrer Krimireihe um Maresciallo Guarnaccia vor. Durch die Ich-Erzählung des Entführungsopfers und seines Matyriums bleibt der Spannungsbogen sehr flach. Das Ende ist frühzeitig klar, es geht nur noch darum, wie es erreicht wird. Der Schwerpunkt liegt nicht bei der Entführung, sondern dem Leiden des Opfers und der Reaktionen der Angehörigen und Freunde. Nur gelingt dieser psychologische Zugang nicht ganz.

Der Maresciallo hatte nichts übrig für die toskanischen Berge, ebensowenig wie fürs Aspromonte in Kalabrien oder die Barbagia auf Sardinien. Er wollte es im Sommer nicht so kühl haben, die bittere Armut, in der die Schäfer lebten, hatte für ihn nichts Malerisches, und die undurchdringlichen Wälder boten nicht nur seltener Flora und Fauna Schutz, sondern eben auch Verbrechern. Nein, ihm konnte die ganze Gebirgsromantik gestohlen bleiben.

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