Eberhard PANITZ, Der Weg zum Rio Grande.

Tamara Bunke/Biografie/

 Eberhard PANITZ: Der Weg zum Rio Grande.
Eberhard PANITZ: Der Weg zum Rio Grande. Ein biographischer Bericht über Tamara Bunke.
191 S., ISBN:
Dortmund: Weltkreis-Verlag, 1973
Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Eberhard Panitz zeichnet den Weg der Freiheitskämpferin und Revolutionärin Tamara Bunke von Argentinien nach Bolivien bemüht sachlich nach, ohne seine Sympathie für sie zu verhehlen. Dabei stützt er sich auf ein persönliches Zusammentreffen mit ihr 1961 in Cuba, auf die Dokumentation "Tanja, la guerrillera" (Havanna 1970) und vermutlich auf weitere, nicht genannte Quellen aus cubanischen oder DDR-Kreisen.
Er schildert die junge Frau mit den vielen Rollen und Namen als sympathisch, offen, zielbewußt und gut organisiert. Er ist von ihrer Begeisterung für die cubanische Revolution und ihrem Willen, diese in den lateinamerikanischen Freiheitskampf zu tragen, beeindruckt.
Allerdings sollte man die Position von Panitz in der DDR als Schriftsteller, Drehbuchautor, Lektor und Publizist, der auch zahlreiche Auszeichnungen erhielt und bis zu ihrem Ende in der DDR verbleib, im Hinterkopf behalten. Ebenso wie die Position von Tamara Bunke in der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung. Nach ihr wurden zahlreiche Schulen, Jugendverbände und andere Einrichtungen benannt.
Kenntnisreich beschreibt Panitz die wichtigen Stationen in Tamaras Lebensweg: geboren und aufgewachsen in Buenos Aires als Tochter von kommunistischen Eltern, die aus Nazideutschland fliehen mußten. Mit 14 Jahren kam sie 1952 in die DDR. Obwohl sie sich gut eingliederte, blieb ihr die Sehnsucht nach Argentinien und Lateinamerika. Begeistert von der Revolution in Cuba gelang es ihr 1961, dorthin zu reisen. Schon in der DDR hatte sie als Dolmetscherin Che Guevara kennengelernt. Diese Begegnung sollte ihren weiteren Lebensweg beeinflussen. Er rekrutierte sie für seinen geplanten Freiheitskampf in Bolivien, in dem sie als Tanja la guerrillera 1967 erschossen wurde.
Fazit: eine wahrscheinlich nicht ganz objektive, von großer Bewunderung getragene Biografie dieser außergewöhnlichen Frau, die knapp dreißigjährig für ihre Ideale starb.
[überarbeitete Neu-Auflage unter dem Titel "Tamara Bunke. Mit Che Guevara in Bolivien", Schkeuditz: GNN Verlag, 1999]

Wieder kreuzten sich die Wege von Tanja und Che Guevara, jetzt in Bolivien. Er hatte den Weg gewiesen, und sie war ihm gefolgt, auch wenn sie diesmal sein Vorposten war, die Kundschafterin und Wegbereiterin für ihn und seine Gefährten. So abenteuerlich das alles erscheinen mag, es war nicht der Weg von Abenteurern oder Ehrgeizlingen oder politischen Hasardeuren. Eine Handvoll junger Menschen, bewährte Kämpfer der kubanischen Revolution und bolivianische Kommunisten, Gewerkschafter und Bergarbeiter, stellten sich der blutigen Tyrannei des Generals Barrientos und seinem von den USA gestützten und trainierten Machtapparat entgegen, um den Befreiungskampf dieses geknechteten Volkes zu entfachen.

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