LeseTipp: Stella BLÓMKVIST, Der falsche Zeuge.

Island/Krimi/

 Stella BLÓMKVIST: Der falsche Zeuge. Stella BLÓMKVIST: Der falsche Zeuge.
(Morðið í Alþingishúsinu., 2002)
253 S, ISBN: 3-442-73280-8
TB 73280
München: btb Verlag, 2005

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Bei einem Tumult zwischen Rechtsradikalen und der Polizei auf der Besuchergalerie des Parlaments stürtzt die junge Journalistin Salvör über die Brüstung und ist sofort tot. Die Videoaufzeichnungen zeigen, daß einer der Rechtsradikalen, Ófeigur, sie gestoßen hat. Seine Mutter bittet Stella, seine Verteidigung zu übernehmen, da sie ihn für unschuldig hält. Widerwillig willigt Stella ein, nachdem sie erfahren hat, daß Ófeigur bei einer Sicherheitsfirma gearbeitet hat, die Audólfur Hreinsson gehört. Und Audólfur soll der Anführer dieses rechtsradikalen Bundes sein.
Stella will aber auch den Selbstmord der 13-jährigen Ruta aufklären, die nach einer Vergewaltigung tot in der Badewanne aufgefunden wurde. Aber auch Drífa, die Frau von Siggi Pálmar, bittet Stella um ihre Hilfe. Siggi wird von einem jungen Mädchen beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Mittlerweile ist er Sekretär des Wirtschaftsministers, aber in seiner Jugend hat er einen Sommer lang in dem Sommerhotel von Stellas Eltern gearbeitet und war ihr erster Liebhaber. Er war 20 und sie knapp 14 - und es ging nicht gut aus. Erinnerungen an ihre Jugend und ihren Vater, die Stella tief im Inneren versperrt hatte und die jetzt nach oben drängen.
Salvör hat möglicherweise die Verwicklung des Wirtschaftsministers in Schmiergeldzahlungen bei der Privatisierung der isländischen Energiewerke herausgefunden. Hat ihr Tod, ein offensichtlicher Unfall, damit zu tun? Und welche Rolle spielt die Tochter des Ministers, die immer an seiner Seite zu finden ist?
Schließlich findet Stella heraus, daß alle Fälle irgendwie miteinader verwoben sind. Und der Showdown, bei dem wieder einmal ihr Benz zu Bruch geht, bleibt nicht aus. Und ihre sexuellen Abenteuer verlagern sich mehr in Richtung Frauen.
Fazit: gewohnt spritzig und lapidar wird hier ein Bild der oberen Schicht der isländischen Gesellschaft gezeichnet, das wenig mit der Vorstellung des Touristen gemein hat. Mag auch das Verbrechen in Island selten sein, es schleicht sich doch langsam ein.

Eine junge Abgeordnete der Opposition ... hält den Kurs der Regierung, die Energiewerke an Ausländer zu verkaufen, für abwegig. Und schon gar nicht an Bushron, die Bodenschätze rund um den Globus an sich gebracht haben, indem sie Politiker und Beamte in Schlüsselpositionen bestochen haben. Die verstorbene Salvör hätte ja in den letzten Wochen erkenntnisreiche Hintergrundreportagen über unehrenhaftes Auftreten der Firma in Asien und Südamerika im staatlichen Radio gebracht.

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