LeseTipp: Celina LUNSFORD/Christiane STAHL/Kristján B. JÓNASSON [Hrsg.], Grenzen anderer Natur | Frontiers of Another Nature.

Island/Monografie/

Celina LUNSFORD/Christiane STAHL/Kristján B. JÓNASSON [Hrsg.]: Grenzen anderer Natur | Frontiers of Another Nature. Bilder aus Island | Pictures from Iceland. Celina LUNSFORD/Christiane STAHL/Kristján B. JÓNASSON [Hrsg.]: Grenzen anderer Natur | Frontiers of Another Nature. Bilder aus Island | Pictures from Iceland.
160 S, ISBN: 978-3-86828-252-8
Heidelberg-Berlin: Kehrer, 2011

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Der vorliegende Band umfasst 143 Bilder isländischer Fotografen, einen Essay zur Geschichte der isländischen Fotografie und eine Kurzbiografie zu den einzelnen Fotografinen und Fotografen. Das wäre sehr verdienstvoll, denn zur isländischen Fotografie gibt es im deutschen Sprachraum praktisch keine Informationen.
Leider ist dieses Vorhaben mißlungen. Die Abfolge der Bilder folgt keinen erkennbaren Kriterien, sei es Geografie, Themen, Fotografen oder Chronologie - sie erscheint willkürlich, zufällig. Erschwerend kommt dazu, daß die Bilder keine Bildunterschrift haben, sondern es nur im Anschluß an die Bilder ein Bildverzeichnis gibt. Das bedeutet ständiges Blättern. Und da isländische Personennamen nicht unbedingt leicht zu merken sind, läßt sich nicht leicht herausfinden, ob es von einem Fotografen mehrere Abbildungen gibt. Es gibt sie, aber durch die Anordnung kann man sie nicht einfach untereinander vergleichen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Beitrag von Christiane Stahl, "Eine kleine Geschichte der isländsichen Fotografie". Zwar bemüht, aber unstruktieriert und sprunghaft, läßt er einen am Ende ratlos zurück.
Nützlich sind die Kurzbiografien der Fotografinnen und Fotografen mit der Beschreibung ihres Ausbildungsweges und ihrer Publikationen - wobei nicht immer klar ist, ob diese auch in deutsch oder englisch vorliegen. Auf weiterführende Literaturhinweise wurde leider völlig verzichtet.
Fazit: 3 Sterne, weil das Buch eine grundlegende visuelle Rezeption der isländischen Fotografie ermöglicht, aber in Summe eben nur gut gemeint ist.

Während in Kopenhagen und anderen Städten Portraitmaler, Miniaturmaler und Grafiker die Konkurrenz des neuen Abbildungsmediums fürchteten und man jahrzehntelang über den künstlerischen Wert technisch generierter Bilder debattierte, kam es in Island zu keinerlei Streit. Denn als die Fotografie nach Island kam, gab es so gut wie keine bildenden Künste. Hierin ist die Geschichte der isländischen Fotografie einzigartig: Die Fotografie ging der Malerei voraus und nicht umgekehrt. Das fotografische Portrait generierte die Portraitmalerei. (Christiane Stahl, Eine kleine Geschichte der isländsichen Fotografie)

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