LeseTipp: Einar KÁRASON, Die Goldinsel.

Island/Roman/

 Einar KÁRASON: Die Goldinsel. [Neu-Auflage]. Einar KÁRASON: Die Goldinsel. [Neu-Auflage].
(Gulleyjan., 1985)
258 S., ISBN: 978-3-442-74235-6
TB 74235
München: btb Verlag, 2011

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Der Hering bringt endlich Wohlstand in das bitterarme Land. Überall herrscht Aufbruchsstimmung, es gibt Arbeit und Geld für alle und nicht genügend Arbeitskräfte. Selbst im Barackenviertel Camp Thule spürt man die neuen Zeiten.
Nur im Alten Haus ändert sich wenig. Baddi heiratet die Freundin seines besten Freundes, der daraufhin nie wieder gesehen wird. Seine Alkoholexzesse werden weniger, aber er arbeitet nicht. Ein junges Paar aus Amerika, wahrscheinlich von Gogo geschickt, findet Unterschlupf im Alten Haus. Baddis Bruder Danni läßt sich heimlich zum Piloten ausbilden und nimmt damit bei Lina bald Baddis Position ein.
Und da sich so viel verändert, beschließt die Stadtverwaltung, Camp Thule zu schleifen und die Bewohner in Sozialwohnungen unterzubringen. Da Tommi aber das Alte Haus rechtmäßig besitzt, bleibt es zunächst wie eine Festung über.
Fazit: Ruhiger als im ersten Teil der Trilogie betrachtet der Autor wieder mit nachsichtiger Sympathie den Alltag und die Banalitäten einer Gruppe von Menschen, die eigentlich der untersten Sozialschicht angehören.

In der Dunkelheit nahm das neue Jahr auf der Insel seinen Anfang, und die Dunkelheit hob sich nicht, obgleich es dem Kalender nach Frühling und Sommer werden würde. Es war, als hätten sämtliche finsteren Gewitterwolken des Himmels die wellenbelagerten Strände des Landes heimgesucht. Alles verblaßte, die starken Farben verwischten, die Wangen der Kinder wurden bleich. Und der Hering, das Silber des Meeres, verschwand völlig aus den Fischgründen.

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