Weihnachtskerzen

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Anne HOLT, Was niemals geschah.

Norwegen/Anne Holt/Krimi/

 Anne HOLT: Was niemals geschah. Anne HOLT: Was niemals geschah.
(Det som aldri skjer., 2004)
, ISBN: 978-3-492-24931-7
München: Serie Piper, 2007

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Die Profilerin Inger Johanne Vik ist in Karenz, als in Oslo mehrere Prominente ermordet werden. Einzige Gemeinsamkeit der Opfer sind die Symbole, die der Mörder hinterläßt: eine gespaltene Zunge, ein Koran, eine Füllfeder. Sie sollen wohl etwas über die Opfer aussagen - aber was, ist nicht herauszufinden.
Inger kann es nicht lassen, ihren Mann Yngvar Stubø bei den Ermittlungen zu unterstützen. Und langsam erinnert sie sich an einen ähnlichen Fall, der bei ihrer Profilerausbildung in den USA ein Lehrbeispiel war. Doch eigentlich hat sie diese Zeit völlig verdrängt (warum, wird sie nicht erzählen), und so ist das Erinnern eine große Belastung für sie. Außerdem hatte der damalige Mörder als letzte Tat das Haus des ermittelnden Polizeibeamten angezündet, so daß ihre Angst ständig wächst.
In einer Parallelhandlung sehen wir dem Mörder indirekt über die Schulter - oder eigentlich blicken wir auf sein Leben neben diesen Taten.
Die Auflösung, das Erkennen des Täters, ist allerdings sehr unmotiviert und nicht begründet. Und das macht dieses Buch, neben der allzubreiten Darstellung des Familienlebens der Profilerin und des Ermittlers, mühsam und auch enttäuschend.
Fazit: Holt hat hier einen psychologischen Zugang gewählt, kann ihn aber nicht realistisch umsetzen und durchhalten. Es bleibt Küchenpsychologie - schade!

"Drei Tage später wurde Katinka Olsson eingeäschert, und niemand fand es der Mühe wert, einen Grabstein über die sterblichen Überreste der fast vierzig Jahre alten Prostituierten zu errichten. Die vier Kinder, die sie noch vor ihrem dreißigsten Lebensjahr in die Welt gesetzt hatte, sollten niemals erfahren, daß ihre leibliche Mutter in ihrer ansonsten leerren Brieftasche Babybilder von ihnen allen aufbewahrt hatte; vergilbte Fotografien mit abgenutzten, eingerissenen Rändern. Sie waren Katinka Olssons einziges Vermögen gewesen. Sie war an einer Überdosis gestorben, und niemand sollte jemals nach ihr fragen." [...]
"'Da die Polizei sich nie geschlagen gibt, werdet ihr Menschenschicksale auf den Kopf stellen, die sich immer weiter weg von den Ermordeten befinden. Ehe ihr aufgebt, ehe ihr endlich einseht, daß ihr den Mörder niemals finden werdet, habt ihr so viele Menschen vernichtet, so viele Leben ruiniert, so viele...'"

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