Weihnachtskugeln

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Michael DIBDIN, Sizilianisches Finale.

Sizilien/Mafia/Krimi/

 Michael DIBDIN: Sizilianisches Finale. Michael DIBDIN: Sizilianisches Finale.
(Blood rain., 1999)
312 S., ISBN: 3-442-45088-8
Aurelio Zen 7
München: Goldmann TB-Verlag, 2001

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Der Staat im Staat des Staates.
Aurelio Zen wird nach Sizilien versetzt, zu einer Elite-Einheit zur endgültigen Zerschlagung der Mafia, die jedoch so nicht existiert. Allerdings gibt es eine entsprechende Einheit namens DIA - Direzione Investigativa AntiMafia -, gebildet aus Beamten des Innen-, Verteidigungs- und Finanzministeriums. Zen wird nicht dieser Einheit zugeteilt, sondern soll Kontaktmann zwischen den der DIA zugeteilten Abordnungen der Polizia Statale und dem Innenministerium sein. Irgendwie ahnt Zen, daß er sich in höhren Kreisen unbeliebt gemacht hat und Catania das Ende seiner Laufbahn sein wird.
In der Region droht ein Krieg zwischen zwei ravilisierenden Mafiaclans. Der Sohn des einen Clans wird tot in einem Güterwaggon aufgefunden. Daraufhin werden fünf Männer aus dem anderen Clan ermodet; die Spirale der Gewalt beginnt sich zu drehen.
Aber Zen bezweifelt mit der Zeit, daß es hier tatsächlich um die beiden Clans geht. Seine Tochter Carla installiert gerade für die DIA ein internes Netzwerk und entdeckt einen Eindringling, der über eine scheinbar offene Hintertür mit umfassenden Rechten in das System eingedrungen ist. Gleichzeitig wird der zuständigen Mafia-Staatsanwältin der Fall entzogen und zum Unfall eines Landstreichers herabgestuft.
Fazit: Es ist eine Schattenwelt, in die Aurelio Zen hier unversehens gerät, mit geheimen Diensten und ungreifbaren Polizeieinheiten, die niemandem zugeordnet werden können. Michael Dibdin bedient aus der Außensicht des Nicht-Italieners und -Sizilianers natürlich eine Reihe von Klischees. Aber wie bei seinen Verschwörungstheorien schrammen sie sehr knapp an der Warheit entlang. Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano musste sich im Oktober 2014 der Frage stellen lassen, ob er 1994 an einem Deal zwischen Mafia und Staat beteiligt war oder davon wusste. 2013 hatte er Tonbänder von einem Gespräch zwischen ihm und dem mafiaverdächtigen ehemaligen Innenminister Nicola Mancino löschen lassen. Fiktion und Wirklichkeit liegen in Italien scheints näher beieinander, als man wahrhaben will.

Der Motorradfahrer setzte seinen Helm wieder auf und wendete die Maschine. Es war eine eindrucksvolle Explosion gewesen, obwohl sie nur sehr wenig Zeit gehabt hatten. Der verwendete Sprengstoff war lediglich ein Bruchteil dessen, was die Mafia benutzt hatte, um die Richter Paolo Falcone und Giovanni Borsellino zu töten. Aber auch das würde als Botschaft verstanden werden. Schließlich war Zen nur ein Polizist.

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