LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Die Stimme der Violine.

Montalbano/Sizilien/Krimi/

 Andrea CAMILLERI: Die Stimme der Violine. Commissario Montalbano löst seinen vierten Fall. Andrea CAMILLERI: Die Stimme der Violine. Commissario Montalbano löst seinen vierten Fall.
(La vove del violino., 1997)
253 S., ISBN: 3-404-92087-2
Commissario Montalbano 4
Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe TB, 2001

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Eine moderne Ehe.
Michaela und Emanuele Licalzi sind ein Ehepaar. Sie ist eine junge, schöne Frau, er ein etwa 60-jähriger Arzt. Sie leben in Bologna. Dort hat sie auch einen Liebhaber, was den Ehemann allerdings nicht zu stören scheint. Bei ihrer Hochzeitsreise nach Sizilien hat sich Michaela in das Grundstück, das ihr Mann geerbt hat, verliebt, und baut dort eine kleine Villa. Sie hält eine Verabredung mit Freunden zum Abendessen in Vigàta nicht ein und wird etwas später in ihrer Villa gefunden - erstickt. Es sieht irgendwie nach Raubmord aus, denn Silvias gesamter, als wertvoll bezeichneter Schmuck ist verschwunden. Aber Commissario Montalbano glaubt nicht so recht an diese Version.
Doch der Questore, der Montalbano nicht besonders schätzt, entzieht ihm den Fall wegen Unstimmigkeiten mit dem Chef der Spurensicherung, von dem Montalbano nichts hält. Der Chef der Mordkommission in Montelusa verdächtigt bald den Bauunternehmer Di Blasi, einen entfernten Cousin von Michaelas Gatten, der auch die Villa gebaut hatte. Und eigentlich glaubt er, daß dessen Sohn Maurizio Michaela vergewaltigt und ermordet hat. Denn Maurizio gilt als seltsamer Außenseiter und war so in Michaela verliebt, daß er ihr überall hin folgte.
In einer undurchsichtigen Aktion wird Maurizio von einem Beamten der Mordkommission erschossen, nachdem er scheinbar ein Geständnis abgelegt hatte. Beweismittel werden untergeschoben, ein windiger Anwalt der Mafia taucht mit einem Video auf. Montalbano erkennt bald, daß die Mafia die Situation für sich ausnützen und die Mordkommission diskreditieren will. Der kann er trotz aller Differenzen nicht zulassen, und er beginnt ein Spiel auf mehreren Ebenen.
Fazit: Eigentlich ist Commissario Montalbano kein sehr umgänglicher Mensch. Man wundert sich daher nicht, daß er immer wieder aneckt. Verwunderlicher ist schon eher, daß seine Leute im Kommissariat Vigàta ihn schätzen. Und auch immer wieder Frauen, nicht nur seine Dauerfreundin Livia - ihr hat er die Ehe versprochen, und nun gibt es irgendwie Ärger -, sondern auch Anna, eine enge Freundin von Michaela, interessiert sich für ihn. Wird er rtrotzdem bei Livia bleiben?

Aber das war das Sizilien, das der Commissario liebte, das rauhe, mit spärlichem Grün, das Sizilien, in dem es unmöglich schien (und war) zu überleben und wo man noch immer, wenn auch immer seltener, jemanden mit Gamaschen, Schirmmütze und Gewehr über der Schulter antraf, der, zwei Finger am Schild, vom Muli aus grüßte.

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