LeseTipp: Carmen KORN, Zeitenwende.

Hamburg/Roman/

 Carmen KORN: Zeitenwende. Carmen KORN: Zeitenwende.
549 Seiten, ISBN: 978-3-463-40684-8
Die Jahrhundert-Trilogie 3
München: Kindler, 2018

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Viele Abschiede.
Die um 1900 geborenen Protagonisten der ersten Generation sind alt geworden. Trotz zweier Weltkriege mit ihren Entbehrungen. Sie haben sich etabliert und vieles schoin an die zweite und dritte Generation abgegeben. Und nun ist die Zeit gekommen, sich von den meisten der ersten Generation zu verabschieden.
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich wieder gewandelt. Nach den ersten tapsigen Schritten von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard kommen nun die offensiveren sozialdemokratischen Regierungen unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. Und mehr Herausforderungen: NATO-Doppelbeschluss, Terroranschläge, RAF, Flugzeugentführungen.
Diese Ereignisse bleiben nicht nur Hintergrund. Ruth, die Adoptivtochter von Käthe und Rudi, verliert sich in der Terrorszene. Katja, die Enkelin von Henny, verliebt sich in der DDR und wird mit der Realität des geteilten Deutschland konfrontiert.
Fazit: Im letzten Band der Jahrhundert-Trilogie gelingt es der Autorin Carmen KORN, wie im ersten Band eine dichte, spürbare Atmosphäre zu schaffen. Als Jahrgang 1952 liegt ihr die Periode zwischen 1970 und 1999 eindeutig und ruft eigene Jugenderinnerungen herauf. Dominierte im zweiten Band teilweise die Beliebigkeit, so kann man den letzten Band nur als gelungen bezeichnen. Und natürlich muß auch eine Jahrhundert-Saga einmal enden - aber man kann es bedauern.

Guste löschte das Licht der kleinen Lampe mit dem sonnengelben Seidenschirm. Alex hatte noch angerufen, um seiner Guste zu sagen, dass er heil an Leib und Seele zurückgekehrt war, den Jon und den Stefan im Gepäck. Guste faltete die Hände. Das tat sie sonst nie.
«Danke, lieber Gott», sagte sie. «Dass du mir Alex gut nach Hause gebracht hast. Gib bitte auf alle acht. Auch auf Ida und Florentinchen, den Husky, die Kinder. Auf die Siemsens passt schon Anni auf. Ich kümmere mich jetzt nicht mehr.» (…)
Auguste Kimrath wachte einfach nicht mehr auf am anderen Morgen, der ein besonders dunkler Novembertag war.

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